Abschied von „verrückter Bande“

Zessau/Trabitz. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedet sich Kaspar Nettesheim von der Schützengesellschaft.

Nach 18 Jahren in den
Nach 18 Jahren in den „Vorstandsruhestand“: Dankbarkeit und Nachdenklichkeit mischten sich in Kaspar Nettesheims Abschiedsworten bei der Hauptversammlung der „Eichenlaub“-Schützen. Foto: Bernhard Piegsa
Schützenmeister Roland Hösl (Zweiter von links) führt für weitere zwei Jahre gemeinsam mit Fabian Bäumler (Dritter von rechts) die Zessau-Weihersberger Schützengesellschaft. Den Nachwuchs betreuen künftig die Schwestern Magdalena (nicht auf dem Bild) und Anna-Maria Wittmann (rechts). Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Hermann Pinzer und Werner Reindl (Dritter von links und Sechster von rechts) geehrt.  Foto: Bernhard Piegsa
Schützenmeister Roland Hösl (Zweiter von links) führt für weitere zwei Jahre gemeinsam mit Fabian Bäumler (Dritter von rechts) die Zessau-Weihersberger Schützengesellschaft. Den Nachwuchs betreuen künftig die Schwestern Magdalena (nicht auf dem Bild) und Anna-Maria Wittmann (rechts). Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Hermann Pinzer und Werner Reindl (Dritter von links und Sechster von rechts) geehrt. Foto: Bernhard Piegsa
Nach 18 Jahren in den
Schützenmeister Roland Hösl (Zweiter von links) führt für weitere zwei Jahre gemeinsam mit Fabian Bäumler (Dritter von rechts) die Zessau-Weihersberger Schützengesellschaft. Den Nachwuchs betreuen künftig die Schwestern Magdalena (nicht auf dem Bild) und Anna-Maria Wittmann (rechts). Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Hermann Pinzer und Werner Reindl (Dritter von links und Sechster von rechts) geehrt.  Foto: Bernhard Piegsa

„Ihr wart eine verrückte Bande – im besten Sinne des Wortes.“ Mit einem lachenden und einem weinenden Auge verabschiedete sich Kaspar Nettesheim in der Hauptversammlung der Zessau-Weihersberger Schützengesellschaft aus seinem Amt als zweiter Nachwuchsbetreuer. Nach 18 Jahren beschloss der 83-Jährige zugleich seine Mitarbeit im Leitungskreis.

Alles in allem, hatte der gebürtige Rheinländer gute 50 Jahre lang verantwortliche Vereinsämter bekleidet – zunächst bei den „Hubertus“-Schützen im oberbayerischen Tünzhausen und nach dem Umzug in die Oberpfalz bei „Eichenlaub“ in Zessau.

„Hut ab vor so einer tollen Jugend“

Freundschaftlicher Geist, Verantwortungsbewusstsein und Disziplin seien bei den Jungschützen stets von vornherein eine Selbstverständlichkeit gewesen, die die Arbeit als Jugendbetreuer zum Vergnügen gemacht habe: „Hut ab vor so einer tollen Jugend.“

Nettesheims kurzes Abschiedswort quittierten die Versammlungsteilnehmer mit herzlichem Beifall, gedachten aber auch mit einer Schweigeminute des ersten Jugendbetreuers Roland Thomas und des Mitglieds Christa Diesenbacher, die im Vorjahr verstarben. Die Verantwortung für die Jugendabteilung liegt künftig in den Händen der Schwestern Magdalena und Anna-Maria Wittmann, die einstimmig zu Jugendleiterinnen berufen wurden.

Gemeinschaftsgeist und sportliche Leistungen

Nicht nur mit einem guten Gemeinschaftsgeist, sondern auch mit respektablen sportlichen Leistungen rechtfertigte die im August 2021 um zwei auf acht Mitglieder gewachsene Nachwuchsgruppe Kaspar Nettesheims Stolz. Beim Bezirksjugendtag im September 2021 reservierte Katharina Dobmeier den ersten und Anna-Maria Wittmann den dritten Platz in der Kategorie „Jugend“ für sich.

Bei den Gaumeisterschaften im Dezember besetzten die „Eichenlaub“- Jungschützen Hannes Dobmeier (Erstplatzierter bei den Luftpistolenschützen der Kategorie „Junioren II männlich“), Anna-Maria Wittmann, Katharina Dobmeier und Fabian Bäumler in ihren jeweiligen Altersklassen Plätze auf dem Siegertreppchen. Nur knapp verpasste die vierköpfige Eichenlaub-Auswahl in der Gruppe B der Gaujugendliga den Einzug ins Finale.

Ersatz für Adventsfeier

Als Ersatz für den coronabedingt abgesagten besinnlichen Adventsabend der Zessauer und Weihersberger Vereine heizten die Jugendlichen die Backöfen an und backten Weihnachtsplätzchen, die sie gegen eine Spende für die Kinderkrebshilfe Oberpfalz Nord in Weihersberg, Zessau und den benachbarten kleinen Ortsteilen anboten:

„1.400 Euro kamen so zusammen“, erinnerte Nettesheim. Mit einer erfreulichen Überraschung wartete Gauschützenmeister Wolfgang Weiß auf. In seinem Grußwort deutete er an, dass einer der Zessau-Weihersberger Jungschützen einen Titel beim Gaukönigsschießen geholt habe. Die Namen der „Majestäten“ blieben allerdings vorerst noch geheim. Die Glückwünsche der Gemeinde Trabitz überbrachte dritter Bürgermeister Bernhard Dötsch.

Zwei erste Plätze

Sportliche Erfolge vermeldete auch Schützenmeister Roland Hösl mit zwei ersten Plätzen bei den Gau- und Landesmeisterschaften sowie einem zehnten Platz bei der Deutschen Meisterschaft für Hubert Wittmann. Ebenfalls bei den Gaumeisterschaften schloss Magdalena Wittmann in der „Damenklasse I“ mit einem sechsten Platz ab.

Gemeindemeisterschaften, Königs- und Nussschießen, Rundenwettkampf 2021 und Sparkassenschießen seien pandemiebedingt ausgefallen. Keinen Corona-Knick habe die Mitgliederzahl seit 2021 erlitten, zwei Sterbefällen und einem Austritt hätten vier Neueintritte gegenübergestanden.

Wieder Königsschießen

Wieder aufleben soll nach den Pandemie-Zwangspausen der letzten beiden Jahre der Veranstaltungsbetrieb im Zessauer Gemeinschaftshaus: Laut Schützenmeister Roland Hösl plant die zuständige „Schützen/Feuerwehr GbR“ das Johannisfeuer am 24. Juni, eine Ferienprogrammveranstaltung am 10. September und einen Zoiglabend am 24. September.

Auch das Königsschießen solle wieder stattfinden, die Termine stünden aber noch nicht fest. Bei den Neuwahlen wurden Hösl als erster Schützenmeister, Birgit Wegmann als Kassierin und Daniel Lober als zweiter Schriftführer bestätigt, zum zweiten Schützenmeister wurde Fabian Bäumler (bisher: Hubert Wittmann), zur ersten Schriftführerin Kerstin Hochmuth (bisher: Ingeborg Achatz) und zum zweiten Kassier Viktor Wagner (bisher: Michael Eichermüller) gewählt.

Elf Mitglieder wurden für ihre langjährige Vereinstreue geehrt, darunter Josef Lober, Hermann Pinzer und Werner Reindl für je 50 Jahre.

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