Ultramarathon: Manuel Palecki läuft 166 Kilometer um den Truppenübungsplatz

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Grafenwöhr/Hütten. Am Sonntagnachmittag arbeitete Manuel Palecki schon wieder in seinem Garten. Dass er fast 24 Stunden vorher einen Marathon gelaufen ist, sieht man ihm gar nicht an. Es war kein „herkömmlicher“ Marathon mit 42 Kilometern, sondern ein sogenannter Ultramarathon.

Manuel Palecki Hütten Ultramarathon Truppenübungsplatz

166 Kilometer in unter 19 Stunden – dieses Ziel hat sich der Hüttener Manuel Palecki für seinen Ultramarathon-Ersatz um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr gesetzt.

Ein Ultramarathon geht über die Strecke von 42,195 Kilometern hinaus. Der 30-jährige Sportler aus Hütten läuft seit über fünf Jahren solche Distanzen. Aktiv ist er fast jeden Tag, ob mit dem Fahrrad in die Arbeit nach Parkstein oder einfach mal ein 20 Kilometer-Lauf zwischendurch. Ganz schön viel Zeit, ob das zu Hause nicht Probleme gibt? „Meine Frau kennt mich nicht anders und unterstützt mich auch“, sagt Palecki und lacht. Jedes Jahr bereitet er sich auf verschiedene Ultramarathons vor.

Mitte September sollte heuer der Goldsteig-Ultra stattfinden. Die Strecke (160 Kilometer) sollte von Marktredwitz bis Neunburg vorm Wald führen. Doch wegen Corona wurde der Marathon kurzfristig abgesagt. „Nun hatte ich ein halbes Jahr darauf hintrainiert. Was tun?“, hat sich Manuel Palecki gefragt. Seine Antwort: Einfach selbst einen Lauf organisieren. Als Anregung hat er sich den 110. Geburtstag des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr genommen. „Der führt direkt an der Haustüre vorbei“, erzählt der Sportler.

Einmal rund um den Truppenübungsplatz sind es 83 Kilometer. Mit einer zweiten Runde kommt er auf 166 Kilometer, also etwas mehr als 100 Miles. Als Vorbereitung hat Palecki die Strecke mit dem Fahrrad abgefahren, um sie kennenzulernen.

Manuel Palecki Hütten Ultramarathon Truppenübungsplatz

Bei seinem Ultramarathon bekommt Manuel Palecki viel Unterstützung.

Ziel: 166 Kilometer in 18 Stunden

Freitagabend um 18 Uhr startet er los: Über Kaltenbrunn, Freihung, Vilseck nach Königstein. Dort durch den Wald nach Nitzlbuch, Auerbach Degelsdorf nach Altzirkendorf. Weiter nach Kirchenthumbach, Eschenbach, Grafenwöhr wieder nach Hütten. Danach die zweite Runde über dieselbe Strecke: „50 Prozent Straße, 30 Prozent Radwege und der Rest Schotterwege. Schwer ist sie eigentlich nicht, aber es waren trotzdem 1.500 Höhenmeter“.

Etwas zu schaffen hat ihm die Strecke von Degelsdorf nach Altzirkendorf gemacht, wo er mit dem Höhenunterschied doch so seine kleineren Probleme hatte. Und auch mit seinen Gedanken während des Laufes:

Jeder meint, sich selbst zu kennen. Aber wenn man über 18 Stunden mit sich alleine unterwegs ist, dann erst kennt man sich selbst. Da kommt man auf Gedanken ohne zu wissen, wo der überhaupt herkam.

erzählt der Sportler. Aber es gibt auch viele schöne Erinnerungen: Dazu zählt zum Beispiel der Sonnenaufgang und die Unterstützung, die er während seines Laufes erfährt. „Es war immer jemand dabei, ich war nie alleine“. Nach seiner ersten Runde hat er eine längere Pause im Hof eingelegt – dort haben ihn dann die Kameraden der Feuerwehr empfangen. Genauso als er am Ende ins Ziel gelaufen ist.

„Ich habe mir eine Zeit von unter 19 Stunden vorgenommen“ – Geschafft hat Manuel Palecki die 166 Kilometer in 18 Stunden 42 Minuten.

Warum läuft jemand einen Ultramarathon?!

Stolz ist er außerdem auf den Eintrag bei „Fastest Known Time“, einer Webseite, bei der Trailrunner ihre Strecken selbst eintragen können. Sein Dank gilt allen, die ihn unterstützt haben, von seinem Begleiter Markus, bis hin zur Feuerwehr Hütten und seinem Patenkind.

Auf die Frage, warum man so einen Lauf macht, muss Palecki lachen: „Die Frage kommt immer wieder, sie ist auch schwer zu erklären. Man fängt an zu laufen, immer mehr und immer weiter. Irgendwann liest man etwas über den Marathon, dann Ultramarathon. Ich bin ein Typ, der muss sowas dann auch probieren“.

Jetzt laufen schon die Vorbereitungen für nächstes Jahr. Und wer weiß, vielleicht sieht man Manuel Palecki 2021 noch einmal um den Truppenübungsplatz Grafenwöhr laufen.

Bilder: Jürgen Masching 

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