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Umstrittene Kooperation

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Neuhaus/Windischeschenbach. Die Landräte Andreas Meier (Neustadt an der Waldnaab) und Wolfgang Lippert (Tirschenreuth) und Weidens Oberbürgermeister Kurt Seggewiß sind begeistert von der neuen Atemschutzübungsanlage, die bei Neuhaus entsteht. Diese Begeisterung teilen aber nicht alle Feuerwehren vor allem im nördlichen Bereich.

Von Udo Fürst

In einer großen Halle im Gewerbegebiet Neuhaus läuft derzeit der Bau einer neuen Katastrophenschutzeinsatzzentrale des Landkreises Neustadt an der Waldnaab. Ein Teilbereich der Halle dient einem ganz besonderen Zweck: Hier entsteht die gemeinsame Atemschutzübungsanlage der Landkreise Tirschenreuth, Neustadt an der Waldnaab und der Stadt Weiden.

Übungsanlage Atemschutzträger Feuerwehr Landrat OB Kreisbrandrat Richard Meier, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und die Landräte Andreas Meier und Wolfgang Lippert (v. li.) waren bei ihrem Besuch beeindruckt von der Atemschutzübungsanlage.

Halle in Wiesau?

Die Krux dabei: Nicht alle Feuerwehren aus dem Landkreis Tirschenreuth sind von der neuen Möglichkeit begeistert, pochen auf eine eigene Anlage oder wollen wie bisher die in Marktredwitz (Landkreis Wunsiedel) nutzen. Sie sehen darin eine Kosteneinsparung, weil sie kürzere Wege nach Marktredwitz haben und dort auch gleich ihre Geräte mit reinigen lassen können.

Auch einige Bürgermeister aus dem Landkreis Tirschenreuth plädieren für alternative Lösungen. Zum Beispiel schlägt Wiesaus Gemeindeoberhaupt Toni Dutz eine Halle in seinem Ort als Atemschutzstrecke vor. Er plädiert auch dafür, dass eine Pflegestation mit installiert wird. Es müssten aber zunächst die Kosten berechnet werden. Erst dann könne man eine Entscheidung fällen. „Wir brauchen klare Zahlen.“ Dutz bekräftigte:

Wir müssen für unsere Feuerwehren eine Top-Lösung finden mit einer Pflegestation am gleichen Ort.

Kürzlich führte Neustadts Kreisbrandrat Richard Meier und Landrat Andreas Meier Oberbürgermeister Kurt Seggewiß und Tirschenreuths Landrat Wolfgang Lippert durch die fast fertige gemeinsame Übungsanlage. Demnächst werden dort die etwa 1.600 Atemschutzträger der Feuerwehren aus den Landkreisen Tirschenreuth und Neustadt an der Waldnaab sowie der Stadt Weiden unter realistischen Bedingungen regelmäßig üben.

Atemschutz Übungsanlage Atemschutzträger Feuerwehr Landrat OB Komplett verdunkelt und verqualmt ist der Raum, durch den Übungsstrecke für die Atemschutzträger führt. Bild: Udo Fürst

Hoher Zuschuss

Im ersten Raum müssen die Feuerwehrler in kompletter Atemschutzmontur ihre körperliche Fitness auf Trainingsgeräten beweisen. Anschließend geht’s in einen komplett verdunkelten und verqualmten Raum auf die tatsächliche Übungsstrecke: Schikanen wie eine „heiße Tür“, Rollen im Boden, Hitzestrahler, flackernde Lichter, Kriechtunnel und vieles mehr sollen mögliche Szenarien in einem unbekannten brennenden Gebäude möglichst realistisch simulieren. Der aus zwei Personen bestehende Trupp wird dabei laufend durch einen Ausbilder im Kontrollraum kameraüberwacht.

Lippert und Seggewiß waren begeistert von der Anlage, die ein gelungenes Beispiel interkommunaler Zusammenarbeit sei. Die Anlage einschließlich Lüftung koste mit etwa 155.000 Euro deutlich weniger als die zunächst geschätzten 180.000 Euro. Durch die gemeinsame Anlage könne man einen Zuschuss von 90.000 Euro erwarten. Offiziell eingeweiht wird die Atemschutzübungsanlage im Juli. Danach werden zuerst die Ausbilder geschult und anschließend sind die ersten Übungen der Feuerwehren geplant.

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