NEW und Weiden: Eine Bildungsregion – große Ziele

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Weiden/Neustadt/WN. Bildung und Vernetzung ist wichtig. Was die Nordoberpfalz in der Hinsicht zu bieten hat und woran gearbeitet wird. 

Bildungskonferenz Mint Nordoberpfalz Dr. Frank Holzförster, Prisca Straub, Prof. Dr. Olaf Köller, Prof. Dr. Andrea Klug, Severin Hirmer

Dr. Frank Holzförster, Prisca Straub, Prof. Dr. Olaf Köller (online zugeschalten), Prof. Dr. Andrea Klug und Severin Hirmer haben bei der ersten (Online-)Bildungskonfonferenz über Projekte, Förderungen und Chancen gesprochen.

Der Landkreis Neustadt/WN und die Stadt Weiden haben ihre erste interkommunale Bildungskonferenz veranstaltet. Thema war das Bildungsfeld MINT – also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Coronabedingt war die Veranstaltung zunächst verschoben worden, jetzt werden alle Elemente der Konferenz ausschließlich online angeboten. Mit der Konferenz sollen Angebote vor Ort sichtbar gemacht, aber auch gemeinsame Ideen für die Nordoberpfalz entwickelt werden. Die Message: NEW und Weiden sind EINE Bildungsregion – es gibt ein gemeinsames Schulamt und viele „Bildungspendler“ an weiteführenden und beruflichen Schulen.

Netzwerk wächst

Durch den Kontakt der Schulen und der OTH Amberg-Weiden zu den Firmen entstehen wichtige Netzwerke. Zudem sollten Impulse gesetzt werden: Wohin will die Region? Wo gibt es noch Verbesserungspotenzial? Die Podiumsdiskussion haben Teilnehmer online verfolgen können – auch Prof. Dr. Olaf Köller, der Direktor des IPN Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik war online zugeschalten.

Der Landkreis NEW zeigt im Bereich Digitalisierung und künstliche Intelligenz viel Initiative auf, zum Beispiel als Modellregion für „Smarte Landregionen“ und „HyStarter-Wasserstoffregion“. Im Bereich Natur und Naturwissenschaften bringen die Naturpark-Ranger diese Themen den Kindern in Naturpark-Kitas und –Schulen näher.

Wir haben viele starke MINT-Institutionen vor Ort: Das Kepler-Gymnasium Weiden ist MINT-EC-Schule, die Realschule Vohenstrauß ist „smart school“, das Geo-Zentrum an der KTB das größte geowissenschaftliche Lernlabor Deutschland, die Denkwelt Oberpfalz ein Innovationscluster zu digitaler Zukunft und die OTH Amberg-Weiden habe MINT im Markenkern. Beste Voraussetzungen also für eine zukunftsfähige Bildungsregion, wie Landrat Andreas Meier beschreibt.

Bildungskonferenz Mint Nordoberpfalz

Ein Blick hinter die Kulissen. Die erste Bildungskonferenz war ein Online-Format – noch mehr ähnliche Veranstaltungen sollen folgen.

Naturwissenschaften beliebter als angenommen

Key-Note-Speaker Professor Dr. Olaf Köller lieferte hochinteressante wissenschaftliche Analysen, Erkenntnisse und Lösungsansätze zum Bereich der MINT-Bildung. „Ausbildungen und Studiengänge im MINT-Bereich sind in Deutschland viel beliebter als oft angenommen, wir sind sogar Spitzenreiter im OECD-Vergleich bei den Studienabsolventen“, erläutert der Experte. Aber es gibt Geschlechterunterschiede, wie die Forschung zeigt. „Alles was in den Naturwissenschaften Jungen interessiert, interessiert nicht auch die Mädchen; aber: alles was die Mädchen interessiert, interessiert auch die Jungen.“

Prof. Köller unterstrich außerdem die hohe Bedeutung der frühkindlichen spielerischen MINT-Förderung. Besorgniserregend seien die geringen digitalen, computerbasierten Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland im internationalen Vergleich. Daher forderte er, dass Informatik als obligatorisches Fach in der Sekundarstufe 1 angeboten werden sollte. Abschließend erläuterte er die Zusammenhänge zwischen MINT-Studienabbrüchen, Interessen und Fähigkeiten.

Kooperationen der Schlüssel zum Erfolg

In der anschließenden Podiumsdiskussion stellte Dr. Frank Holzförster, der Leiter des Geozentrums an der Kontinentalen Tiefbohrung (KTB) bei Windischeschenbach, sehr anschaulich die Möglichkeiten des Geo-Zentrums als Schülerlabor dar. Digitale Modelle seien eine wichtige Voraussetzung für geologische Berechnungen und Vorhersagen. Auch in den Mittel- und Förderschulen seien die Angebote weiter ausgebaut worden.

Prof. Andrea Klug als Präsidentin der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Amberg-Weiden legte besonderen Wert auf die Studienorientierung, beispielsweise Angebote wie ein Bevor- und Orientierungs-Studium. Hier seien Kooperationen mit den Schulen und Unternehmen immens wichtig. Die Verzahnung von Theorie und Praxis sieht sie als Markenzeichen der OTH Amberg-Weiden. 80 Prozent der OTH-Absolventen arbeiten im Anschluss an das Studium in der Region. Neu sei die Ausbildung von Lehrkräften für berufliche Schulen im Studiengang Ingenieurpädagogik.
Hier fand Klug besonderen Zuspruch von Köller: „Die Idee fasziniert mich. Ein unheimlich zielführender, erfolgsversprechender Weg.“

Severin Hirmer stellte im Namen der Lars- und Christian-Engel-(LUCE) Stiftung den neuen „Science Park“ in Weiherhammer als Ort der Aus- und Weiterbildung auf 3.000 Quadratmetern mit „Future Lab“ als Lernumgebung mit modernster Zukunfts-Technik vor. Die Bayerische Staatsregierung habe sie beauftragt, eine KI-Plattform aufzubauen. Zudem sei sie auch der „Steigbügelhalter“ für die Öffnung und Institutionalisierung der Schülerforschungswerkstatt des Kepler Gymnasiums für die ganze Region.

Während der Diskussion gab es auch die Möglichkeit online Fragen zu stellen. Zum Abschluss danke Landrat Meier Prisca Straub vom Bayerischen Rundfunk für die Moderation, allen Akteuren für die Teilnahme und dem Bildungsteam sowie allen anderen Beteiligten für die perfekte Organisation. Wer die Bildungskonferenz verpasst hat, hier den Vortrag und die Podiumsdiskussion ansehen. 

Noch mehr MINT-Foren

Die Foren zu den Themen MINT und Mädchen, MINT und Forschen, MINT und Nachhaltigkeit sowie MINT und Medienkompetenz schließen sich in an (25. und 26 November jeweils ab 14 Uhr). Hier stellen lokale Bildungsakteure good practice aus der MINT-Bildung vor. Mehr dazu hier. Auch die Foren werden anschließend online gestellt.

Die Veranstaltung wurde über das Regionalmanagement im Landkreis NEW aus Mitteln des Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie mit 90 Prozent gefördert.

Bilder: LRA Neustadt/WN/Prößl

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