Kondrauer Produktionsverlagerung: Verhandlungen werden fortgesetzt

Betriebsrat und Geschäftsführung trafen sich vor der Einigungsstelle

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Kondrau/Waldsassen. Der Kondrauer Mineralbrunnen hat Ende März angekündigt, seine Produktion und Innenlogistik Anfang des Jahres 2020 nach Naila bei Bad Steben zu verlegen. Der Sitz des Familienunternehmens samt Verwaltung und dem Großteil der Arbeitsplätze bleibt in Waldsassen.

Kondrauer Verlagerung Waldsassen Naila

Wie geht es mit Kondrau weiter? Die Firma und der Betriebsrat treffen sich zu weiteren Gesprächen. Foto: Udo Fürst

Ziel sei, die Zukunft des Traditionsunternehmens langfristig zu sichern und Arbeitsplätze zu erhalten. „Leider gibt es sowohl aus betriebswirtschaftlicher Sicht als auch wegen zu geringer Quellressourcen keine Alternative zur Verlagerung der Produktion und Innenlogistik nach Naila“, heißt es in einer Pressemiteilung des Unternehmens.

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Gespräche werden fortgeführt

Gestern trafen sich der Betriebsrat und die Geschäftsführung von Kondrauer vor der Einigungsstelle. Einvernehmlich einigten sich die Parteien darauf, die konstruktiven Gespräche bei einem weiteren Treffen fortzusetzen. Der Vorsitzende Roland Lukas beraumte den neuen Termin voraussichtlich für den 17. Juli 2019 an.

„Wir freuen uns, dass heute im Rahmen der Einigungsstelle eine strukturierte und sachliche Diskussion mit dem Betriebsrat stattgefunden hat“, kommentiert Jonas Seidl, geschäftsführender Gesellschafter von Kondrauer, das Ergebnis. „Wir arbeiten nun gemeinsam an einer zeitnahen, einvernehmlichen Lösung, um unseren Mitarbeitern schnell Sicherheit zu geben und die Zukunft von uns allen bestmöglich zu gestalten.“

Zukunftssicherung für das Traditionsunternehmen

Grund für die Verlagerung der Produktion und Innenlogistik ist die wirtschaftliche Situation des Betriebes in Waldsassen, wo Investitionen in Höhe von fast 13 Millionen Euro anstehen, um den Betrieb dort fortzuführen. Diese können aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen 15 Jahre, in denen der Brunnen deutliche Verluste erlitten hat, nicht geleistet werden.

Außerdem kann im Quellenpark in Waldsassen nicht mehr dauerhaft ausreichend hochwertiges Mineralwasser für den Bedarf von Kondrauer gefördert werden. Mit der Verlagerung der Produktion und Innenlogistik nach Naila bei Bad Steben hat das Familienunternehmen eine wirtschaftlich tragfähige Lösung gefunden, um die Tradition von Kondrauer und viele Arbeitsplätze zu erhalten.

Mehr als vier Quellen zusammen

In Naila hat Kondrauer bereits vor 40 Jahren eine Produktionsgesellschaft gegründet und damit Zugang zu den äußerst ergiebigen Mineralwasserquellen erhalten. Allein eine der drei leistungsstärksten Quellen in Naila liefert mehr Wasser als alle vier Quellen des Kondrauer Quellenparks zusammen.

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