Kultur

Flossenbürg: Ein Turm zum Sehen, Hören, Erleben!

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Flossenbürg. "Sichtung IV" ist der Name einer neuen Attraktion in Flossenbürg. Was macht dieses Bauwerk zum Kunstwerk?

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Sichtung IV in Flossenbürg. Bild: Thomas Dashuber.
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Sichtung IV in Flossenbürg mit Blick auf die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Bild: Thomas Dashuber.
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Sichtung IV in Flossenbürg. Bild: Thomas Dashuber.
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Sichtung IV in Flossenbürg. Bild: Thomas Dashuber.
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Sichtung IV in Flossenbürg. Ein Blick ins Innere. Bild: Hildegard Rasthofer.

Die SICHTUNG IV ist eine temporäre künstlerische Installation, die als orts- und situationsspezifisches Werk bei jedem Aufbau als Objekt und Ereignis neu entsteht. Es kommt aus Unterammergau in die Nordoberpfalz

Ab Juni 2021: Jeder "Aufstieg" klingt anders!

Die Skulptur besteht aus 13 stählernen Kuben die jeweils um 90 Grad gedreht übereinander positioniert sind. Im Inneren führt eine Treppe mit insgesamt 156 Stufen über mehr als 30 Höhenmeter bis zur obersten Ebene, die als Plattform betreten werden kann. Zum Erleben von Raum, Material, Farbe und Licht kommt eine klangliche Wahrnehmung der Skulptur hinzu. Die stählernen Stufen biegen sich unter Belastung minimal und federn bei Entlastung in ihren Ausgangszustand zurück.

"Das Besteigen der unmerklich schwingenden Treppenstufen durch die Besucher:innen erzeugt Klänge", heißt es. Je nach Intensität der Bewegung, Vibration, Temperatur, Druck, Materialspannung und dem Standort der Besucher:innen innerhalb der Skulptur verändert sich der Klang. Jeder Besucher hinterlässt so ein ganz spezifisches Klangmuster. Die Außenwand der Skulptur ist wie die Stufe und Podeste aus rechtwinkligen Stahlscheiben gefertigt. In unterschiedlichen Tönen und Helligkeitsstufen changiert die natürliche Farbigkeit der metallenen Oberfläche zwischen silber, blau, grün, rot, orange, braun und schwarz. Die zwei Zentimeter starke Stahlhaut trägt zahlreiche Versehrungen und eine für das Material charakteristische Patina.

Zwei einander diagonal gegenüber liegende 48 Zentimeter breite Einschnitte vom Boden bis zur Decke geben in jeder Kube einen Blick nach draußen frei. Das einfallende Licht illuminiert Wände und Stufen – wechselnde Schatten und Umrisse werden im Tageslauf sichtbar.

Von Künstlerduo geschaffen

Gemeinsam mit dem 1965 in Haag in Oberbayern geborenen Metallbildhauer und Kunstschmiedemeister Christian Neumaier hat Hildegard Rasthofer die modulare Skulptur entworfen. Die 1967 im oberbayerischen Wartenberg geborene Architektin studierte an der Technischen Universität in München. Als Künstlerduo arbeiten Rasthofer und Neumaier interdisziplinär in den Feldern experimentelle Architektur und plastischskulpturale Gestaltung.

"Sichtung IV ist für uns die künstlerisch bislang komplexeste Stellung der Skulptur. Die Bedeutung Flossenbürgs als europäischer Erinnerungsort, die besondere geographische und topographische Lage, die Geschichte des Granits, das alles hat uns bei unseren Besuchen intensiv beschäftigt. Als Sichtung IV wird die Skulptur zum ersten Mal nicht exponiert auf einer freien Fläche zu sehen sein, sondern sich in der Landschaft verbergen", erklären die Erschafferinnen Hildegard Rasthofer und Christian Neumaier.

Sichtung IV soll ein Denkraum - kein Gedenkraum sein

"Wir befinden uns auf einem Areal, dem man seine Vergangenheit nicht auf den ersten Blick ansieht, das überall aber von Geschichte geprägt ist. Das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg wurde in den letzten sieben Jahrzehnten unterschiedlich nachgenutzt und damit schrittweise verändert und überformt. Die SICHTUNG IV ist eine Öffnung; sie erlaubt eine Annäherung an den Ort über diese Überformungen hinweg und eröffnet eine neue Räumlichkeit. Wir sehen den Ort Flossenbürg in einer wunderschönen Landschaft, mit einer Geschichte des Gedenkens und der Erinnerung. Wir wollen den Raum nicht okkupieren, sondern öffnen. Dafür gibt es kein passenderes Kunstwerk", fasst es Prof. Dr. Jörg Skriebeleit zusammen, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg.

"Die neue Ausstellung SICHTUNG IV ist ein durchaus markantes Zeichen auf Zeit im Ort Flossenbürg. Man kann den Ort von oben 'im Jetzt und Hier' betrachten, ohne dass sein Gedächtnis in Bezug auf die Vergangenheit und seine Verantwortung für die Zukunft vergessen wird", sagt Bürgermeister Thomas Meiler.

Seit 1. Juni hat die Ausstellung geöffnet.

Wo?
KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Steinbruchs, nahe Wurmsteinweg 7

Wann?
Öffnungszeiten täglich von 11.00 bis 18.00 Uhr, letzter Einlass 17.20 Uhr. Terminbuchung hier online.

Eintritt?
Zutritt ab 12 Jahren, Begehung kostenfrei

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