„Schlupfwinkel“ wird zum Treff für jedes Alter

Letzau. Endlich. Der „Schlupfwinkel“ ist nicht mehr abhängig von Sonnenschein und trockenem Wetter. Ein großes, massives Gartenhaus eröffnet ganz neue Möglichkeiten in dem Naturgarten am Dorfrand, der sich zunehmend zu einem Treffpunkt entwickelt.

Zimmerer Christian Weidl-Haberkorn übergibt Beate Spickenreuther den Schlüssel für das neue Gartenhaus im „Schlupfwinkel“. Foto: Klaus Heimann

Einen Treffpunkt hatten die zwei Kinder- und Jugendbeauftragten der Gemeinde, Martina Heimann und Beate Spickenreuther, von Anfang an im Sinn, als sie vor Jahren auf die Idee kamen, den vollkommen verwilderten Garten am Ortsrand zusammen mit Kindern herzurichten. Von Beginn an unterstützt von der verstorbenen Bürgermeisterin Marianne Rauh entwickelte sich das Projekt langsam, aber stetig.

Inzwischen ist aus dem einst verwilderten Garten ein Naturgarten geworden, mit einer Vielzahl von Elementen, die zu einem guten Teil von Kindern eigenhändig gestaltet worden sind. Elemente, in die Kinder aus dem Dorf viel Zeit und Mühe investiert haben.

Finanziert vom Theaterverein und einem anonymen Spender

Das neue Gartenhaus haben der Theaterverein und ein anonymer Spender finanziert, dessen Namen Marianne Rauh mit ins Grab genommen hat. Gebaut wurde es von dem Letzauer Zimmerer Christian Weidl-Haberkorn, der es zusammen mit einigen Vätern aufgestellt hat. Dabei hat ein Kran den Lorenz-Schuller-Weg zerstört, den der Namensgeber während des Corona-Jahres 2020, damals noch ein Viertklässler, ganz allein gebaut hatte. Den Weg haben die Kinder aber inzwischen wieder hergestellt.

Das Regenwasser geht jetzt nicht mehr verloren

Durch das neue Haus haben die Schlupfwinkel-Kinder auch mehr Wasser in ihrem Garten – Regenwasser, das über die Dachrinnen in große Tonnen geleitet wird. Natürlich muss es dazu regnen, im Moment helfen auch die Tonnen nicht.

Die Vogelscheuchen in dem Naturgarten sind vor kurzem komplett neu eingekleidet worden. Foto: Gabi Eichl

Der Naturgarten ist im Prinzip ein großes Experimentierfeld, wie Spickenreuther und Heimann sagen. Die beiden Frauen treten nicht belehrend auf, sie besprechen vielleicht einmal mit den Kindern und Jugendlichen, warum etwa Brennnesseln so wertvoll sind, aber in erster Linie darf hier einfach gemacht und ausprobiert werden. Und Kinder, die hier erste Gartenerfahrungen gemacht haben, dürften als Erwachsene kaum einen Schottergarten anlegen.

Erwachsene helfende Hände sind jederzeit verfügbar

Der Garten wird nicht nur von der Gemeinde unterstützt, sondern auch von der Bevölkerung. Der Tisch und die Stühle für das Gartenhaus sind ebenso gestiftet worden wie eine Hollywoodschaukel. Und immer finden sich erwachsene helfende Hände, wenn solche benötigt werden, sei es beim Johannisfeuer, bei dem geplanten Betonrohr-Tunnel oder beim Nachrüsten und Ausbessern des großen Insektenhotels. Aber am liebsten versuchen die Kinder und Jugendlichen es erst allein.

Die Kinder- und Jugendbeauftragten Beate Spickenreuther (links) und Martina Heimann, die erst in der Bürgerversammlung wieder von allen Seiten für ihre Arbeit gelobt worden sind, sehen in dem neuen Gartenhaus eine Fülle neuer Möglichkeiten. Foto: Gabi Eichl

So wie sich der Garten mit den Jahren wandelt, wird er zunehmend zu einem Treffpunkt für andere Altersgruppen. Ältere Jugendliche können ihn ebenso nutzen wie Vereine. „Er soll für alle offen sein“, sagt Beate Spickenreuther. Und offen ist er tatsächlich, es gibt kein verschlossenes Tor. Nur für die Nutzung des Gartenhauses muss man sich den Schlüssel holen und bekommt dann einzig die Bitte mitgegeben, den Garten so zurückzulassen, wie man ihn vorgefunden hat.

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.