Brandschützer im Kindergarten und Schule im Einsatz

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Altenstadt/WN. 30 Feuerwehrmänner und Frauen investierten Zeit und Muße, um sich in Altenstadt/WN als Brandschutzerzieher ausbilden zu lassen. Sie lernten worauf es bei der Brandschutzerziehung ankommt.

Brandschutzerzieher Altenstadt Feuerwehr NeustadtWN Wurz

Fachbereichsleiter Thomas Mathes stellte zusammen mit fünf Mitarbeitern der Fachbereichsleitung ein Grundseminar auf die Beine. Derzeit umfasst der „Fachbereich 9“ im Landkreis Neustadt/WN 90 Mitarbeiter. „Wir sind in Kindergarten, in Schulen, bei Vereinen und auch Firmen tätig“, erklärte Mathes. Geschultes Personal sei wichtig, die Arbeit der Brandschützer zeige bereits Wirkung: Statistiken zufolge seien Fälle von Kinderbrandstiftung und Rauch-Toten seit 2008 immer seltener. Das sei auch auf die Brandschutzerziehung zurückzuführen.

Allgemeine Verhaltensregeln, Unterrichtsmaterialien sowie Rechts- und Zuständigkeitsfragen behandelte Mathes gleich als erstes. Es sei wichtig sich an die Spielregeln zu halten. Über Unterrichtsmethoden für die Grundschule, berichtete Lehrerin Karin Lachnit. Sie gab einen Einblick in den Lehrplan der Grundschule. Fordern und fördern sei eine von vielen Möglichkeiten.

Brandschutzerzieher Altenstadt Feuerwehr NeustadtWN Wurz

„Wenn es qualmt, raucht und stinkt wird deutlich, welche Gefahr von Feuer und Rauch ausgeht“, sagt Markus Weinbeck.

Falscher Umgang mit Feuer ist gefährlich

Michaela Ertl aus dem Stadtfeuerwehrverband Weiden referierte zum praxisbezogenen Unterricht in Grund-und Mittelschule und zeigte dabei Vorgehensweisen, Vorarbeit und die Durchführung eines Sicherheitstages. Markus Weinbeck, Fachbereichsleiter des Bezirksfeuerwehrverbandes Oberpfalz und Standbrandinspektor (SBI) aus Regensburg, zeigte wie die Feuerwehr kindgerechte Versuche durchführen kann, um die Arbeit der Feuerwehr vorzustellen.

Versuche mit Feuer und Löschversuchen sind immer interessant, aber auch gefährlich“

so der Experte. Beispiele seien Ratestationen, an denen Kinder entscheiden, welches Material brennt oder nicht, beziehungsweise wie schnell. Sternewerfer können auch unter Wasser brennen, Magnesiumstreifen blitzen sehr grell, Legosteine rauchen und stinken beim Verbrennen und Stahlwolle lässt sich mit einer Batterie sehr schnell zum Glühen bringen. Dabei gibt es zwar viel zu beachten, aber: „Wenn es qualmt, raucht und stinkt wird deutlich, welche Gefahr von Feuer und Rauch ausgeht“, sagt Weinbeck.

Angelika Feige (Feuerwehr Etzenricht) und Claudia Beugler (Feuerwehr Pleystein) zeigten, wie sie einen Unterricht im Kindergarten gestalten. In den Workshops „Stationsausbildung“ lernten die Teilnehmer die Hilfsmittel zur Brandschutzerziehung kennen. Zum Beispiel den Notrufsimulator oder Hand- oder Fingerpuppen wie – liebevoll genannt – „Fix“. Mit diesen könne leicht verdeutlicht werden, wie gefährlich falscher Umgang mit Feuer sein kann.

Wie Brandschutzerziehung in Haupt- und Realschulen oder gar bei Vereinen oder in Firmen abläuft, erklärte Mathes im Anschluss und verwies auf vielerlei Broschüren und Infomaterialien. Räumungsübungen, Sicherheitstage oder Tag der offenen Türe nutze die Feuerwehr gerne, um auf eventuelle Sicherheitslücken in Schulen oder Betrieben hinzuweisen. Nicht zu vergessen sei Brandschutz bei Menschen mit Behinderungen.

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Drei Brandschutzkoffer für Lehre im Landkreis

Seit 1999 beschaffte sich der Landkreis bereits drei Brandschutzkoffer des Landesfeuerwehrverbandes Bayern mit Unterstützung der Bayerischen Versicherungskammer. Diese sind ständig bei den Feuerwehren im Landkreis im Einsatz: Mit dem Inventar, das 2017 auch mit Neuerungen bestückt worden ist, bringen die Brandschützer Kindergärten, Grundschulen und Erwachsenen alles Wichtige bei. In den Koffer gehören zum Beispiel Lern – und Malbücher, Hörspiele, Informationsmaterialien, Experimentiersortimente mit vielen Möglichkeiten, um sicheren Umgang bei Gefahrensituationen zu lernen.

Lösung für zu großes Rauchhaus?

„Das Rauchhaus der Versicherungskammer ist viel zu groß, zu überladen und für den Transport im eigenen Auto viel zu unhandlich“, so Mathes. Mit Discorauch wird in dem sperrigen Modellbau gezeigt, wie schnell sich Wohnungen und Haus mit Rauch füllen. Kleiner, einfacher und bezahlbarer würden sich die Feuerwehrler das Rauchhaus wünschen. Auf einer Messe in Dresden schien Mathes die Lösung für das Problem gefunden zu haben: einen Anbieter, der genau diese Anforderungen erfüllt.

Ob sich dieser durchsetzt, wird der Fachbereich jetzt klären. Beim Brandschutz-Seminar konnten die Teilnehmer das neue und große Rauchhaus ausgiebig testen. Dabei zeigten die Experten auch Vorgehensweisen bei einer Rettung und Reaktion von Rauchwarnmeldern (RWM). Top-Thema war auch die Rauchwarnmelder-Pflicht.

Brandschutzerzieher Altenstadt Feuerwehr NeustadtWN Wurz

Im Anschluss an eine Diskussionsrunde bestätigte Mathes allen die erfolgreiche Teilnahme: „Anregungen habt ihr nun genug – Macht ‚was draus!“ , so sein Schlusswort. Mathes dankte der Freiwilligen Feuerwehr Altenstadt/WN für die Überlassung des Unterrichtsraumes im Feuerwehrhaus. Er lobte Kommandant Gottfried Amschl und seine Helfer für die einwandfreie Versorgung aller Teilnehmer mit Essen und Getränken. Herzlichen Dank richtete der Lehrgangsleiter auch allen Helfern, Institutionen, Sponsoren, Firmen und dem Landratsamt aus, die Ausbildungsmaterialien, Lehrgangsunterlagen, USB-Sticks, Flyer und Kuchenspenden bereit gestellt hatten.

Kreisbrandmeister Alfons Huber als Vertreter der Kreisbrandinspektion überbrachte die Grüße für den entschuldigten Kreisbrandrat Marco Saller. Er verwies auf den sehr gut aufgestellten Fachbereich 9 (BE/BA). „Ihr macht eine wirklich tolle Arbeit“, lobte Huber. Er sagte weiterhin die Unterstützung des Kreisfeuerwehrverbands Neustadt/WN zu. „Nicht alle Regierungsbezirke bieten solche Seminare an, um Personal zu schulen“, dankte Weinbeck dem Antreiber Tom Mathes. Die Brandschutzerziehung in der Oberpfalz sei vielen anderen weit voraus.

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Volles Seminar zur Brandschutzerziehung/Brandschutzaufklärung. Fachbereichsleiter Thomas Mathes (links) freute sich mit Ausbildern, Referenten und Helfern über das große Interesse. Bild: Johann Adam

Teilnehmer beim 6. Grundseminar „Brandschutzerziehung:

  • Karin Argauer, Susanne Wirth, Feuerwehr Bechtsrieth
  • Reinhard Eckert, Feuerwehr Schirmitz
  • Maria Frischholz, Judith Götz, Alexandra Janker, Kerstin Zetzl, Bernhard Götz alle Feuerwehr Neudorf bei Georgenberg
  • Sebastian Meier, Feuerwehr Luhe
  • Jasmin Prawda, Feuerwehr Luhe- Wildenau
  • Alexander Fischer, Celine Speth, Stephanie und Gerald Wölfl, Feuerwehr Kaltenbrunn
  • Thobias Theobald, Matthias Ay, Timo Krauß, Nadine Dütsch, Laura Janner, Kristina Rottenberg, Anita Lorenz, Magdalena Peyerl, Feuerwehr Mantel
  • Felicitas Leipold, Lena Schreglmann, Feuerwehr Kirchenthumbach
  • Stefan Schedl, Thomas Reis, Feuerwehr Speinshart
  • Michaela Schnupfhagn, Lukas Sauer, Feuerwehr Burgtreswitz
  • Maximilian Grahl, Feuerwehr Hütten

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Thomas Mathes (8 )/Johann Adam (1) 

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