Die „Unverpackt“-Idee lebt in Weiden weiter

Weiden. Nach dem Aus des "Nackten Frosch" will Philipp Kaufmann unverpackte regionale Produkte in seinem Hofladen anbieten.

Philipp Kaufmann will in seinem Hofladen unverpackte regionale Produkte anbieten. Foto: Theo Kurtz

Der Unverpackt-Laden „Nackter Frosch“ in der Frauenrichter Straße hat vor gut zwei Wochen die Schotten dicht gemacht. Doch die Idee lebt in Weiden weiter. Philipp Kaufmann, Geschäftsführer des Hofladens in der Max-Reger-Stadt, hat sie aufgegriffen. Er hat Teile der „Nackter Frosch“-Einrichtung gekauft und in seinen 200 Quadratmeter großen Laden im Gewerbegebiet „Zur Drehscheibe“ integriert: zwei große Regalfluchten mit rund 100 Glassammelbehältern – und eine Candy-Bar! „Da werden Kindheitsträume wahr“, erzählt er schmunzelnd. Kaufmann ist überzeugt: „Der Bedarf und auch die Nachfrage ist da.“

Behälter kann man im Laden kaufen

Und so funktioniert’s: Der Kunde bringt sein leeres Gefäß mit, das wird gewogen und das Gewicht aufgeschrieben. Nach der Befüllung wird nochmals gewogen und das Leer- von dem Gesamtgewicht abgezogen. Kaufmann hat an alles gedacht. Den Behälter daheim vergessen? Kein Problem. „Die kann man bei mir für kleines Geld kaufen.“

Im Jahr nur einen Gelben Sack

Erst vor Kurzen hatte ein junges Paar aus Wunsiedel im Hofladen vorbeigeschaut. „Die beiden verzichten komplett auf Verpackungsmaterial aus Plastik“, erzählt der Hofladen-Chef. Im Jahr kriegen sie, das haben sie ihm erzählt, gerade einmal einen einzigen Gelben Sack voll.

90 Direktvermarkter beliefern den Laden

Kaufmann, der nach dem Verkauf des City-Centers mit dem Geschäft heuer im Februar in das Gewerbegebiet umzog, will die Unverpackt-Idee weiter ausbauen. Er setzt dabei verstärkt auf Produkte aus der Region. Die gibt es ja ohnehin schon reichlich in seinem Laden. Rund 90 Direktvermarkter und Bauern aus der ganzen Nordoberpfalz bieten dort ihre Waren an, von der Seife aus Straußenmilch, über die handgeschöpfte Schokolade bis zur fertiggekochten Kartoffelsuppe im Mehrwegglas. Praktisch für die Kunden: „Sie müssen nicht mehr von Hofladen zu Hofladen fahren. Bei mir gibt es alles unter einem Dach.“

Bekommt Hofladen noch eine Futterkrippe?

Das Geschäft ist auch mehr als nur ein Einkaufsort. Es ist Treffpunkt. Ein großer Holztisch mit Bank steht im Laden. Wer möchte, kann sich dort auf einen Plausch und eine Tasse Kaffee niederlassen. Kaufmann will auch sein Hofladen-Projekt weiterentwickeln. Er überlegt, eine rustikale Brotzeit-Hütte vorm Gebäude aufzustellen. Einen pfiffigen Namen hätte er schon gefunden. „Futterkrippe“ soll der Imbiss heißen.

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