Größte Mittelalterbaustelle Europas entsteht in Bärnau

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Bärnau. Am Feiertag Christi Himmelfahrt fällt mit dem Spatenstich für die Reisestation Karl IV der Startschuss für eine der größten Mittelalterbaustellen in Europa, deren Bauzeit auf etwa 20 Jahre angelegt sein wird. Die Ausmaße sind beeindruckend: 30 mal 40 Meter groß, zwei Meter breite Stadtmauern mit Wehrgang, Torwächterhaus, Pallas, Gesindehäusern und Kapelle. Mit dieser archäologischen Dauerbaustelle erhält der Geschichtspark Bärnau – Tachov eine weitere Attraktion.Geschichtspark Bayern Böhmen Bärnau Baustelle

Nachdem in den vergangenen Monaten mit dem Bau des mittelalterlichen Sägewerks, dem Reißboden für die Zimmermannsleute, dem Steinmetzunterstand und dem Gebäude des Kalkbrennofens die Infrastruktur errichtet wurde, geht es an die eigentliche Baustelle. Am Wochenende „Lebendiges Mittelalter“ soll nun authentisch der Spatenstich für den Erdaushub der Anlage erfolgen, mit Holzspaten, Handkarren und Mörtelwannen, die von Schreinermeister Horst Schafferhans eigens angefertigt wurden.

An Christi Himmelfahrt um 14 Uhr startet der Spatenstich mit Erdaushub, bereits in den kommenden Wochen werden die ersten Grundmauern der Anlage folgen. Der Erdaushub ist zunächst für den Bereich des Gesindehauses und des Torwächterhauses mit der Verbindungsmauer geplant.

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Helfer willkommenGeschichtspark Bayern Böhmen Bärnau Baustelle

Die Reisestation als archäologische Dauerbaustelle ist der praktische Teil für kontinuierliches Lernen bei der Anwendung archäologischer und historischer Erkenntnisse im Rahmen des aus Interregmitteln der Europäischen Union geförderten Projekts „ArchaeoCentrum Bayern – Böhmen – gemeinsamen Kulturraum bewahren und vermitteln“. Mit den Universitäten Bamberg, Pilsen und Prag haben die Verantwortlichen des Vereins „Via Carolina – Goldene Straße e.V.“ kompetente Partner an der Hand, Studenten aus allen drei Universitäten werden von den Erkenntnissen der kommenden Jahrzehnte profitieren.

Steinmetzmeister Armin Troppmann hat in den vergangenen Monaten eine Vielzahl an Steinen gespalten und für eine Weiternutzung als Mauerwerk bearbeitet. Mit Mitteln der damaligen Zeit wird das Material nun zum Ort der Nutzung verbracht. In einem eigenen Kalkbrennofen wird die Grundlage für den Mörtel geschaffen, Schritt für Schritt muss auf der Baustelle geplant und umgesetzt werden. Das wachsende Handwerkerteam aus tschechischen und deutschen Handwerkern wird ergänzt durch ehrenamtliche Helfer und Handwerker. Für Hand- und Spanndienste sind auch alle nicht handwerklich geübten Helfer willkommen.

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