Blitzmarathon: Doppelt so viele Raser wie im Vorjahr

Weiden. Erschreckend: Beim Blitzmarathon am vergangenen Donnerstag stellte die Polizei weit mehr als doppelt so viele Verstöße fest wie im vergangenen Jahr.

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Beim Blitzmarathon der Polizei am vergangenen Freitag wurden mehr als doppelt so viele Verstöße wie im vergangenen Jahre festgestellt. Foto: Polizei

Für viele Autofahrer spielen die hohen Spritpreise scheinbar keine Rolle. Obwohl jede Fahrt zur Tankstelle mittlerweile jedem Normalverdiener fast körperliche Schmerzen bereiten müsste und der „Bleifuß“ auf dem Gaspedal eigentlich der Vergangenheit angehören sollte, wird weiter fröhlich gerast auf den Landstraßen in der Oberpfalz.

Dieser Eindruck jedenfalls drängt sich auf, wenn man das Resümee der Polizei zum Blitzmarathon 2022 liest. 620 Verkehrsteilnehmer mussten wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen beanstandet werden – gegenüber 256 im vergangenen Jahr.

21,7 Prozent mehr Unfälle

In der Oberpfalz gehören überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit zu den Hauptursachen für schwere Verkehrsunfälle. Insgesamt wurden im Regierungsbezirk im Jahr 2021 961 Verkehrsunfälle registriert, bei denen überhöhte und nicht angepasste Geschwindigkeit unfallursächlich war. Gegenüber dem Jahr 2020 ein Anstieg um 21,7 Prozent (790 Verkehrsunfälle).

Mit dem Blitzmarathon sollte deshalb das Bewusstsein der Verkehrsteilnehmer für die Unfallgefahr durch zu hohe Geschwindigkeiten geschärft werden. Das Polizeipräsidium Oberpfalz beteiligte sich ebenfalls an der Aktion, die vom vergangenen Donnerstag bis zum Freitag 24 Stunden andauerte.

620 Verkehrsteilnehmer geblitzt

In der Oberpfalz wurde während des Blitzmarathons die Geschwindigkeit von insgesamt 21.963 Fahrzeugen an den vorher öffentlich angekündigten Messstellen gemessen. Trotzdem mussten 620 Auto- und Motorradfahrer/innen wegen zu hohem Tempo beanstandet werden. Ein trauriger Höchstwert ergab sich im Bereich Arnschwang. Hier wurde der Fahrer eines Pkw nach Abzug der Toleranz mit 153 statt der erlaubten 100 Stundenkilometer gemessen. Ihn erwartet nun ein Bußgeld in Höhe von 480 Euro, zwei Punkte und ein Monat Fahrverbot.

Quasi nebenbei wurden von den am Aktionstag eingesetzten 153 Polizeibeamtinnen und –beamten neben Geschwindigkeitsüberschreitungen noch 20 weitere Verstöße wie das unerlaubte Nutzen eines Mobiltelefons während der Fahrt festgestellt.

Polizei überwacht weiter

Die Oberpfälzer Polizei wird auch weiterhin die Geschwindigkeitsüberwachung als zentrales Element der Verkehrssicherheitsarbeit im Fokus behalten. An insgesamt 96 Messstellen in der Oberpfalz, deren Örtlichkeiten vorab im Internet veröffentlicht worden waren, wurde die gefahrene Geschwindigkeit mit verschiedenen Messgeräten überwacht. An einzelnen Messstellen wurden die Fahrzeugführer unmittelbar angehalten und kontrolliert und im Gespräch für die Problematik sensibilisiert.

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