Freunde der Burg als Retter in der Not

Falkenberg. Die Sanierung der Burg Falkenberg war nicht billig. Jetzt will sich das Forum Falkenberg – Freunde der Burg e.V. um den Unterhalt des aufpolierten Gemäuers kümmern.

Von Udo Fürst

Langsam aber sicher fällt die Anspannung von Herbert Bauer ab. Monatelang musste er sich mit kaum etwas anderem beschäftigen als mit der Millionen schweren Renovierung der Burg. 1,5 der insgesamt acht Millionen Euro muss der Marktflecken selbst berappen. Das ist zwar ein kräftiger Brocken, doch ist der zu schultern. Schwieriger dürfte es da schon werden, die laufenden Betriebskosten zu decken, denn dafür gibt es keine staatliche Förderung. Hier sind Sponsoren beziehungsweise Organisationen gefragt, denen die großartig sanierte Burg am Herzen liegt.

Das Team von Forum Falkenberg (von links): Peter Bork, Gerhard Pöschl, Teresa Fischer, Peter Busche, Eva Gibhardt und Herbert Bauer.

Spätestens hier kommt das Forum Falkenberg – Freunde der Burg e.V. ins Spiel. Bereits seit 1990 gibt es diesen Zusammenschluss, der sozusagen als eine Art Lebensversicherung für das altehrwürdige Gemäuer bezeichnet werden kann. Seit Jahren sammeln sie eifrig Geld für die Burg, in dem sie Konzerte, Lesungen und Seminare veranstalten. Seit wenigen Wochen kommt auch noch die Bewirtschaftung der Burg dazu, die man ehrenamtlich übernommen hat – probeweise für ein Jahr. „Das darf kein Draufzahlgeschäft werden“, sagt dritter Vorsitzender Peter Bork.

Acht Zimmer mit 16 Betten gibt es in der Burg, einfach, aber ansprechend ausgestattet und mit einem Flair behaftet, das eben kein normales Hotel bieten kann. Burgmanagerin Theresa Fischer, eine gelernte Hotel-Fachfrau, kümmert sich um die Beherbergung, demnächst bekommt sie noch Unterstützung von einer Teilzeitkraft.

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Bürgermeister Herbert Bauer in einem der acht ansprechenden Fremdenzimmer.

Bisher gab es schon einige Geburtstags- und Hochzeitsfeiern auf der Burg, die mit einer hochwertigen Küche punkten will. Man sieht sich aber nicht als Konkurrenz zur heimischen Gastronomie, ergänze diese vielmehr, betont zweiter Vorsitzender Gerhard Pöschl. Im Sommer will man dann auch die Außenbewirtung forcieren, denn „der Umsatz muss stimmen“, sagt Herbert Bauer, erster Vorsitzender der Freunde.

Insgesamt 150 Sitzplätze bieten der Rittersaal, der Kapitelsaal und die Wächterstube im zweiten Obergeschoss. Die Säle können auch für private Feiern gemietet werden. Im neuen Tagungszentrum direkt unterhalb der Burg finden noch einmal 140 Seminarteilnehmer Platz. „Für unsere Konzerte brauchen wir Künstler unter 4.000 Euro Gage, sonst rechnet sich das nicht“, weiß Herbert Bauer. Dieser Spagat sei natürlich nicht immer leicht.

Burgblick Falkenberg Kirche
Burgblick auf die Falkenberger Kirche.

Bilder: Fürst

Das Programm 2016 des Forums Falkenberg

Freitag, 19. Februar Der Leiter der Kreismusikschule Tirschenreuth, Jakob Schröder, spielt in einem Benefizkonzert Sonaten von Beethoven. Das Konzert findet im Kapitelsaal der Burg Falkenberg statt. Der Eintritt ist frei.

Mittwoch, 16. März Die Falkenberger Schülern der Kreismusikschule Tirschenreuth bekommen im Kapitelsaal die Gelegenheit zum Vorspiel vor Eltern, Verwandten und Freunden. Auch hier freier Eintritt.

Samstag, 19. März Eins der Veranstaltungshighlights: Das Wiedersehen mit der Band „DESAFINADO“. Die Jazz-Session des Ensembles um den Solisten Juri Smirnov, der schon mit Art Blakey und Oskar Peterson tourte, widmet sich den Ohrwürmern des Swing und Latin-Jazz. Karten zu 15 Euro bei allen Vorverkaufsstellen des NEUEN TAG und über NT-ticket.de, Restkarten an der Abendkasse.

Samstag, 2. April Das „Konzert in der Heimat“ der gebürtigen Falkenbergerin Raphaela Beer im Tagungszentrum der Burg Falkenberg ist Höhepunkt im Veranstaltungskalender. Die Musik der 25-jährigen PHELA zeichnet sich besonders durch poetische Texte aus, ihre Lieder handeln von Liebe aber auch von Vergänglichkeit und dem Neuanfangen. Begleitet wird Phela von ihrer Band. Es gibt noch wenige Karten zu 18 € bei allen Vorverkaufsstellen des NEUEN TAG und über NT-ticket.de.

Montag, 11. April Der Oberpfälzer Autor Max Stadler bringt Spannung mit seinen beiden Kriminal-Heimatromanen „Waidwund“ und „Waldverein“ in den Kapitelsaal der Burg Falkenberg.

Freitag, 15. April „Große“ Kinder erhalten die Gelegenheit den „Kleinen“ vorzulesen.

Samstag, 7. Mai und Sonntag, 8.Mai TAG DER OFFENEN TÜR. Allen Besuchern wird die neu renovierte Burg und das angeschlossene Tagungszentrum zur Besichtigung offen stehen.

Samstag, 28.Mai „OHRANGE“ aus Regensburg spielt auf der Burg Falkenberg. Den Ohrange Hauptkern bilden die beiden Seelenbrüder Basti & Manuel. Seit gut 8 Jahren bedeutet Ohrange nicht nur Musik, sondern auch Lebensgefühl und Leidenschaft. Ihre deutschsprachigen/bayerischen Texte transportieren sie mit einem musikalisch breit gefächertem SingerSongwriter/Liedermacher Sound, der nicht nur berieselt, sondern berührt und bewegt. Karten an der Abendkasse.

Samstag, 18. Juni Den vorläufigen Abschluss des Frühjahrsprogramms bildet ein Bierseminar. Erleben Sie eine Entdeckungsreise durch die Welt des Bieres unter fachfraulicher Begleitung. Die Kapelle „Karpfenmusik“sorgt für musikalische Untermalung. Karten zu 25€ an allen Vorverkaufsstellen von „Der Neue Tag“ und im Selbstausdruck über NT-ticket.de. Im Preis sind Bierproben, eine Maß Falkenberger Zoigl und eine kleine Brotzeit enthalten.

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