Büchersommer 2022: Βίος και πολιτεία του Αλέξη Ζορμπά

Nordoberpfalz. Er ist eine der bemerkenswertesten Figuren der Weltliteratur, auch wenn die meisten bei "Alexis Sorbas" an das schöne griechische Restaurant um die Ecke denken. Damit ist man mit seinem Bauchgefühl gar nicht so weit weg vom Werk von Nikos Kazantzakis.

Was für ein schönes altes Buch. Foto: Ann-Marie Zell

Es war ein Flohmarktfund, der mich begeistert hat: die Geschichte von Alexis Sorbas, ein Roman, der nach Schweiß, Knoblauch, Meer, gegrilltem Fisch und Weite riecht, auch wenn mein Exemplar ob seiner Jahre etwas „hundelt“.

Nicht nur der Inhalt macht das Buch für mich also so interessant, sondern auch das Drumherum. An irgendeinem Wühltisch für 50 Cent erstanden hat das Buch alles, was ich so liebe: Charakter, Haptik, Patina und außerdem einen angenehmen Nebeneffekt: Zusätzlich wird einem durch den etwas altmodischen Schrifttyp auch noch eine Einheit Gehirnjogging untergejubelt. Aber das nur so am Rande.

Alexis Sorbas, Nikos Kazantzakis, Rowohlt Verlag

Denn trotzdem sollte der Inhalt im Mittelpunkt stehen und der kann sich sehen beziehungsweise lesen lassen. Das Werk ist eine Liebeserklärung vom Autor an seine Heimat Kreta – auch wenn ihm die diese nicht verziehen hat. Denn nur auf den ersten Blick ist dieser Alexis Sorbas ein tumber, ungebildeter Säufer, Tänzer, Schläger und Witwentröster. In Wirklichkeit ist er stark, lebensprall und seine einfache, erdgebundene Logik bringt auch sein hochgebildetes Gegenüber immer mehr ins Wanken.

Im Zentrum steht die Geschichte der Freundschaft zwischen dem Ich-Erzähler und Alexis Sorbas, zwischen einem von Selbstzweifeln geplagten, intellektuellen Verstandesmenschen und einem Lebenskünstler, der seinen Gefühlen und Instinkten vertraut und in völligem Einklang mit sich und der Welt lebt. Das klingt interessant – ist es auch.

And the Oscar goes to…

Michael Cacoyannis verfilmte das Werk bereits 1964 mit Anthony Quinn in der Hauptrolle. Der Film wurde 1965 für insgesamt sieben Oscars nominiert und erhielt drei davon – für die beste Nebendarstellerin, die beste Kamera und das beste Szenenbild. Auch Anthony Quinn war als bester Hauptdarsteller nominiert.

In unserer Reihe „Büchersommer 2022“ sind als Buchtipp bisher erschienen:

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