Edelkurtisane auf Plastikflamingo: „La Traviata remixed“ ab 1. Juli in Grafenwöhr

Grafenwöhr. Die bekannteste Oper der Welt wird neu aufgelegt. Das Opernfestival Oberpfalz präsentiert am 1.,2. und 3. Juli "La Traviata remixed" auf der Naturbühne Schönberg. Es wird gelacht, gefeiert, und gelitten- nicht nur für Opernfans, auch für Opernneulinge.

„Morgen wird es extrem“, kündigt künstlerischer Leiter Michael Konstantin aus dem Kreis Schwandorf an. Er meint jedoch noch nicht die Premiere der Oper „La Traviata remixed“ am 1. Juli, sondern die erste komplette Maske. Bis zu drei Stunden werden die Darstellerinnen und Darsteller geschminkt und die Perücken gerichtet.

Auf 90 Minuten gekürzt

Zum ersten Mal probt das Team auf der imposanten Felsenbühne Schönberg in Grafenwöhr, diesmal noch in Alltagskleidung. Vorher waren sie zwei Wochen im Kolpinghaus Grafenwöhr. Sie haben sich einer großen Herausforderung gestellt: Die wohl berühmteste Oper der Welt neu zu interpretieren. „La Traviata remixed“ liefert eine auf 90 Minuten gekürzte und moderne Version des Klassikers von Giuseppe Verdi nach einer Neufassung von Moritz Eggert und Jacopo Salvatori.

Violetta und Alfredo verlieben sich inmitten von Plastikflamingos, gespielt von Chrissa Maliamani und Ruihang Sun. Bild: Beate Luber
Violetta und Alfredo verlieben sich inmitten von Plastikflamingos, gespielt von Chrissa Maliamani und Ruihang Sun. Bild: Beate Luber
Die Proben zu
Die Proben zu „La Traviata“, rechts dirigiert Michael Konstantin, hier noch vor der Bühne, später auf der Bühne. Bild: Beate Luber
Proben zu
Proben zu „La Traviata Remixed“ in Grafenwöhr. Bild: Beate Luber
Proben zu
Proben zu „La Traviata Remixed“ in Grafenwöhr. Bild: Beate Luber
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Proben zu „La Traviata Remixed“ in Grafenwöhr. Bild: Beate Luber
Regisseurin Magdalena Weingut im Einsatz, während im Hintergrund noch letzte Bühnenarbeiten gemacht werden. Bild: Beate Luber
Regisseurin Magdalena Weingut im Einsatz, während im Hintergrund noch letzte Bühnenarbeiten gemacht werden. Bild: Beate Luber
Proben zu
Proben zu „La Traviata Remixed“ in Grafenwöhr. Bild: Beate Luber
Proben zu
Proben zu „La Traviata Remixed“ in Grafenwöhr. Bild: Beate Luber
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Proben zu „La Traviata Remixed“ in Grafenwöhr. Bild: Beate Luber
Violetta und Alfredo verlieben sich inmitten von Plastikflamingos, gespielt von Chrissa Maliamani und Ruihang Sun. Bild: Beate Luber
Die Proben zu
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Regisseurin Magdalena Weingut im Einsatz, während im Hintergrund noch letzte Bühnenarbeiten gemacht werden. Bild: Beate Luber
Proben zu
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Plastikflamingos in den Kulissen

Die Plastikflamingos und Sonnenstühle auf der Bühne deuten schonmal an, dass die Kulisse nicht viel mit dem Originalstoff aus dem 19. Jahrhundert zu tun hat. Die ausgelassene Gartenparty, die zu Beginn des Stücks spielt, könnte auch zu unserer Zeit stattfinden. Doch spätestens, wenn die professionellen Sängerinnen und Sänger anfangen, ihre Stimme zu erheben, fühlt es sich doch nach einer richtigen klassischen Oper an. Dabei ist die Musik von „La Traviata“ so berühmt, dass selbst Opernneulinge einige Passagen erkennen. Zum besseren Verständnis der Handlung werden die Übersetzungen der italienischen Texte auch auf Bildschirme neben der Bühne projiziert.

Bekannteste Oper der Welt neu au

Warum hat sich das Team vom Opernfestival Oberpfalz gerade „La Traviata“ für einen Remix ausgesucht? „Das ist einfach die bekannteste und berühmteste Oper. Die wollen wir neuen Hörern und einer möglichst breiten Bevölkerung präsentieren“, erklärt Michael Konstantin, der das Orchester dirigiert. Auch hier gibt es eine Innovation, die vielen Zuschauerinnen und Zuschauern gefallen wird. Die Musizierenden sind nicht wie in einer klassischen Oper zwischen Bühne und Publikum im Orchestergraben versenkt, sondern sitzen mit auf der Bühne für alle sichtbar.

Kein „armes Hascherl“

Auch die Handlung der Oper ist nicht altbacken, wie Regisseurin Magdalena Weingut aus Bad Kötzting betont. Die Hauptdarstellerin Violetta, gesungen von Sopranistin Chrissa Maliamani, sei eine todkranke Frau, die ihr Leben leidenschaftlich genießt. Sie sei kein „armes Hascherl“, wie sie vielleicht zu anderen Zeiten interpretiert wurde.

„Oh gioia!“

Die Edelkurtisane verliebt sich Alfredo, gesungen von Ruihang Sun. Die tragische Liebesgeschichte nimmt ihren Lauf. „Ich hoffe, dass die Leute am Ende weinend herausgehen, so wie ich auch jedes Mal, wenn ich die Oper sehe“, sagt Weingut. „Das ist hochemotional.“ Fasziniert zitiert sie die letzten Worte Violettas, bevor sie Tod niedersinkt: „Oh gioia!“, zu Deutsch: „Oh Wonne!“

Tickets und Infos

„La Traviata remixed“ spielt am 1. und 2. Juli, um 20.30 Uhr, sowie am 3. Juli, um 18 Uhr, auf Naturbühne Schönberg in Grafenwöhr Open-Air.

Am 15.,16. und 17. Juli spielt das Stück in der Segelfliegerhalle Cham.

Karten gibt es unter opernfestival-oberpfalz.de.

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