Grafenwöhrer Marvin Heindl ist Europameister 

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Pressath/Grafenwöhr. Der Sommer lief für Deutschland aus sportlicher Sicht nicht optimal. Umso erfreulicher ist, dass ein Pressather Unternehmen nun einen echten Europameister beschäftigt.

Von Stefan Neidl

Georg Reithmayer Marvin Heindl aus Grafenwöhr Europameister Isoliermeister Pressath Bild Stefan Neidl

Georg Reithmayer ist stolz auf seinen Schützling. Marvin Heindl aus Grafenwöhr ist Europameister im Isolierhandwerk. Bild: Stefan Neidl

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Marvin Heindl, von der Firma Georg Reithmayer Isolierungen GmbH & Co. KG, konnte bei der „FESI Insulation Apprentice Championship“ im Rahmen der Leitmesse IEX – Insulation Expo Europe, gemeinsam mit seinem Partner Balázs Kis von der Firma F.K. Isoliermontage GmbH aus Ahorntal, tatsächlich den ersten Platz machen.

Kampf um EM-Titel

Die Teilnehmer aus Deutschland, Polen, Frankreich, Großbritannien, Irland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden hatten zuvor bereits die jeweiligen nationalen Wettbewerbe gewonnen und sich so für den Kampf um den EM-Titel qualifiziert.

Im Finale mussten sie dann über zwei Tage ein Lüftungsgestelldummy mit Mineralwolle und synthetischem Kautschuk dämmen. Einen zweiten Dummy mussten sie aus verschiedenen Rohrdimensionen und Formstücken mit Mineralwolle, synthetischem Kautschuk, PU-Schaum, Schaumglas und mit Blech ummanteln.

Arbeitgeber unterstützt Schützling

Georg Reithmayer, Inhaber der Georg Reithmayer Isolierungen GmbH & Co. KG, ist stolz auf seinen Mitarbeiter. Er stand seinem Schützling stets zur Seite und beantwortete ihm offene Fragen. Marvin Heindl stammt aus Grafenwöhr und ist seit August 2016 im Unternehmen. Seine Meisterprüfung hat er Mitte 2017 in Nürnberg abgelegt. Auf die Idee, den Beruf des Isolierhandwerkers zu erlernen, kam der 21-Jährige etwas ungewöhnlich. Ein Freund von ihm, der neben seiner jetzigen Arbeit wohnt, brachte ihn auf den Beruf.

Speziell für den Wettkampf bereiteten sich Balázs Kis und Marvin Heindl zwei Wochen lang an der Ausbildungsstätte in Nördlingen vor. Sie übten an verschiedenen Dummys und Formstücken.

Kurz vor Schluss geschafft

Stress und Euphorie wechselten sich im Wettkampf ab: „Mit meinem Partner war ich am ersten Tag gleich so gut dabei, dass wir schon mit der Ummantelung aus Blech beginnen konnten,“ so der Europameister aus Grafenwöhr. Am zweiten Tag hatten sie dann aber mit leichten Schwierigkeiten zu kämpfen. Obwohl es nicht mehr so gut funktioniert hatte, wie am Anfang, haben sich die beiden nicht unterkriegen lassen, auch wenn sie mit manchen Stoffen wenig Erfahrung hatten. „Am Ende haben wir es allerdings geschafft, 15 Minuten vor Schluss fertig zu werden.“

Nur das polnische Nationalteam und wir haben es geschafft die Dummys komplett fertig zu stellen.

Mit den anderen Teams gab es aufgrund der Sprachbarrieren keinen Kontakt. Ihnen war aber auch klar, dass auch diese ihr Handwerk verstanden. So konnte sich Marvin Heindl den ein oder anderen Kniff abschauen.

„Wir konnten es kaum glauben“

Für Marvin Heindl war die Europameisterschaft ein unvergessliches Erlebnis. Er räumte aber auch ein, doch anfangs nervös in den Wettbewerb gegangen zu sein, doch dies lies im Verlauf nach. „Wir wollten unbedingt gewinnen. Als es dann aber soweit war, konnten wir es kaum glauben“, erzählt der Europameister stolz.

Nachdem die Gewinner fest standen, gab es zur Feier des Tages für alle Teilnehmer, im obersten Stock des Kölner Sky Hochhauses, ein Vier-Gänge-Menü.

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