Tagebau „Schlemm“ wird auf zehn Hektar reaktiviert

Kohlberg. Der Tagebau „Schlemm“, der seit etwa 2006 ruht, wird wieder aufgenommen. Das war das Hauptthema der Gemeinderatssitzung in Kohlberg. Aktuell hat sich das Gelände zu einem Teil die Natur zurückerobert.

Bild: OberpfalzECHO/Kristine Mann.

Nun wird die Freihölser Sand GmbH & Co. KG vorerst nur die vorhandenen Reste des Tagesbaus abbauen. Der Gemeinderat hat keine Einwände gegen die neuen Pläne, im Gegenteil. Es soll in zwei Abschnitten abgebaut werden, bestimmte Bereiche des Geländes sind dem Natur- und Artenschutz vorbehalten. Von der etwas mehr als 17 Hektar großen Betriebsfläche verbleiben nicht ganz zehn Hektar für den Restabbau, der zunächst nur im Trockenabbau erfolgt.

Eine Erweiterung der Abbaufläche ist derzeit nicht vorgesehen, allerdings gibt es Überlegungen, künftig auch einen Nassabbau, eine Wiederverfüllung oder eine Erweiterung der Abbaufläche in nördliche Richtung zu beantragen.

Später vielleicht Freizeitfläche

Die Gemeindeverwaltung hebt in ihrer Stellungnahme zur vorliegenden Planung vor allem die Nachnutzung hervor. Man möchte vermeiden, dass sich das Gelände nach der Ausbeutung wie gehabt selbst überlassen bleibt und auf der belasteten Fläche keine höherwertige Nutzung mehr möglich ist.

Wünschenswert aus Sicht des Marktes sei aber eine Rekultivierung, zum Beispiel als Freizeit- und Erholungsfläche. Denkbar sei auch eine Verfüllung mit dem Zweck, später dort ein Gewerbegebiet zu schaffen.

Abbau auf korrekte rechtliche Grundlage

Bernhard Godelmann, Geschäftsführer der Freihölser Sand GmbH, erläutert den Gemeinderäten das Vorhaben. Man wolle den Abbau vor allem wieder auf eine korrekte rechtliche Grundlage stellen. Denn nach der Insolvenz der Voreigentümer sei keinerlei Hauptbetriebsplan mehr erstellt worden, was aber alle fünf bis sechs Jahre notwendig sei.

Das Gelände sei viele Jahre lang ungenutzt sich selbst überlassen gewesen, teilweise wurde auch zu tief gegraben und sogar Grundwasser aufgedeckt. Die Maschinen der Vorgänger habe man entsorgt, um Umweltschäden zu vermeiden. Den Restabbau wolle man nun fachmännisch und der Genehmigung entsprechend ausführen.

Etwa 20 Fahrten täglich

Die Abbaufläche ist den Worten Godelmanns zufolge ausreichend erschlossen, neue Zufahrtswege seien nicht notwendig. Die Gemeindeverwaltung rechnet am Tag mit etwa 20 Fahrten eines Muldenkippers zur Abfuhr des Materials.

Godelmann äußert sich im Gemeinderat nicht konkret zu einer Nachfolgenutzung. Dies sei von den Fachbehörden abhängig, sagte er. So sei auch noch nicht endgültig geklärt, ob künftig statt einer flächenhaften Erweiterung nicht doch im Nassabbau gearbeitet werden soll. Eine mögliche Nachnutzung solle aber in enger Abstimmung mit dem Markt erfolgen.

Kindergarten erwirtschaftet Überschuss

Aber auch noch andere Themen standen bei der Sitzung auf der Agenda. Der Kindergarten „Arche Noach“ hat ein Plus erwirtschaftet. Die Jahresrechnung für 2021, die der Kindergarten dem Gemeinderat vorlegt, schließt mit einem Überschuss von knapp 20.000 Euro. Pfarrer und Kirchenpfleger bitten darum, den Überschuss als Vorschuss für die nächste Abrechnung stehenzulassen. Der Gemeinderat war damit einverstanden.

Aus Rinderstall in Artesgrün wird Zimmerei

Sein Einverständnis erteilt der Gemeinderat der Bauvoranfrage auf Errichtung einer Werbeanlage und eines Auto-Abstellplatzes und den Weiterbetrieb eines Bürogebäudes auf der Falkenthalermühle. Es sollen dort Gebrauchtwagen ausgestellt werden, das kleine bestehende Gebäude soll sporadisch als Büro genutzt werden. Zugesichert ist, dass der vorhandene Baumbestand im Norden des Grundstücks, vorwiegend Stieleichen und Zitterpappeln, in vollem Umfang erhalten bleibt.

Ebenfalls keine Einwände hat der Gemeinderat gegen den geplanten Umbau eines Rinderstalls in Artesgrün in einen Zimmereibetrieb.

Kohlberg möchte auch einen Tante-M-Laden

Bürgermeister Gerhard List hat eine Reihe interessanter Mitteilungen. So hat sich der Markt für einen Tante-M-Laden wie in Parkstein beworben, was der Gemeinderat begrüßte.

Die Erneuerung des Steges auf dem Naturerlebnisweg ist abgeschlossen. List dankt Gemeinderat Manfred Häring (UPW/FW) für die gute Arbeit durch Berufsschulleute. Die Schaunistkästen und die Schautafel für die Insektenhotels sind bereits aufgestellt. Der Radwege-Abschnitt auf Kohlberger Gebiet wird laut List voraussichtlich von September an gebaut; die Begehung für die Rodung hat schon stattgefunden.

Biberschäden in Glaslohe sind behoben

Am Radweg hat sich laut List auch ein Biber eingenistet. Derzeit werde kontrolliert, wie groß der Bau sei und ob dieser schon unter den Radweg führe. Die Biberschäden in Glaslohe gegenüber dem gemeindeeigenen Badeweiher seien behoben worden, dadurch könne der Unterlieger seinen Weiher wieder gefahrlos nutzen.

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