Keine Sprachbarrieren mit Bildern

Neustadt/WN. „Kann man über Bilder kommunizieren?“ Diese Frage stellte die Kunstreferendarin Franziska Seitz am Gymnasium Neustadt. Im Urlaub helfen am Flughafen Piktogramme weiter. Wenn Verständigung über alltägliche Situationen hinaus funktionieren soll, dann müsste es eine Art Lexikon geben, so die Überlegung von Seitz.

Das Bilderwörterbuch hat sie mit rund 60 Schülern aus den neunten Klassen in rund drei Monaten Arbeit im Kunstunterricht in die Tat umgesetzt. Um die Praktikabilität der Piktogramme und Emojis zu testen, probierten sie die neue Kommunikationsmatrix mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus dem Neustädter Wohnheim KETO aus. Mit gut 20 Bewohnern tauschten sie selbst gezeichnete Bild-Briefe aus. „Schon relativ schwierig“ sei es gewesen, meint Elena Bauer. „Eigentlich sind die Briefe aber immer gleich interpretiert worden“, sagt Hannah Weiß.

Ausstellungsfest mit „Brieffreunden“

Um die „Brieffreunde“ auch persönlich kennen zu lernen, hatten die Schüler des Wahlfaches „Schule ohne Rassismus“ die Idee eines Ausstellungsfestes. Um Snacks und Getränke zu finanzieren, brachten sie die Erlöse eines Spendenlaufs mit ein, den Neustädter Firmen finanziert hatten. „Ich habe viele Leute kennengelernt. Ich freu mich“, sagte Salman aus Afghanistan. Die deutschen Lehrer und Schüler seien sehr nett, pflichtete ihm Waqas aus Pakistan bei.

Bilderlexikon
Kunstreferendarin Franziska Seitz (Vierte von links) hat mit Schülern der neunten Klassen ein Bilderlexikon entwickelt, mit dem Kommunikation auch ohne Worte gelingt. Die analogen Chat-Nachrichten tauschten sie mit minderjährigen Flüchtlingen aus. Bild: B. Grimm

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