Wasser, Strom, Kulturscheune: Es gibt viel zu diskutieren in Störnstein

Störnstein. Der Wasserpreis steigt wie in vielen anderen Gemeinden. Nicht allein wegen der stark gestiegenen Energiepreise, aber trotzdem. Die Erhöhung um etwa ein Drittel des bisherigen Preises fällt allerdings noch einigermaßen moderat aus.

Die Carports der Kulturscheune müssten vor dem Winter noch eingedeckt werden, damit die ganze Anlage keinen Schaden nimmt. Fraglich ist, ob die beauftragte Firma das heuer noch erledigt. Foto: Gabi Eichl

Der Kubikmeter Wasser kostet statt bisher 1,50 Euro von Januar 2023 an 2,03 Euro, die Grundgebühr steigt von den sehr niedrigen 18,50 auf 24 Euro, sie entspricht damit der Gebühr, die die meisten Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft ihren Bürgern aktuell in Rechnung stellen.

Große Investitionen Grund für die Erhöhung

Bürgermeister Markus Ludwig erklärt die Neukalkulation der Gebühren im Wesentlichen mit folgenden Investitionen:

  • Schachtsanierung (30.000 Euro)
  • Wasserleitungsbau Reiserdorf (395.000)
  • Druckerhöhung Reiserdorf (110.000)
  • Beteiligung an der Sanierung des Neustädter Hochbehälters (500.000)

Der FW-Sprecher Hubert Meiler hatte sich für eine stärkere Erhöhung der Grundgebühr starkgemacht, um die Gebührenerhöhung geringer ausfallen zu lassen, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Rund 140.000 Euro mehr für den Strom

Mit der Strom-Bündelausschreibung durch den Dienstleister Kubus hat die Gemeinde mehr Glück als andere in der Nähe. Denn im Gegensatz zu diesen hat Störnstein wenigstens ein Angebot bekommen, wie Ludwig dem Gemeinderat zur Kenntnis gibt. Die Kämmerei rechnet wegen der erhöhten Preise mit Mehrkosten von rund 140.000 Euro für die nächsten drei Jahre.

Kann die ZENO Stromlieferung übernehmen?

Meiler schlägt vor, künftig zu versuchen, über die regionale ZENO Strom zu beziehen. Ludwig weist darauf hin, dass man dann jedoch den Vertrag mit Kubus kündigen müsse, mit dem die Gemeinde in den vergangenen Jahren sehr gut gefahren sei. Die Verwaltung werde sich aber im Sinne Meilers kundig machen. Peter Fleischmann (CSU) gibt zu bedenken, dass ein regionaler Anbieter wie die ZENO vermutlich nicht ähnlich günstige Konditionen werde bieten können wie eine Bündelausschreibung über Kubus.

Straßenlampen nicht so einfach abzuschalten

Karlheinz Schreiner (FW) fragt, ob man zur Energieeinsparung teilweise Straßenlampen ausschalten könne. Laut Ludwig können nur ganze Straßenzüge vom Netz genommen werden, und auch das sei ein enormer Aufwand, sagt der Bürgermeister. Die ausgeschalteten Lampen müssten zum Beispiel gekennzeichnet werden. Johann Simon (SPD) macht sich stark für Schichtarbeitende und Rettungsdienste; diese hätten ein Recht auf ausreichende Beleuchtung auch zu nachtschlafender Zeit.

„Trauerspiel“ Kulturscheune noch nicht beendet

Und wieder Ärger mit der Kulturscheune, vielmehr mit den Carports vor dem Gebäude. Meiler fragt, ob das Dach noch vor Einbruch des Winters fertiggestellt werde. Der Bürgermeister spricht von einem „Trauerspiel“; der Architekt habe „erst heute wieder“ der beauftragten Firma eine Frist gesetzt. Meiler sagt, er bezweifle, dass es überhaupt noch möglich sei, das Dach angesichts der Witterung aufzubringen. Für diesen Fall müssten die Holzlatten aber wenigstens in einer geeigneten Weise geschützt werden, damit sie keinen Schaden nähmen.

„Kümmerin“ für Kulturscheune

Ludwig hat allerdings auch eine gute Nachricht in Sachen Kulturscheune: Elke Troppmann (SPD) wird als „Kümmerin“ der Kulturscheune künftig Ansprechpartnerin sein und regelmäßig nach dem Rechten sehen.

Weitere Vertreterin in Schulverbandsversammlung

In die Verbandsversammlung der Grundschule Neustadt/WN darf die Gemeinde neben dem Bürgermeister einen weiteren Vertreter schicken, da dauerhaft mehr als 50 Schüler aus der Gemeinde die Grundschule besuchen; aktuell sind es 62. Der Gemeinderat verständigt sich auf Elke Troppmann; Vertreterin ist Beate Gmeiner (CSU).

Feuerwehren auf Blackout vorbereitet

Fleischmann erkundigt sich nach eventuellen Vorgaben für Gemeinden für den Fall eines Blackouts. Nach Angaben Bürgermeister Ludwigs gibt es keinen Maßnahmenkatalog für Kommunen, wohl aber Vorgaben für Feuerwehren, und diesen entsprechend bereiteten sich beide Feuerwehren vor. Die örtlichen Feuerwehren sollten „Leuchttürme“ spielen für den Notfall, was bedeutet, dass für die Bevölkerung rund um die Uhr Ansprechpartner in den Feuerwehrhäusern vorzufinden seien.

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