Morgen startet das neue Ausbildungsjahr

Weiden. Morgen starten weit über 4.200 junge Menschen aus der Oberpfalz ihre Ausbildung in den Berufen von Industrie, Handel und Dienstleistungen. Dennoch klagen viele Unternehmen in der Region über nicht besetzte Ausbildungsplätze.

In Weiden starten insgesamt 219 junge Leute eine Ausbildung in der Region. Im Landkreis Neustadt sind es 285 und in Tirschenreuth 193. Trotz der guten Zahlen: Bayernweit ist mehr als ein Viertel der Ausbildungsplätze nicht besetzt. In unserer Region sind laut Handwerkskammer noch 846 Lehrstellen unbesetzt – quer durch alle Berufssparten. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von 7,91 Prozent.

Der demografische Wandel und die Akademisierung setzen die berufliche Ausbildung unter Druck,

erklärt IHK-Ausbildungsberater Albert Meßmann. Die Unternehmen im Norden des IHK-Bezirks bekämen diese Trends stärker zu spüren als die im Süden. Auch bei den Branchen zeigen sich Unterschiede.

Asubildung Kücke Koch Gastronomie
Vor allem in der Gastronomie sind viele Ausbildungsstellen unbesetzt.

„Kaufmännische und technische In-Berufe finden in der Regel genügend Bewerber“, berichtet IHK-Experte Meßmann. Schwieriger hätten es Branchen wie die Lebensmittelindustrie oder die Gastronomie. Die meisten freien Stellen in der Oberpfalz gibt es für Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Elektroniker und Anlagenmechaniker für Sanitär-Heizungs- und Klimatechnik.

Duale Ausbildung bietet Karrierewege in der Region

„Wer eine duale Ausbildung im Handwerk beginnt, hat die Möglichkeit auf eine Top-Karriere – und zwar bei uns in der Region“, sagt Hans Schmidt, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. In der Oberpfalz gebe es viele erfolgreiche Handwerksbetriebe, die qualifizierte Mitarbeiter suchen und ihnen beste Perspektiven in ihrer Heimat bieten würden.

Die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe ist ungetrübt hoch,

weiß Schmidt. Dabei seien die Lehrstellen grundsätzlich für alle Zielgruppen offen. „Es spielt weder eine Rolle, ob jemand das Abitur oder den qualifizierenden Hauptschulabschluss hat, noch aus welchem Land er kommt. Wer sich für eine Handwerksausbildung interessiert und die nötigen Voraussetzungen wie handwerkliches Geschick, gute Umgangsformen und Teamfähigkeit mitbringt, hat gute Chancen auf einen passenden Ausbildungsplatz.“

Nicht nur Einser-Schüler

München, DEU, 19.08.2013Bäckerei Hoffmann.
Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres sind noch viele Lehrstellen unbesetzt – auch im Bäckerhandwerk.Bild: amh-online.de

Ähnlich sehen das auch die IHK-Ausbildungsberater. Sie raten kleineren Ausbildungsbetrieben im ländlichen Raum, die überdurchschnittlich vom Bewerbermangel betroffen sind, nicht nur Einser-Schüler im Blick zu haben. „Es gibt genügend junge Leute, die vielleicht nicht durch Einser im Zeugnis glänzen, aber in der Praxis überzeugen können“, betont Meßmann.

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Durch Praktika den richtigen Beruf finden

„Bei der großen Bandbreite an Berufen in unserer Region ist es für die Jugendlichen besonders wichtig, sich frühzeitig mit der eigenen beruflichen Neigung und Eignung auseinanderzusetzen“, weiß Schmidt. Gelegenheit dazu biete die vertiefte Berufsorientierung in den Bildungszentren der Handwerkskammer, aber auch Praktika in den Betrieben seien eine Option.

Hier sollten gleichzeitig die Unternehmen zeigen, wie attraktiv die Ausbildung bei ihnen ist.

Um junge Menschen mit Leistungs-, Verhaltens- oder Motivationsproblemen zu einer erfolgreichen Ausbildung zu verhelfen, gibt es für Unternehmen und Azubis auch seitens der IHK Unterstützung, etwa die Programme Ausbildungsbegleitenden Hilfen, Einstiegsqualifizierung und die Initiative VerA. Infos zu den Programmen unter gibt es hier.

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