Holger Matthias Wilhelm: Ein Vollblut Regensburger bei „Dahoam is Dahoam“

Dachau/Windischeschenbach. Gestern hat uns das Familien-Reporterteam Gattaut bereits einen Tag hinter die Kulissen am Set von der bayerischen Kultserie „Dahoam is Dahoam“ miterleben lassen und Carina Dengler im Interview vorgestellt. Wie versprochen folgt heute der zweite Teil: Das Interview mit Holger Matthias Wilhelm. Er spielt in der Serie den Gregor Brunner.  

Von Peter Gattaut

Holger Matthias Wilhelm arbeitete zunächst in einem kaufmännischen Beruf. Er absolvierte aber von 2002 bis 2005 eine Schauspielausbildung an der Schauspielschule Regensburg. Im März 2005 legte er dort die Prüfung als Bühnendarsteller ab. Bereits während seiner Ausbildung konnte er schon wertvolle Bühnenerfahrung sammeln und das in Rollen, wie sie gegensätzlicher nicht sein könnten: So spielte er in der Schauspiel „Compagnia“ Regensburg die Rolle des Nationalsozialisten Ernst Ludwig in dem Musical „Cabaret“ und beim Jungen Schauspiel Ensemble München übernahm er die Rolle von Willi Graf in einem Theaterstück über die Widerstandsgruppe „Die weiße Rose“.

Noch vor Abschluss seiner Schauspielausbildung wurde er von dem Schauspieler und Luisenburg-Intendanten Michael Lerchenberg entdeckt, der Wilhelm daraufhin als Darsteller für die Luisenburg-Festspiele engagierte. Ab 2005 gehörte Wilhelm zum Ensemble der Luisenburg-Festspiele, dass er 2011 mit der Hauptrolle des „Anderl“ im „Holledauer Schimmel“ beendete, um sich voll und ganz auf seine neue Herausforderung zu konzentrieren.

Bereits 2010 übernahm er die Rolle des „Brunnerwirt“ Gregor Brunner, in der Serie „Dahoam is Dahoam“, der er bis heute mit Hingabe und Leidenschaft treu geblieben ist. 2015 war der gebürtige und wohnhafte Regensburger, zusammen mit seiner Frau Anna-Luisa Zimmermann, beim 25- jährigen Jubiläum des Regensburger Turmtheaters in der Sommerkomödie „Gatte gegrillt“ zu sehen. Die wegen ihrem großen Erfolg in diesem Sommer Wiederaufgenommen wird. Auch als Sänger und Musiker startet der sympathische Regensburger voll durch. Seiner Maxi-CD „Wiada dahoam“ folgte das Album „Jetzt oder nie“.

Interview mit Holger Matthias Wilhelm

Gattaut: Lieber Holger Matthias, wir haben uns ja bereits letztes Jahr bei unserem Interview mit „Haindling“ auf der Luisenburg in Wunsiedel getroffen. Ein Ort der dich immer magisch anzieht?

Holger Matthias Wilhelm: Ich habe hier eine wahnsinnig schöne Zeit gehabt. Auch wenn es vielleicht abgedroschen klingt, wer dort arbeitet wird Teil einer großen Familie. Außerdem lässt diese phantastische Bühne keine Wünsche offen. Mit und in der Natur zu sein, ist wie Balsam für die Seele.

Gattaut: Michael Lerchenberg ist mehr oder weniger dein Entdecker. Wie kam es dazu und was hast Du ihn zu verdanken?

Holger Matthias Wilhelm: Das war eine lustige Geschichte. Michael Lerchenberg war an die Schauspielschule Regensburg gekommen, um einen Jung-Darsteller für sein Theaterstück „Geierwally“ zu suchen. Mein Lehrer forderte mich auf beim Casting frischrasiert zu erscheinen. Beim Vorsprechen schlüpfte Lerchenberg spontan in die Rolle des Regisseurs und fing an mit mir an meinen Vorsprechmonologen zu arbeiten. Mit den Worten „Eigentlich hab ich etwas viel jüngeres gesucht, Zeit hab ich auch keine mehr und außerdem muss ich jetzt wieder los“, lies er mich einfach stehen. Das Rasieren hatte wohl nicht viel geholfen. (lacht) Doch einige Monate später holte mich Lerchenberg dann überraschend zum Luisenburg-Ensemble wo ich gleich für drei Stücke engagiert wurde. Im Gegensatz zur Schauspielschule, wo man eben nur eine Idee davon vermittelt bekommt „Wie es sein könnte“, hat mir die Zeit auf der Luisenburg und am Stadttheater Regensburg den Feinschliff verpasst und meiner Weiterentwicklung bekanntlich nicht geschadet. Dafür bin ich Michael Lerchenberg sehr dankbar.

Gattaut: Die bayerische Serie „Dahoam“ is Dahoam“ hat in Bayern schon lange Kultstatus erhalten, wie Stolz bist Du ein Teil dieser Besetzung zu sein?

Holger Matthias Wilhelm: Stolz ist nicht das richtige Wort dafür, ich bin glücklich in dieser Serie mitwirken zu dürfen. Für mich war es als Theaterschauspieler wie ein Sechser im Lotto. Und es war ein Lottogewinn auf Umwegen. Gecastet wurde ich als Dorfpolizist bei „Dahoam is Dahoam“ und war sogar unter den letzten beiden Bewerbern, den Job bekommen hatte damals aber ein Anderer. Was ich natürlich nicht wusste, Produzent Markus Schmidt-Märkl hatte mit mir schon andere Pläne: Ich sollte den Gregor Brunner spielen. Der große Erfolg der Serie ist schon sehr beeindruckend und macht mich einfach glücklich.

Gattaut: Über was kannst du dich so richtig aufregen?

Holger Matthias Wilhelm: Ich hasse Ungerechtigkeit. Da ich oft mit dem Helfersyndrom behaftet bin, mische ich mich gerne ein, wenn ich der Auffassung bin, dass jemand ungerecht behandelt wird. Ärgern kann ich mich auch über die fehlende emotionale Intelligenz mancher Menschen.

Gattaut: Wie oft kommst du noch in deine Heimatstadt Regensburg? Und wenn ja wo führt dich dein Weg da meistens hin?

Holger Matthias Wilhelm: Jeden Tag, da ich nach wie vor in Regensburg wohne. Ich habe zwar in Dachau eine kleine Wohnung, doch viel lieber bin ich abends zu Hause bei meiner Familie. Ich backe auch gerne „Churros“ und verkaufe diese mit eigenem Stand auf dem Regensburger Adventsmarkt. In Regensburg gefällt es mir besonders durch die Altstadt zu schlendern und das bunte Treiben zu genießen. Naja, und der Gang zum Biomarkt. (lacht)

Gattaut: Schick doch mal eine Botschaft in deine Heimat: Was willst du deinen Oberpfälzer Fans gerne mitteilen?

Holger Matthias Wilhelm: Peace, Love and Rock’n’Roll. Alles andere ergibt sich. Apropos Rock’n’Roll: Wer Lust auf gute Musik hat, kann gerne über die Homepage mein Konzertprogramm buchen. Ab 200 Konzertbesuchern bin ich dabei.

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