Gesundheit

2G plus-Regel im jüngsten Kurbad Bayerns

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Bad Neualbenreuth. Noch vor vier Wochen schienen die Freiheiten in den bayerischen Kurorten und Heilbädern ein Stück Normalität für Gäste aus Nah und Fern zu erlauben. Jetzt herrscht erneut im jüngsten Kurbad Bayerns eine Ausnahmesituation.

Seit Mittwoch ist die Badehalle und der Wellnessbereich im Sibyllenbad aufgrund neuer Vorgaben aus München nur noch nach der 2Gplus Regel nutzbar. Bild: Karina Bonenberger

Die Staatsregierung in München hatte am Dienstag beschlossen, dass in Freizeiteinrichtungen und damit auch Thermen und Bädern der Zutritt ab Mittwoch nur noch gemäß der 2G plus-Regel erlaubt ist. Auch Besucher mit dokumentiertem vollständigem Impfschutz oder Genesene brauchen, unabhängig von der lokalen Inzidenz, ergänzend zum Personalausweis nun einen tagesaktuellen negativen Corona-Testnachweis.

Für das Management im Sibyllenbad eine Entscheidung, die sich bereits nach der Kabinettsitzung am vergangenen Wochenende abzeichnete. Werkleiter Gerhard Geiger sieht angesichts der dramatischen Inzidenzentwicklungen im Freistaat und auch im Landkreis Tirschenreuth sowie den Situationen auf den Intensivstationen konsequente Vorgaben der Politik als nachvollziehbar und auch richtig an.

Bei Chlor hat der Virus keine Chance

„Seit Sommer 2020 ist aber auch bekannt, dass Chlor in den Becken und Saunatemperaturen über 60 Grad Celsius dem Virus keine Chance lassen, Bäder und Thermen waren nie Treiber der Pandemie in Deutschland."Während in den Hotspotbereichen mit einer Inzidenz über 1.000 wie in Niederbayern auch Thermen komplett schließen müssen, gilt ansonsten in der Branche in Bayern nun 2G plus. „Viele Gäste die zwei oder drei Impfungen - richtigerweise auch aus Solidarität - erhielten, schütteln aktuell nur noch den Kopf", weiß der Sibyllenbad-Chef aus Kundengesprächen.

Dass die Staatsregierung bei Diskothekenbesuchen Hürden aufbaut sei richtig, aber schmerzbehafteten Menschen nun auch noch den Besuch der Heilwasserbadelandschaft über die 2G Regel hinaus deutlich zu erschweren, könnten viele Gäste aus Nah und Fern kaum nachvollziehen. Auch über die Qualität der Tests wurde erst von heute auf morgen informiert. Waren bei 3Gplus vor wenigen Wochen noch hohe Anforderungen an den Selbsttest formuliert, genüge nun ein Schnelltest aus dem Discounter, der unter Aufsicht an der Badekasse zu machen ist.

Nur noch 25 Prozent der möglichen Kapazität

Aus Betreibersicht schmerzt eine weitere Vorgabe aus München. Die bayerischen Bäder dürfen nur noch 25 Prozent der möglichen Kapazität gleichzeitig den Zutritt erlauben. „Bei üblichen über 1.000 Gästen pro Tag zu dieser Jahreszeit sind wir, neben der Hürde der ergänzenden Tests, dann bei 120 Kunden gleichzeitig. Inwieweit der Betrieb, für ein letztlich durch Steuergelder subventioniertes Kurbad, dann noch vertretbar ist möchte der Diplom-Kaufmann erst in ein paar Tagen bewerten.

„Wir brauchen zunächst Fakten über das aktuelle Verhalten der Gäste um Weiteres entscheiden zu können", so Geiger, der aktuellen Gerüchten, die Bade- und Wellnesslandschaft würde Ende des Monats schließen, mit Nachdruck widerspricht. „Wir freuen uns über jeden Gast der regelkonform zu uns kommt", versichert der Sibyllenbad-Chef und verweist auch darauf, dass von der 2G plus Regel medizinische Leistungen ausdrücklich ausgenommen sind.

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