Brüdertreffen in Floß: Insgesamt 357 Jahre auf dem Buckel

Floß. Alltäglich ist das gewiss nicht, doch das Flosser Amt kann einmal mehr einen kleinen, aber auch seltenen Rekord aufweisen. Aus der Großfamilie der Eheleute Paula und Josef Lehner (von 1948 bis 1959 Erster Bürgermeister) auf dem Judenberg, mit den elf Kindern, sechs Buben und fünf Mädchen, sind es heute noch sechs Geschwister, die sich untereinander bestens verstehen und die familiären Verbindungen nicht abreißen lassen.

357 Lebensjahre haben die Gebrüder Lehner Luk, Hans, Alfons und Fred (von links) aufzuweisen. Foto: Lehner.

Mindestens einmal im Jahr treffen sich die noch lebenden vier Brüder Hans, Fred, Luk und Alfons, tauschen alte Erinnerungen aus, interessieren sich, wie sich ihr Flosser Geburts- und Heimatort weiterentwickelt und besuchen die Gräber ihrer Eltern, Geschwister und nächsten Angehörige.

Erst in diesem Jahr ist Schwester Lotte, sie lebte mit ihrer Familie seit 1946 in Slowenien, im Alter von 97 Jahren verstorben. Vorher waren es die Schwestern Emmi und Hermine sowie Bruder Lothar, die verstarben. In Stuttgart /Baden-Württemberg haben Luk (89 Jahre), Rosa (86 Jahre) und Liesbeth (80 Jahre) seit vielen Jahrzehnten ihre feste zweite Heimat gefunden.

Zwei Brüder halten in Floß die Stellung

Mit seinen 95 Jahren verbringt Bruder Hans in Ingolstadt seinen wohlverdienten Lebensabend. Die Gebrüder Fred (90 Jahre) und Alfons (83 Jahre) halten in Floß die Stellung. In diesen Tagen trafen sich die Gebrüder Lehner, sie haben insgesamt 357 Lebensjahre auf dem Buckel, und wussten den ganzen Tag über viel zu erzählen. Immer wieder wurden alte Erinnerungen wachgerufen.

Es ist erstaunlich, dass die alten und auch schon untergegangenen Flosser Hausnamen und Geschäfte immer noch für Hans und Luk ein Begriff sind, obwohl sie schon Jahrzehnte nicht mehr in Floß wohnen.

Reise in die Vergangenheit

Frühere Stationen und Arbeitsstellen, auch die im Flosser Land, wurden angefahren und mit größtem Interesse bestaunt. Dazu gehörten Steinfrankenreuth, Gösen oder die Flosser Blendersmühle. Auch dem Ortsteil Plankenhammer, wo die Großeltern mütterlicherseits, Georg und Margarete Wirth, ihre feste Wohnung hatten, wurde ein Besuch abgestattet. Ein dickes Kompliment galt dem Flosser Bauverein für den Neubau des Zehn-Familien-Wohnhauses.

An Allerheiligen soll es wieder ein Treffen und einen gemeinsamen Gräberbesuch der Eltern und Geschwister auf dem katholischen Friedhof geben.

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