Große Bankenfusion ist geplatzt: Jetzt sind es nur noch zwei

Neustadt/WN. Die große Bankenhochzeit in der Nordoberpfalz ist geplatzt. Die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG will weiter eigenständig bleiben.

In Neustadt/WN gibt es eine Filiale der Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß. Nur ein paar Häuser weiter unterhält auch die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eine Geschäftsstelle. Foto: Theo Kurtz

Kommt es in der nördlichen Oberpfalz bald schon zu einer großen Bankenhochzeit? Heuer im Juni hatten die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz, die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest und die Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß öffentlich mit Fusionsgedanken gespielt. „Wir stehen aber erst noch ganz am Anfang der Gespräche“, hieß es vor knapp vier Monaten in einer gemeinsamen Pressemitteilung der drei Genossenschaftsbanken.

Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest bleibt eigenständig

Jetzt fanden die Sondierungsgespräche der drei Geldhäuser statt. Fazit: Aus der großen Bankenfusion wird nichts. Die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest, mit ihren sechs Geschäftsstellen und einer Bilanzsumme von rund 591 Millionen Euro, hat entschieden, weiter eigenständig bleiben zu wollen.

Die Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz und die Raiffeisenbank Neustadt-Vohenstrauß halten hingegen an ihren „Hochzeitsplänen“ fest. Im Juni des kommenden Jahres werden die Vertreterversammlungen der beiden Institute endgültig darüber abstimmen.

Verschiedene Philosophien

Es waren keine betriebswirtschaftlichen Gründe, die die Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest hat ausscheren lassen. Ausschlaggebend waren „die zum Teil unterschiedliche Philosophien und Denkweisen in den einzelnen Häusern“, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der drei Bank-Vorstände. Man gehe nicht im Streit auseinander, sondern werde auch weiterhin gute nachbarschaftliche Beziehungen pflegen, betonen die Banker. So wollen alle drei zumindest im Bereich Ware ihre Kräfte bündeln.

Zwei Banken in einem Ort

In Orten wie Vohenstrauß, Erbendorf oder Neustadt/WN sind gleich zwei Banken mit einer Filiale vertreten und machen sich dort nicht nur bei den Finanzdienstleistungen, sondern auch beim wichtigen Warengeschäft gegenseitig massiv Konkurrenz. Auch das war ein Grund, über einen Zusammenschluss intensiver nachzudenken.

Hätten alle drei „Ja“ gesagt, wäre ein absolutes Geldhaus-Schwergewicht entstanden, mit 900 Mitarbeitern, einer Bilanzsumme von fünf Milliarden Euro und 45 Geschäftsstellen in den Landkreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth und der Stadt Weiden.

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.