Brand im Keller: Familie rettet sich auf den Balkon

Grafenwöhr. Großeinsatz in der Neuen Amberger Straße. Im Heizungsraum eines Dreifamilienhauses war ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei schätzt den Schaden auf 120.000 Euro.

Im Heizungsraum dieses Dreifamilienhauses war das Feuer ausgebrochen. Fotos (4): Jürgen Masching

Am Donnerstagmorgen ging bei der Integrierten Leitstelle in Weiden der Anruf eines Feuers in einem Mehrfamilienhaus in der Neuen Amberger Straße ein. Es war gegen 7.45 Uhr, als die Tochter einer dort lebenden Familie starken Rauch im Treppenhaus feststellen konnte. Sie ging zurück in die Wohnung und informierte die Mutter, die wiederum den Notruf absetzte.

60 Feuerwehrleute im Einsatz

Etwa 60 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Grafenwöhr, Gmünd, Pressath, Eschenbach und Gössenreuth rückten an. Diese erhielten Unterstützung der US Lagerfeuerwehr, die ihre Drehleiter zum Einsatz brachte. Beim Eintreffen befanden sich bereits drei Personen auf einem Balkon an der Giebelseite. Es galt schnellstmöglich diese Personen mittels Drehleiter in Sicherheit zu bringen.

Zu diesem Zeitpunkt war der Weg über das Treppenhaus aufgrund der Rauchentwicklung nicht ganz ungefährlich. Nach rascher Absuche der Wohnungen durch Feuerwehr Atemschutzträger konnte relativ rasch Entwarnung hinsichtlich weiterer in dem Wohnhaus befindliche Personen gegeben werden. Die weiteren Mitbewohner waren zu diesem Zeitpunkt bereits an ihren Arbeitsstellen.

Starker Rauch im Keller

An der Rückseite des Wohnhauses konnten die Feuerwehren eine relativ starke Rauchentwicklung im Keller feststellen. Da der Zugang über den Kellerabgang nicht möglich war, wurde ein Kellerfenster eingeschlagen und der Zugang zum Heizungskeller geöffnet. Dort konnte im Bereich der Ölheizung relativ schnell der Hauptbrandherd festgestellt und bekämpft werden.

Dennoch verteilte sich der Rauch über das Treppenhaus bis ins Dachgeschoss und in die dort befindliche Wohnung. Während das Feuer Dank dem gezielten Einsatz der Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte, nahm die Entlüftung des Gebäudes noch einige Zeit in Anspruch. Die Feuerwehren setzten an mehreren Stellen Entlüfter ein, die nach und nach das Gebäude wieder begehbar machten. Nach einer Messung durch die Feuerwehr konnten die Bewohner, zumindest vorübergehend, wieder in ihre Wohnungen zurück.

Nicht mehr bewohnbar

Jedoch wurde die Dachgeschosswohnung durch den beißenden Rauch erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Aufgrund des Ausfalls der Heizung und einem Schaden an den elektrischen Leitungen im Keller dürften die Wohnungen nach Einschätzung der Polizei Eschenbach zumindest bis zur Installation einer Behelfs- oder Notheizung wegen der aktuellen kalten Witterung nicht bewohnbar sein. Der Hauseigentümer kümmert sich in Absprache mit seinen betroffenen Mietern um eine vorübergehende Unterbringung.

Schaden wird auf 120.000 Euro geschätzt

Nach den ersten Erkenntnissen der Polizei Eschenbach dürfte der Brand im Bereich der Öl-Heizungsanlage ausgebrochen sein. Es sind jedoch weitere Ermittlungen erforderlich. Der betroffene Kellerraum ist sichergestellt.

Der gesamte Keller wurde erheblich durch den starken Rauch in Mitleidenschaft gezogen. Dieser breitete sich über das Treppenhaus in die Dachgeschosswohnung aus. Die Wohnungen im Erd- und Obergeschoss scheinen weniger betroffen zu sein. Nach einer ersten Schätzung beläuft sich der Schaden auf etwa 120.000 Euro.

Keine Verletzten

Die Ermittlungen führt die Polizeiinspektion Eschenbach. Die Feuerwehr Einsatzleitung oblag dem Kommandanten der Feuerwehr Grafenwöhr, Alexander Richter. Auch das BRK war mit Notarzt vorsorglich an der Einsatzstelle. Es wurden insgesamt fünf Personen hinsichtlich Rauchintoxikation überprüft und betreut. Glücklicherweise war keine weitere Behandlung erforderlich. Die Ortsdurchfahrt von Grafenwöhr wurde bis etwa 9 Uhr gesperrt und der Verkehr durch die Feuerwehr umgeleitet.

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