OTH Amberg-Weiden
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Auf dem bekanntesten Gebäude von Grafenwöhr

Grafenwöhr. Fast 112 Jahre ist der Grafenwöhrer Wasserturm nun alt. Nun war nach langer Zeit wieder eine Führung durch das Wahrzeichen der Stadt möglich. Gerald Morgenstern hatte so manche Information auf Lager.

Auf dem bekanntesten Gebäude von Grafenwöhr

Führungen sind wegen der angespannten Lage selten geworden. Nun gab es erstmals wieder eine Besichtigung auf und um den Wasserturm. Foto: Stefan Neidl
Wunderbar ist der Sonnenuntergang über dem von 43 Metern Höhe. Foto: Stefan Neidl
Ausstellungsräume zeigen viele seltene Exponate, hier aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Foto: Stefan Neidl
Gerald Morgenstern ist Experte für den Truppenübungsplatz und führte auf den Wasserturm. Foto: Stefan Neidl
Von der Spitze des Turms sind Lager und Stadt weit zu überblicken. Foto: Stefan Neidl

Der Wasserturm ist das Wahrzeichen von Grafenwöhr. Lange war der 43,5 Meter hohe Bau der Öffentlichkeit nicht zugänglich, liegt er doch inmitten des Militärgeländes. Das Museum ermöglichte nun eine Führung. Dabei konnte es mit Gerald Morgenstern und Josef Neubauer zwei Experten gewinnen, die sich fachlich ergänzten und gegenseitig neckten, so dass für Heiterkeit gesorgt war.

Morgenstern war viele Jahre Verbindungssoldat und hat selbst ein Buch über den Truppenübungsplatz geschrieben. Neubauer war als Fachkundiger für Munitionstechnik für die Sicherheit dort zuständig.

Konferenz- und Ausstellungsräume

Die Außenansicht kennt jeder, der Grafenwöhr besucht, doch ist für viele das Innere des 43 Meter hohen Turms ein Mysterium. So befindet sich mit dem „Pappenberg Conference Room“ ein voll ausgestatteter Besprechungsraum im ersten Stock. Morgenstern erzählt: „Bevor das Hauptquartier einen solchen hatte, wurden Videokonferenzen in die USA von hier aus durchgeführt.“

Ausstellungsräume zeigen die Geschichte der Entstehung, der beiden Weltkriege, dem Kalten Krieg und der vergangenen Jahrzehnte. Darunter befinden sich einige seltene Exponate, „darum ist der Turm auch gut verschlossen“, scherzt Morgenstern.

Schon 1911 erbaut worden

Militärbauinspektor Wilhelm Kemmler leitete den Bau vom 26. August 1909 bis zum 30. Juni 1911. Die Materialien sind Ziegelsteine und echter Grafenwöhrer Sandstein. Im Turm befinden sich zwei riesige Wassertanks – der Größere mit 450 Kubikmetern ist noch heute in Benutzung.

Während der NS-Zeit war der Turm in Tarnfarbe gestrichen. Die Bombardierung Grafenwöhrs 1945 ließ rundherum tiefe Krater entstehen. Dass alle Bomben den Turm verfehlten, ist für Morgenstern reiner Zufall.

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Rund um den Turm geschah Geschichte

Da Lagerrundfahrten wegen der aktuellen Sicherheitslage und dem verstärktem Training ausgesetzt sind, nutzte das Museum die Gelegenheit für eine Besichtigung auch rund um den Wasserturm. Die Gruppe informierte sich über den ersten Schuss, das ehemalige Hauptquartier des 7th Army Training Commands, das Lazarett, wo Elvis Presley Geld abhob und dem ehemaligen Wachhäuschen am Gate 1. Natürlich war auch der Schießlärm ein Thema. Morgenstern fasste dabei die Meinung der meisten Grafenwöhrer zusammen: „Mit einem Truppenübungsplatz muss man einiges in Kauf nehmen, aber man bekommt viel zurück.“