Büchersommer 2022: Eine Liebeserklärung an das Grundgesetz

Nordoberpfalz. Es muss nicht immer eine spannende Erzählung sein - auch ein Sachbuch kann unterhalten. Vor allem, wenn es aus der Feder von Heribert Prantl stammt.

Foto: Corina Ergenz

Was muss einen Papier-Junkie wie mich dazu bringen, ein Buch zu empfehlen, das es im Verlag nur noch als E-Book gibt? Genau, der Autor und der Inhalt. Für „Glanz und Elend der Grundrechte – Zwölf Sterne für das Grundgesetz“ bin ich bereit, in diesen sauren Apfel zu beißen. Denn so ziemlich alles, was von Heribert Prantl stammt, kann ich nur unterstützen. Deshalb ist seine Liebeserklärung an das Grundgesetz auch das erste Sachbuch, das ich hier mit voller Überzeugung empfehle.

Demokratie ist nicht irgendwann mal vom Himmel gefallen und dann für immer da. Demokratie muss man lernen. Immer wieder. Demokratie beginnt in der Schule, sie ist ein Lebensprinzip.

Einleitung „Glanz und Elend der Grundrechte – Zwölf Sterne für das Grundgesetz“

Eine echte moralische Instanz

Unser Oberpfälzer Landsmann ist kein Nörgler, sondern ein Mutmacher. Er ist gelernter Richter und Staatsanwalt, ein Vollblutjournalist mit ausgeprägtem juristischen und politischen Fachwissen. So schafft er es, komplexeste Sachverhalte mit saftigen Worten und Bildern für jedermann verständlich zu machen. Ohne Parteibindung ist er nur einem verbunden: dem gesunden Menschenverstand. Man würde ihn sich viel präsenter wünschen, aber man muss es mit Humor sehen: Er ist so gut, dass er in den gängigen Talkshowformaten nicht mehr eingeladen wird.

Heribert Prantl wurde 1953 in Nittenau (Landkreis Schwandorf) geboren. Er war von 1995 bis 2017 Leiter des Ressorts Innenpolitik und von 2018 bis 2019 Leiter des Ressorts Meinung der Süddeutschen Zeitung in München. Von 2011 bis 2019 war er dort auch Mitglied der Chefredaktion. Für seine Veröffentlichungen wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Geschwister-Scholl-Preis, dem Kurt-Tucholsky-Preis für literarische Publizistik und mit dem Erich-Fromm-Preis.

Sidekick: Das Grundgesetz als Magazin

Es war ein zufälliger Fund in der Bahnhofsbuchhandlung – der vollständige Text des Grundgesetzes in einem modernen Magazin-Layout, zeitgemäß und gut lesbar gestaltet. Hier gibt es weitere Infos dazu.

Zum Buch

Das Grundgesetz war der Motor für die geglückte Modernisierung der deutschen Gesellschaft. Doch von einem Stolz auf die Bürger- und Freiheitsrechte spürt man im politischen Alltag viel zu wenig, seitdem ein ungeschriebenes „Grundrecht auf Sicherheit“ zum Super-Grundrecht aufgestiegen ist. Das Bundesverfassungsgericht kümmert sich um die Grund- und Freiheitsrechte, Regierung und Bundestag kümmern sich um deren Einschränkung. Die Geborgenheit der Bürger im Rechtsstaat geht verloren. (Quelle: Verlagsgruppe Droemer Knaur)

In unserer Reihe „Büchersommer 2022“ sind als Buchtipp bisher erschienen:

Deine Meinung? Hier kommentieren!

* Diese Felder sind erforderlich.