Heute noch die Helfer vor Ort bei Grenzstreitigkeiten

Neustadt/WN. Das Amt des Feldgeschworenen hat eine jahrhundertealte Tradition und ist nach wie vor trotz moderner Technik unverzichtbar. Landrat Andreas Meier hat jetzt verdiente Ehrenamtliche ausgezeichnet.

Feldgeschworene aus dem gesamten Landkreis, alle in Begleitung ihrer Heimatbürgermeister, sind für ihre jahrzehntelange Tätigkeit ausgezeichnet worden. Foto: Eichl

Es geht um Vertrauen. Die Männer – es sind immer noch fast ausschließlich Männer – im Ehrenamt des Feldgeschworenen müssen Vertrauen genießen, ohne das geht es nicht. Genau solche nun ausgezeichnet worden.

Die Vermessungstechnik arbeitet heute zwar in erster Linie mit modernster Elektronik, aber das überlieferte Wissen der Feldgeschworenen sei nach wie vor unverzichtbar, sind sich Landrat Andreas Meier und der Leitende Vermessungsdirektor Hermann Prölß einig.

Meier bezeichnet die Feldgeschworenen aus dem ganzen Landkreis, alle in Begleitung der Bürgermeister ihrer Heimatgemeinde, als „großartige verdiente Persönlichkeiten“. Männer, die das Vertrauen ihrer Mitbürger genössen als Grundlage ihrer jahrzehntelangen Arbeit.

„Wichtiger Teil der Eigentumssicherung“

Der bayerische Weg der Vermessungsverwaltung hat sich den Worten des Landrats zufolge bewährt; man sei vor Ort, in der Fläche präsent, und dazu gehörten die Feldgeschworenen. Ein Ehrenamt, das nicht hoch genug zu schätzen sei. Das über Generationen hinweg überlieferte Wissen der Feldgeschworenen helfe heute noch oft, Konflikte frühzeitig zu lösen.

Trotz höchst genauer Technik sei der Feldgeschworene weiterhin wichtiger Teil der Eigentumssicherung, unverzichtbar, wenn es um den Nachbarschaftsfrieden gehe. „Danke für Ihr großartiges Engagement“, sagt Meier.

In vergangenen Jahrhunderten sogar Richter

Der Vermessungsdirektor erinnert an die noch größere Bedeutung des Amtes in früheren Jahrhunderten. Kleinere Vergehen, auch außerhalb von Grenzstreitigkeiten, wurden damals von den Feldgeschworenen noch selbst verurteilt und geahndet.

Im 16. Jahrhundert waren denn auch folgende Charaktereigenschaften vorgeschrieben für das Amt: Nicht rachsüchtig durfte ein Feldgeschworener sein, kein Spieler, kein Säufer, kein Schwärmer, vielmehr ein ruhiger, gelassener, „bei jedem Streit gesetzter“ Mann musste es sein.

Feldgeschworene als Vorbilder im Ehrenamt

Auch heute noch könne nicht jeder Feldgeschworener werden, sagt Prölß. Er bestätigt, dass das Amt nach wie vor große Bedeutung habe, dass die Feldgeschworenen als Ansprechpartner vor Ort weiterhin bei vielen Grenzstreitigkeiten hilfreich zugegen seien.

Der Windischeschenbacher Bürgermeister Karlheinz Budnik spricht im Namen der versammelten Kollegen und stellt vor allem die Vorbildfunktion der verdienten Feldgeschworenen heraus.

Viele Jahrzehnte als Feldgeschworene im Amt

  • osef Striegl (Neukirchen St. Christoph / Georgenberg)
  • 50 Jahre: Albert Kick ( Faislbach, Gemeinde Georgenberg), Konrad Zitzmann, (Unterlind/Vohenstrauß).
  • 40 Jahre: Josef Halbig (Pirk), Karl Schieder (Hochdorf/Pirk), Ludwig Schwemmer (Vorbach)
  • 25 Jahre: Werner Puf (Miesbrunn, Gemeinde Pleystein), Heinz Helgert (Windischeschenbach), Albert Koppmann (Kaltenbrunn/Weiherhammer), Josef Lobenhofer (Kaltenbrunn), Alfred Gissibl (Moosbach), Gerhard und Karl List (Kohlberg), Anton Argauer (Bechtsrieth) und Johann Kraus (Heumaden/Moosbach).

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