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Alles für die Feuerwehr, aber nicht übertreiben

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Etzenricht. Wer 40 Jahre aktiven Dienst in einer Feuerwehr leistet, dem zahlt der Freistaat eine Erholungswoche. Soll die Gemeinde die Übernachtung des Partners finanzieren? Oder freut sich der Feuerwehr-Aktive vielleicht gar über eine Woche allein? Der Gemeinderat ist in der Frage gespalten.

Wer 40 Jahre aktiven Dienst in einer Feuerwehr leistet, dem zahlt der Freistaat eine Erholungswoche. Bild: Masching

Der Etzenrichter Feuerwehrkommandant Michael Roith hat an die drei Bürgermeister der Verwaltungsgemeinschaft den Wunsch herangetragen, die Gemeinden möchten die Übernachtungen der Partner im Feuerwehr-Erholungsheim in Bayrisch Gmain finanzieren, dann sei die Woche ein „richtig wertiges Geschenk“ für 40 Jahre aktiven Dienst in einer Wehr.

Von den Nachbargemeinden praktizieren das bereits Weiherhammer und Schirmitz. Etzenricht wird das künftig auch tun, die Entscheidung im Gemeinderat fällt jedoch keineswegs einstimmig. Während die CSU sich einschließlich Bürgermeister Martin Schregelmanns für eine Übernahme der Kosten ausspricht, stimmt die SPD-Fraktion dagegen. Die Freien Wähler sind gespalten: Gabriela Bäumler und Elisabeth Waldeck schließen sich der CSU an, Hans Beutner der SPD (Uli Danzer ist entschuldigt).

Anderen Vereinen nicht Tür und Tor öffnen

Es geht um etwa 300 Euro, die ungefähr alle drei Jahre fällig werden, plädiert der CSU Sprecher Michael Feige für diese freiwillige Leistung der Gemeinde. Beutner, selbst 40 Jahre aktiver Feuerwehrmann, sagt, die meisten Feuerwehrleute seien allein in dem Erholungsheim, so habe der Feuerwehrmann auch „einen Spaß und kann machen, was er will“.

Aber wichtiger sei noch, dass man dadurch auch anderen Vereinen Tür und Tor öffne für ähnliche Wünsche.

Teichmann: "Ein bisschen überzogen"

Josef Weidensteiner (CSU) hält dagegen, die Übernahme der Kosten für den Partner könne man durchaus als Anerkennung verstehen für die Entbehrungen, die der Partner in Kauf genommen habe. Der SPD-Sprecher Rudolf Teichmann sagt, es handle sich immerhin um öffentliche Gelder. Die Ehrung der Feuerwehrleute sei unbedingt wichtig, aber die Finanzierung des Urlaubs für die Partner halte er für „ein bisschen überzogen“, zumal man die Feuerwehr ohnehin in allen Belangen unterstütze.

Renate Müller (CSU) ist dagegen der Auffassung, eine Gemeinde müsse froh und dankbar sein, wenn es noch Menschen gebe, die sich 40 Jahre in den Dienst der Feuerwehr stellten: „Wie lange wird es so was noch geben?“ In den nicht-öffentlichen Sitzungsteil verweist der Gemeinderat auf Wunsch des Bürgermeisters einen Antrag des Sportvereins auf Übernahme der Kosten für Umbauarbeiten im und am Johann-Herrmann-Saal.

Bürgerversammlung wird verschoben

Die Bürgerversammlung wurde angesichts der Pandemie-Entwicklung erneut abgesagt. Laut Schregelmann will man aber unbedingt versuchen, diese bis Ende März zu halten, daher wird es vorerst auch keine Bürgerinformation in schriftlicher Form geben wie im vergangenen Jahr. Der Bürgermeister weist darauf hin, dass er für Anträge und sonstige Anliegen auch so jederzeit zu erreichen sei.

Zur Diskussion in den sozialen Medien über die Frage, warum die Bürgerversammlung nicht als Hybrid-Sitzung, also als Stream über das Netz erfolgen könne, sagt Schregelmann, ein Hauptargument gegen diese Form sei der Umstand, dass dann nicht alle Bürger ungehinderten Zugang zur Versammlung hätten. Noch habe nicht jeder das erforderliche Know-how und die entsprechende technische Ausstattung zu Hause.

Turnhalle bleibt noch eine Weile Puffer

Teichmann erkundigt sich nach dem aktuellen Stand der Belegung der Schulturnhalle. Dorthin war wegen des Abstandsgebotes infolge der Pandemie eine Weile die erste Klasse ausquartiert worden, die Halle ist jedoch im Moment frei, wie Schregelmann sagt. Das sei aber nur eine Momentaufnahme, die sich jederzeit ändern könne, ein Ausweichen einer Klasse in die Turnhalle könne jeden Tag wieder notwendig werden.

Bäumler fügt an, man habe mit dieser Ausweichmöglichkeit die erste Klasse im vergangenen schwierigen Schuljahr ganz in der Schule halten können, und diese Option wolle man sich erhalten. Abgesehen davon beeinträchtigten auch die Umbaumaßnahmen den Unterricht sehr („wir hatten schon Tage, da hätte man nur noch davonrennen können, und nicht nur in einem Zimmer“). Schregelmann geht davon aus, wie er sagt, dass spätestens mit Ende des Schuljahres die Turnhalle nicht länger als Puffer notwendig sein werde und dann auch wieder von den Sportvereinen genutzt werden könne.

Sechs neue „Smileys“ in den Ausfallstraßen

Die Gemeinde hat sechs weitere mobile Geschwindigkeitsmessgeräte („Smileys“) angeschafft, die in folgenden Straßen aufgestellt werden: Kohlberger Straße, Wildenauer Straße, Weiherhammerstraße und Weidener Straße.

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