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Auf Warnsignale achten und Darmkrebs vorbeugen

Weiden. Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei beiden Geschlechtern. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich rund 35.000 Männer und rund 30.000 Frauen an der Krankheit, die überwiegend ab dem […]

Auf Warnsignale achten und Darmkrebs vorbeugen

Weiden. Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung bei beiden Geschlechtern. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich rund 35.000 Männer und rund 30.000 Frauen an der Krankheit, die überwiegend ab dem 50. Lebensjahr auftritt. 

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Im integrierten OP-Saal werden die meisten laparoskopischen Eingriffe am Klinikum Weiden durchgeführt. Bild: Kliniken Nordoberpfalz AG

Jährlich erkranken mehr als 60.000 Deutsche an Darmkrebs. Eine Zahl, die mit geringem Aufwand durch kleine Vorsorgeuntersuchungen deutlich reduziert werden könnte. Das weiß auch Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl, Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Thorax- und Visceralchirurgie am Klinikum Weiden sowie Leiter des Darmkrebszentrums.

Vorsorgeuntersuchungen können enorm helfen

Er weist im Darmkrebsmonat März auf die enorme Bedeutung und Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen hin. Die wichtigste medizinische Untersuchung und zuverlässigste Methode zur Früherkennung von Darmkrebs ist die Koloskopie, also die Untersuchung des gesamten Dickdarms. Dabei können Gewebeproben entnommen werden und gleichzeitig kleinere Eingriffe durchgeführt werden. Darmpolypen sind zunächst gutartige Geschwulste im Dickdarm, aus denen rund 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen, wenn diese entarten und zu Krebszellen wandeln.

Durch die Entfernung der Polypen können wir Darmkrebs also schon im Vorfeld verhindern,

erklärt Prof. Dr. Dietl. „Dies ist eine einmalige Chance, die wir bei den anderen Tumorarten nicht haben.“ Je früher dieser Eingriff vorgenommen wird, umso besser sind die Erfolgsaussichten. Spätestens ab dem 50. Lebensjahr sollten deshalb regelmäßig Früherkennungs-Untersuchungen gemacht werden. So kann man das Risiko einer Erkrankung minimieren. Doch schon im jüngeren Alter kann Darmkrebs vorkommen – der jüngste Patient in Deutschland mit Darmkrebs ist gerade neun Jahre alt.

Auf Warnsignale achten

Zu den Warnsignalen für eine Darmkrebserkrankung gehören Blut im oder am Stuhl und veränderte Stuhlgewohnheiten ebenso wie tastbare Verhärtungen im Bauchraum. Aber auch eine allgemeine Müdigkeit und Leistungsabfall können ein Warnsignal sein. Vor allem Risikogruppen sollten immer wachsam sein. Von Risikopatienten ist die Rede, wenn bereits in der Familie Darmkrebs vorgekommen ist. Hier sollte dann schnellstens eine Koloskopie durchgeführt werden.

Doch was, wenn die Diagnose Krebs festgestellt wird?

„In unserem Onkologischen Zentrum können wir alle Krebsarten operieren: Speiseröhre, Leber, Magen, Bauchspeicheldrüse, Lunge und natürlich Darmkrebs“, so Prof. Dr. Dietl. Bei großen Tumoren, die bereits in andere Organe eingewachsen sind, findet das in fast allen Fällen mit laparoskopischen, also minimalinvasiven, Eingriffen statt. Gerade für ältere Patienten stellen diese Eingriffe, bei denen die Bauchhöhle und die darin liegenden Organe mit starren Endoskopen durch kleinste Öffnungen in der Bauchdecke operiert werden, einen großen Vorteil dar: „Wir können durch diese minimal-invasiven Eingriffe Patienten operieren, die vor zwanzig Jahren keine Operation erhalten hätten, sondern nur noch palliativmedizinisch betreut werden konnten.“

Spedition Wagner
Spedition Wagner

Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen

Für jeden Patienten wird in der Tumorkonferenz ein individuelles und optimales Behandlungsschema festgelegt. An dieser Besprechung nehmen Ärzte aus den verschiedensten Abteilungen teil und arbeiten zusammen eine passende Behandlungsmethode aus.

Doch soweit muss es nicht kommen, betont Prof. Dr. Karl-Heinz Dietl: „Mit der Kolosokopie können wir zuverlässig die Dickdarmschleimhaut vergrößert betrachten, an verdächtigen Stellen Proben entnehmen und vorhandene Polypen entfernen.” Natürlich weiß auch er, dass so eine Darmspiegelung nicht unbedingt angenehm ist. Wenn dadurch aber Darmkrebs verhindert werden kann, sollte man sich diese Behandlung überlegen.