„Rassismus ist Alltag“: Bestseller-Autorin Alice Hasters im Interview

Weiden/Berlin. Die Schriftstellerin Alice Hasters ist eine Schwarze Frau. Ihre begegnet ständig Rassismus im Alltag. Wir haben sie interviewt während ihrer Lesetour Ihr Buch "Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten" stand über ein Jahr auf der Beststellerliste.

Alice Hasters regt bei ihrer Buchlesung im JuZ Weiden die Jugendlichen zum Denken an. Foto: OberpfalzECHO/David Trott

Alice Hasters kommt gerade von einer Lesung von Jugendlichen im Juz Weiden, abends liest sie in der Sünde. In ihrem Buch verquickt sie eigene sehr persönliche Erlebnisse als Schwarze Frau mit historischen Ereignissen. Es wird klar: Rassismus ist überall. Im Interview mit OberpfalzECHO erzählt sie mehr davon, auch über Rassismus auf dem Land.

Ich hoffe, dass es bei euch besser ist, aber es hört sich nicht so an.

Alice Hasters

Rassismus, so die geläufige Annahme, sei offener Hass und Verachtung, schreibt sie in ihrem Buch. Doch Rassismus geschehe nicht unbedingt in böser Absicht. Doch Rassismus sei so tief verankert, dass er oft unbewusst geschieht, „wie wenn eine Frau ihre Tasche umkrallt, sobald ich mich in der Bahn neben sie setze“, beschreibt Hasters ihre eigenen Erfahrungen.

„Unschuldige Unwissenheit“ hilft nicht

Solche Mikroaggressionen häuften sich täglich und würden in der Masse unerträglich. „Auch Ignoranz ist eine Form der Mikroaggression. Wer vermeidet, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, kann sich immer mit unschuldiger Unwissenheit herausreden“, schreibt sie.

Über Alice Hasters

Alice Hasters wurde 1989 in Köln geboren. Sie arbeitet und lebt als freie Autorin in Berlin. In München studierte sie Journalismus an der Ludwig-Maximilian-Universität und an der Deutschen Journalistenschule. Anschließend arbeitete Hasters u.a. für die Tagesschau und den RBB.

Das Buch von Alice Hasters. Bild: Hanserblau

Mittlerweile moderiert sie die Sendung „Einhundert — Stories mit Alice Hasters“ auf Deutschlandfunk Nova. Mit Maxi Häcke spricht sie im monatlichen Podcast „Feuer&Brot“ über Feminismus und Popkultur. Ihr erstes Buch „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen, aber wissen sollten“ stand über ein Jahr auf der Bestsellerliste. Für ihre Kommunikationsarbeit zum Thema Rassismus wurde sie 2020 vom Medium Magazin zur Kulturjournalistin des Jahres gewählt. (Quelle: Hanserblau)

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