Hartl-Ära endet: Kommandant gibt Stab ab

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Luhe-Wildenau/Oberwildenau. Nach zwölf Jahren an der Spitze der Oberwildenauer Feuerwehr gab Kreisbrandmeister Sebastian Hartl den Stab des Kommandanten an seinen bisherigen Stellvertreter Manuel Scheidler weiter.

Von Hans Meißner

Kommandant Feuerwehr Oberwildenau Stellvertreter Christoph Ammer, Manuel Scheidler, Kreisbrandmeister Sebastian Hartl

Die Feuerwehr Oberwildenau hat nach zwölf Jahren einen neuen Kommandaten. Von links: Stellvertreter Christoph Ammer, neuer Kommandant Manuel Scheidler, Kreisbrandmeister Sebastian Hartl.

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Die Dienstversammlung mit Wahl des Kommandanten und Stellvertreters der Feuerwehr Oberwildenau lockte 42 aktive Feuerwehrkameraden ins Gerätehaus. In Anwesenheit der Landkreis Feuerwehrführung mit Kreisbrandrat (KBR) Marco Saller und Kreisbrandinspektor (KBI), sowie allen drei Bürgermeistern und Ehrenkommandant Josef Lorenz und Vorsitzendem Josef Kres legte Sebastian Hartl zum letzten Mal seinen Jahresbericht für das Jahr 2018 vor. Seit einem Jahr sind 15 Kinder in der Kindergruppe organisiert, bemerkenswert sei der Mädchenanteil mit sechs jungen Frauen von zwölf Jugendlichen. „Bei uns haben wir mit Frauenquote kein Problem“, so Hartl.

Drei Jugendliche konnten im vergangenen Jahr in die aktive Wehr überführt werden, hinzu kommen noch sechs Neuaufnahmen. Mit ihnen seien derzeit 60 Aktive in der Oberwildenauer Wehr. Mit einem Frauenanteil von elf Frauen sei die Feuerwehr sehr gut aufgestellt, so der scheidende Kommandant.

2018 ein Spitzenjahr für Feuerwehr Oberwildenau

101 Einsätze absolvierten die Feuerwehrkameraden aus Oberwildenau – dafür 2019 noch keinen einzigen. Bemerkenswert, wie Hartl fand. „Stolz können auf unsere überdurchschnittliche Alarmstärke sein“, so Hartl. Allein die Betriebe würden schon 22 Einsatzkräfte für Einsätze freistellen, dem gebühre Lob und Anerkennung.

Wer gute Einsätze fahren will, müsse auch gut geschult sein: Die Oberwildenauer Kameraden besuchten insgesamt 14 Lehrgänge. 27 Kameraden absolvierten ein Leistungsabzeichen. Auch um die Brandschutzerziehung an Schulen und Kindergärten bemühte sich die Wehr, schließlich könne man nicht früh genug damit beginnen. Die guten Kontakte zur THW Ortsgruppe Weiden vertiefen die Oberwildenauer bei einer Sandfüllaktion noch weiter.

Der persönliche Höhepunkt für Hartl im vergangenen Jahr war der 1. Platz beim Ostbayerischen Feuerwehrpreis. „So ein Preis fällt einen nicht in den Schoß, das steckt viel Arbeit und Einsatz aller Kameraden dahinter, wir können alle stolz darauf sein“, lobte Hartl. Nach zwölf Jahren an der Spitze der Oberwildenau aktiven Wehr sei nun die Zeit „Danke“ zu sagen und die Geschäfte in neue Hände zu geben: „Ihr habt mich stets unterstützt und es hat Spaß gemacht euch vorzustehen. Unterstützt meinen Nachfolger genauso wie mich“, so Hartls Bitte an seine Kameraden.

Hartl-Ära endet nach zwölf Jahren

Harald Seiffert überreichte Hartl die Ärmelabzeichen zum 40-jährigen Jubiläum in der aktiven Wehr. Bürgermeister Dr. Karl-Heinz Preißer oblag es die Wahl des neuen Kommandanten einzuleiten, wobei ihn Geschäftstellenleiter Michael Gräf und KBI Martin List unterstützten. Einziger Kandidat zur Wahl des Kommandanten war Manuel Scheidler, bisheriger Stellvertreter Hartls. Mit 37 Ja-Stimmen wurde Scheidler mit großer Mehrheit auf die Amtszeit auf sechs Jahre gewählt.

Auch bei der Wahl des Stellvertreters gab es nur einen Vorschlag: Christoph Ammer erhielt 37 Ja-Stimmen. Beide nahmen die Wahl an. Im Laufe des Jahres soll ein weiterer Stellvertreter gewählt werden. KBR Marco Saller, selbst aktives Mitglied er der Oberwildenau Wehr, gratulierte den neuen Führungskräften. Die sehr guten Wahlergebnisse seien der Beweis für das große Vertrauen, dass die Aktiven in ihre künftigen Führungsmannschaft hätten. Für die zwölf Jahre an der Spitze der Wehr sagte Saller ein herzliches „Vergelt‘s Gott“ an Sebastian Hartl. „Das Wichtigste bei den Einsätzen ist, dass wir gesund und heil nach Hause kommen“, so Saller. „Unsere Familien warten auf uns.“

Sebastian Hartl gab der Wehr ein Gesicht

Ein Kommentar von Hans Meißner 

Sebastian Hartl Kreisbrandmeister Feuerwehr Oberwildenau

Kreisbrandmeister Sebastian Hartl.

Wenn man einen Begriff mit einem Bild verbinden kann, dann ist es viel einprägsamer. Wenn man an die Oberwildenauer Feuerwehr – insbesondere an die aktive Wehr dachte – dann sah man das Gesicht von Sebastian Hartl vor sich. Nach zwölf Jahren an der Spitze der aktiven Feuerwehrgruppe, verzichtete er auf eine erneute Kandidatur. Erfolg kommt nicht von ungefähr, so ein beliebtes Sprichwort – das galt auch für die Oberwildenauer Feuerwehr: War sie schon immer eine Vorzeigewehr, machte Sebastian Hartl in seiner Funktion als Kommandant aus dem Edelstein ein Juwel.

Hartl hatte stets genaue Ziele und genaue Vorstellungen wie eine aktive Gruppe zu führen ist. All das verfolgte er mit großer Disziplin, arbeitete sehr strukturiert und erfolgsorientiert, ohne dabei unmenschlich zu sein oder gar den großen Macker zu spielen. Hartl ist ein Mannschaftsspieler, der genau weiß, dass einer alleine keinen Erfolg haben kann – zumindest nicht auf Dauer.

Das die Oberwildenauer Wehr sehr gut aufgestellt ist, zeigte sich 2018 durch den 1. Preis beim Ostbayerischen Feuerwehrpreis. Auch die Überlassung eines Versorgungs-Lkw’s des Freistaates Bayern ist ein Zeichen dafür, dass man Vertrauen in die Oberwildenauer Wehr hat und weiß, dass das Fahrzeug in guten Händen ist. 2018 wurde Hartl auch zum Kreisbrandmeister ernannt.

Ein Kommentar

  1. Vielen Dank für die enorme Leistung und 12 erfolgreiche Jahre! Eindrucksvoll bewiesen wie man eine Feuerwehr führt 👏🏻

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