Nach Tief Emmerlinde kommt Krawalltief Finja nach Bayern

Amberg/Weiden. Tief Emmerlinde hat sich ausgetobt, die Aufräumarbeiten laufen weiter. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für Donnerstagabend für das nördliche Bayern vor schweren Gewittern, Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Noch mal Glück gehabt: Die von Tief Emmerlinde gefällte Eiche lässt noch Platz für Radfahrer. Bild: Jürgen Herda

Das Wetter in Bayern lässt in den kommenden Tagen viel Sonne, in manchen Regionen auch kräftige Gewitter erwarten. „Es sind viele Einsatzkräfte unterwegs gewesen und sind auch noch unterwegs“, sagt ein Sprecher der Polizei.  Schäden vom Freitag an Dächern und Bäumen müssen behoben werden.

Vorsicht ist beim Passieren von Häusern angebracht, von denen immer noch Dachziegel herunterfallen können. Auch in Parks und Wäldern drohen Äste oder ganze Bäume abzubrechen oder umzustürzen. Dann kann es schon mal passieren, dass auf dem Lieblingsradweg urplötzlich eine vom Sturm gefällte Eiche den Weg blockiert – Glück hat, wenn der Baum noch eine Lücke zum Passieren lässt.

Superzellen und Tornados möglich

Ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes warnt vor neuer Unbill: „Am Montag zieht Krawalltief Finja von Südwest nach Nordost über Deutschland.“ Im Laufe des Tages bildeten sich kräftige Schauer und Gewitter, die flankiert von Saharastaub unwetterartig werden könnten.

Dabei drohen größerer Hagel und schwere Sturmböen, wenn nicht sogar schon wieder orkanartige Böen.“ Die Bildung von Superzellen seien vor allem in Baden-Württemberg und Bayern denkbar. „Auch die Tornadoparameter springen teilweise deutlich an. Im Nordosten und Norden bleibt die Lage bis zum Montagabend noch entspannt.“

Drei bestätigte Tornados in NRW

Schwere Unwetter mit mindestens drei Tornados haben über 40 Verletzte und Millionenschäden im Osten von Nordrhein-Westfalen hinterlassen. Am stärksten betroffen ist die Stadt Paderborn, in der nach Angaben der Polizei 43 Menschen verletzt worden sind. Einige darunter schwer, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) bestätigte am Samstag drei Tornadoverdachtsfälle. Demnach sind in Paderborn, Lippstadt und in Lütmarsen, einem Ortsteil der Stadt Höxter, Tornados aufgetreten. Es habe darüber hinaus noch weitere Tornado-Verdachtsmeldungen für Ratingen bei Düsseldorf und aus dem Sauerland gegeben, die aber noch weiter geprüft werden müssten.

Die drei bestätigten Tornados hätten sich in Zusammenhang mit besonders kräftigen Gewittern gebildet, erläuterte ein DWD-Sprecher. Sie seien kleinräumig aufgetreten. Zu den Windgeschwindigkeiten machte er noch keine Angaben. Es habe auch Niederschläge von teilweise 30 bis 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit während der Unwetter am Freitagnachmittag und -abend gegeben. An manchen Stellen ist nach Auskunft des DWD auch Hagel während der Unwetter niedergegangen.

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