Aus nach 137 Jahren: Schlossbrauerei Friedenfels macht im Frühjahr dicht

Friedenfels. Diese Nachricht wird nicht nur im Erholungsort wie eine Bombe einschlagen: Die Schlossbrauerei schließt im Frühjahr - für immer. Damit verlieren 35 Beschäftigte ihren Job.

Das hat kaum jemand für möglich gehalten: Die Schlossbrauerei Friedenfels schließt im kommenden Jahr. Foto: Naturpark Oberpfälzer Wald

„Friedenfelser – felsenfest in Qualität. Wir stützen uns auf die Tradition und Erfahrung unserer Brauerei. Gleichzeitig schauen wir immer nach vorne und investieren in die Zukunft. Maßgeblich für unsere Qualität und den Erfolg sind unsere treuen und zuverlässigen Mitarbeiter, die sich durch Verantwortung und Engagement auszeichnen.

Permanente Qualitätskontrollen, die Ausbildung und Weiterbildung unserer Mitarbeiter und beste Rohstoffe garantieren unseren Qualitätsanspruch.“ So weit die Selbstdarstellung der Firma auf der Homepage der 1886 gegründeten Brauerei. Das alles ist bald Geschichte, die Brauerei wird laut Geschäftsführer Johannes Freiherr von Gemmingen-Hornberg im Frühjahr 2023 für immer ihre Pforten schließen.

Geschäftsführer informiert Belegschaft

Am Donnerstag informierte von Gemmingen-Hornberg die Beschäftigten persönlich über diesen weitreichenden Entschluss, den er nach reiflicher Überlegung aus wirtschaftlichen Gründen habe treffen müssen. Gegenüber Oberpfalz-Medien betonte der Geschäftsführer, der die Brauerei erst vor zwei Jahren von seinem Vater Eberhard Freiherr von Gemmingen-Hornberg übernommen hatte, dass dies alles wie eine Lawine auf ihn zugekommen sei.

Nach zwei Jahren Corona-Pandemie, Gastronomieschließungen und Verboten von Veranstaltungen und Festen sowie mit der aktuellen Inflation und Erhöhung der Energiekosten sei die Schlossbrauerei wirtschaftlich nicht mehr tragbar. Von Gemmingen-Hornberg gegenüber dem Blatt weiter: „Alle Betriebsmittel werden teurer. Wir haben zum Teil Kostensteigerungen von 100 Prozent. Das kann man auch mit höheren Bierpreisen nicht mehr auffangen.“

125-jährige Brautradition

„Im Naturpark Steinwald ist die Schloßbrauerei Friedenfels beheimatet. Dank ihrer herausragenden Qualität und der über 125-jährigen Brautradition ist sie die führende Brauerei in der Region. Das reine Quellwasser aus dem Naturpark Steinwald bildet einen hochwertigen Rohstoff für die Friedenfelser Biere, die nach dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut werden. Der Anspruch „felsenfest in Qualität“ verdeutlicht dies.“ Auch diese Beschreibung auf der Homepage des Naturparks Fichtelgebirge wird bald obsolet sein.

Aufwärmtrikot Blue Devils Weiden Sponsor Friedenfelser Brauerei Baron Johannes von Gemmingen-Hornberg, Sabrina Bittner, Alexandra Schröpf
Da dachte noch niemand an eine Schließung: Baron Johannes von Gemmingen-Hornberg, Geschäftsführer der Schlossbrauerei Friedenfels, Marketingleiterin Sabrina Bittner und Alexandra Schröpf von den Blue Devils Weiden bei der Übergabe von Aufwärmtrikots durch die Brauerei. Foto: Archiv/Thomas Gajewski. 

Keine Übernahme

Die Schlossbrauerei schreibe seit Jahrzehnten Verluste, die laut Freiherr Johannes „immer durch meine Familie aus Verbundenheit zur Region finanziert wurden“. Nun jedoch seien die Verluste so hoch, dass es auch für seine Familie nicht mehr möglich sei, diese zu tragen. Der Geschäftsführer schließt auch eine Übernahme der Brauerei durch eine andere Firma aus. Ihm sei jetzt wichtig, dass alle Mitarbeiter baldmöglichst einen neuen Job finden, betont von Gemmingen-Hornberg abschließend.

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