Barrierefreier Bahnhof in Weiden rückt in die Ferne

Weiden. „Statt auf Grün, steht die Ampel zum barrierefreien Bahnhof jetzt auf Rot." Nach Einschätzung von Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht stagnierten die Planungen für den Bahnhof in Weiden.

Bahnhof Weiden barrierefrei
Für Menschen mit Behinderung ist es ein unmögliches Unterfangen, auf dem Weidener Bahnhof die Gleise zwei bis fünf zu erreichen. Ändert sich das bald? Foto: Udo Fürst

Der Projekt „Barrierefreier Bahnhof in Weiden“, das seit vielen Jahren diskutiert wird, kommt einfach nicht weiter. Nach einer Pressemeldung aus dem Büro von Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht gibt es jetzt sogar Rückschritte.

Das liegt nach Einschätzung des CSU-Politiker vor allem an dem nun FDP-geführten Verkehrsministerium. „In den letzten Jahren hatten wir gemeinsam mit dem damaligen Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer zum barrierefreien Bahnhof bereits einige Ergebnisse wie z.B. das zeitliche Vorziehen erreicht“, meldet Rupprecht.

Elektrifizierung mit Barrierefreiheit

Jetzt habe er sich an den neuen Bundesverkehrsminister Volker Wissing gewandt, um das Thema weiterzubringen. Die Antwort aus dem Haus weiche allerdings von bisherigen Zusagen ab.

So hieß es damals, „nach derzeitigem frühem Planungsstand ist es grundsätzlich möglich, die Barrierefreiheit des Bahnhofes Weiden vorzuziehen“. Das bedeute, dass die Deutsche Bahn bei ihren aktuell laufenden Vorplanungen zur Elektrifizierung den barrierefreien Ausbau bereits mit plant. Nach Abschluss der Vorplanung, so war die Aussage, kann direkt mit der Umsetzung gestartet werden, die Finanzierung sei ebenfalls gesichert.

Von 2023 auf 2024 verschoben

„Ursprünglich wurde uns vonseiten der Deutschen Bahn geschrieben, dass dies bereits 2023 der Fall sein könnte“, so Rupprecht. „Jetzt wird uns vonseiten des FDP-geführten Verkehrsministeriums mitgeteilt, dass es sich auf 2024 verschoben hat. Sicher ist dies auch Corona-bedingt, aber hier wird mit einer fest geglaubten Zusicherung gebrochen.“

Das sei ein Rückschritt, und weiche von bereits sicheren Zusagen ab. Rupprecht werde jedoch weiter Möglichkeiten ausloten.

Grünen-Abgeordneter zu Lärmschutz an Bahnlinien ein

Grünen-Bundestagsabgeordneter Stefan Schmidt aus der Oberpfalz ist Mitglied der interfraktionellen Parlamentsgruppe „Bahnlärm“. „In der Oberpfalz stehen viele größere Projekte unmittelbar bevor: Sei es die Elektrifizierung der Strecke Hof-Regensburg, die Verbesserung der Anbindung in Richtung unserer tschechischen Nachbarn, die Beseitigung des Nadelöhrs Regensburg-Obertraubling und der barrierefreie Ausbau der Bahnhöfe. Nicht zuletzt wollen wir auch mehr Güter von der Straße auf die Schiene bringen“, meldet Schmidt. Er wolle sicherstellen, dass bei allen Vorhaben der Lärmschutz beachtet wird.

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