Volles Haus beim Frauenfrühstück 

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Altenstadt/WN. Auch in diesem Jahr fand, traditionell um den Weltfrauentag herum das Frauenfrühstück von Landtagsabgeordneter Annette Karl in der dWirtschaft in Altenstadt/WN. statt. Fast 90 Frauen meldeten sich im Vorfeld zu der Veranstaltung an, die in diesem Jahr das Thema „Arbeitsmarktpolitik für Frauen“ hatte.Frauenfrühstück Annette Kar MdL

Nachdem sich die Frauen an dem, wie jedes Jahr sehr reichhaltigen und leckeren Frühstück bedient hatten, begrüßte MdL Annette Karl alle Gäste seht herzlich. Die Landtagsabgeordnete stellte zuerst die Frage, „Warum es eine Arbeitsmarkpolitik speziell für Frauen braucht“ und gab zugleich zur Antwort, dass „Frauen – im Gegensatz zu Männern – einfach andere Ansprüche an ihren Beruf stellen.“ Es sei Aufgabe der Politik, „diese Ansprüche mit in die Arbeitsmarktpolitik einzuflechten, umso mehr Fachkräfteressourcen heben zu können“, so Karl.

Karl fordert kostenfreie Kinderbetreuung

Daneben stellte die Abgeordnete fest, dass es für Frauen entmutigend sei, bei gleicher Arbeit schlechter bezahlt zu werden als Männer. Ebenso forderte Karl eine Aufwertung und höhere Wertschätzung von frauentypischen Berufen. Dabei handelt es sich häufig um Pflegeberufe oder auch Sekretariatsaufgaben. Im weiteren Verlauf sprach Karl Themen an, wie „Teilzeitfalle“, „Rentenarmut“, die häufig Frauen betrifft und sowie den Dauerbrenner „Kinderbetreuung“. Gleichzeitig forderte sie, dass Frauen eine echte Wahlfreiheit brauchen, wenn sie zum Beispiel trotz Nachwuchs arbeiten gehen möchten. Die Schlussfolgerung sei, so Karl, „eine komplett kostenfreie Kinderbetreuung“.

Abschließend betonte die Mandatsträgerin, dass die SPD schon vor 100 Jahren, mit dem Kampf für das Frauenwahlrecht viel zum gesellschaftlichen Fortschritt bei getragen habe und es jetzt gelte weiterzumachen. Mit diesen Worten über gab die wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion das Wort an ihren Gast Angelika Weikert, MdL.

Diese konnte, in ihrer Funktion als arbeitsmarktpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion, das Thema „Arbeitsmarkpolitik für Frauen“ eingehend und informativ vertiefen. Die ehemalige Gewerkschaftssekretärin mahnte, dass die Geschlechterrollen auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor „zementiert sind, obwohl Frauen, was die Bildungsabschlüsse angeht, mittlerweile gleichauf mit den Männern sind.“ Dennoch zeichnet sich dieser Trend immer noch nicht in der Arbeitswelt ab. Im Gegenteil, Frauen kämpfen hier immer noch mit schlechterer Bezahlung.

Entgelttransparenzgesetz erster Schritt zu mehr Gleichheit

„Die Frauen sind doch selber schuld, dass sie weniger verdienen. Sie hätten doch bloß was Gescheites lernen brauchen“, lautet dann oft der Vorwurf, so die Nürnberger Abgeordnete. Daher lobte Weikert das auf Bundesebene beschlossene Entgelttransparenzgesetz, als einen ersten Schritt diese Ungleichheit zu beseitigen. Im gleichen Atemzug verwies sie darauf, dass der „Niedriglohnsektor weiblich ist, ebenso wie die Teilzeit – und Mehrfachbeschäftigung.“

Sie mahnte, dass in diesen Fällen – ohne staatliche Transferleistungen – keine Familiengründung möglich sei. Des Weiteren sei die Altersarmut für Frauen damit vorprogrammiert. Die Abgeordnete ging auch auf die immer stärker fehlende Tarifbindung bei Beschäftigungsverhältnissen ein und lobte die Einführung des Mindestlohns, „der vor allem Frauen zu Gute gekommen ist.“

Nach dem Impulsreferat von Angelika Weikert gab es für die anwesenden Frauen noch die Möglichkeit zur Diskussion. Wobei Karl und Weikert, als wirtschaftspolitische und arbeitsmarktpolitische Expertinnen, auf Fragen zum bedingungslosen Grundeinkommen und der Langzeitarbeitslosigkeit eingingen.

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