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Demo fordert Hilfe für Geflüchtete an polnischer Grenze

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Weiden. Mehr als 1.000 Kilometer ist die Oberpfalz von der polnisch-belarussischen Grenze entfernt. Doch die Schicksale der Geflüchteten in der Ferne sind doch ganz nah, wie eine Demo in Weiden zeigte.

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Eine Demo in Weiden fordert humanitäre Hilfe an der EU-Außengrenze von Polen. Die Notlage vor Ort sei "katastrophal". Viele fühlen sich erinnert an das Jahr 2015. Bild: Beate Luber (5)
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Etwa 20 Leute versammelten sich am Mittwochabend zur einer Kundgebung auf dem Unteren Markt in Weiden. Sie forderten Hilfe für die Geflüchteten an der polnisch-belarussischen Grenze. Diese litten unter Gewalt, Hunger und Kälte.

"Ich bin hier als eine von den Menschen, die vor Krieg und Angst geflohen sind. Ich bin hier als eine von den Menschen, die jetzt an der Grenze zwischen Polen und Belarus stehen. Ich sehe mich dort mit denen. Ich fühle deren Leid."

Mit diesen Worten begann Ruba Aburas ihre Rede, die 2015 nach Deutschland gekommen ist. Die junge Palästinenserin floh als 22-jährige Frau aus Syrien, lebt und arbeitet heute in Weiden. "Dank offener Grenzen im Jahr 2015 habe ich es geschafft, dass ich heute in Frieden und einem warmen Bett schlafe", erklärte sie. Jetzt sei es ihre Pflicht hier zu stehen und zu fordern, das Leid der Menschen zu beenden und die Grenzen zu öffnen. 

Nicht besser leben, sondern überhaupt leben

Dass Weiden nicht so weit entfernt ist von dem fernen Grenzgebiet in Polens Osten, zeigte auch die Rede von Jost Hess, der im Arbeitskreis Asyl seit Jahrzehnten Geflüchtete betreut. Er kenne viele Schicksale. Dass die Menschen nach Europa kämen, um ein besseres Leben zu haben, stimme nicht. Sie kämen, um überhaupt leben zu können. Er appellierte an die Menschlichkeit und an die Politik, sichere Fluchtwege zu schaffen. 

Auch eine Unterstützerin der Aktion Seebrücke fühlt sich an die Situation im Jahre 2015 erinnert, als Tausende Menschen an der ungarisch-kroatischen Grenze festsaßen. Damals sei sie mit Leuten aus der Region in das Grenzgebiet gereist und habe in einer mobilen Hilfsküche für die Geflüchteten gekocht. Auch jetzt lasse die EU die Menschen an der polnischen Grenze im Stich. Sie rief dazu auf, deshalb selbst aktiv zu werden.

Aufruf zu Spenden vor Ort

Hilde Lindner-Hausner vom Oberpfälzer Bündnis für Toleranz und Menschenrechte Weiden-Neustadt prangerte an, dass das Asylrecht an den EU-Außengrenzen mit Gewalt verletzt wird. Sie rief dazu auf, an Hilfsorganisationen vor Ort zu spenden unter Spendenadressse: wir-packens-an.info 

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