Bioschnee, Weihnachtstrends und 100 Tonnen Sand für Chanel: Eurosand aus Weiden

Weiden. Die Firma Eurosand sitzt mitten in Weiden und produziert dort auch. Geschäftsführer Gerald Mack erzählt von den größten Dekotrends für Weihnachten, wie die Firma Bio-Schnee herstellt und warum sie einmal 100 Tonnen Goldsand für Chanel nach Paris lieferte.

Geschäftsführer Gerald Mack (Mitte) mit Vetriebsleiter Peter Funke (links) und Betriebsleiter Andreas Fryges. Bild: Beate Luber
Geschäftsführer Gerald Mack (Mitte) mit Vetriebsleiter Peter Funke (links) und Betriebsleiter Andreas Fryges. Bild: Beate Luber
Öko-Schnee aus Maisstärke. Bild: Eurosand
Öko-Schnee aus Maisstärke. Bild: Eurosand
Gerade sind Naturmaterialien im Trend wie hier beim Weihnachtspotpourri. Bild: Eurosand
Gerade sind Naturmaterialien im Trend wie hier beim Weihnachtspotpourri. Bild: Eurosand
Auch achtet die Firma verstärkt auf ökologisches Verpackungsmaterial. Bild: Beate Luber
Auch achtet die Firma verstärkt auf ökologisches Verpackungsmaterial. Bild: Beate Luber
So hat alles angefangen, und das verkauft Eurosand immer noch: veredelten Sand zu Dekozwecken. Bild: Eurosand
So hat alles angefangen, und das verkauft Eurosand immer noch: veredelten Sand zu Dekozwecken. Bild: Eurosand
Eurosand-Produkte. Bild: Eurosand
Eurosand-Produkte. Bild: Eurosand

OberpfalzECHO: Herr Mack, was sind gerade die größten Dekotrends?

Gerald Mack: Gerade sind es Erdtöne, Pastellfarben, gedecktere Schwarz-Weiß-Töne. Natur, Natur und nochmal Natur. Ob das Muscheln sind, Fruchtscheiben, gefärbte Holzflakes. Bei den Farbtrends orientieren wir uns stark an der Heimtextilbranche, das muss natürlich alles zusammen passen. Die Trends wechseln sich alle paar Jahre ab, davor war das Quietschig-Bunte eher gefragt.

Und speziell für Weihnachten?

Gerald Mack: Unser stärkster Artikel für Weihnachten sind gerade unsere Potpourris, also ein Mix aus verschiedenen Dekoartikel, farblich harmonierend in einem Beutel zusammengefasst. Das geht von Naturmaterialien bis zu klassischer Weihnachtsdeko wie Sterne und Schnee. Mit diesen passenden Zusammenstellungen nehmen wir unseren Kunden Zeit und Entscheidung ab. Ein saisonal großes Feld ist der Dekoschnee, da haben wir gerade auch Bio-Schnee entwickelt. Wir fiebern jetzt schon Anfang Februar entgegen, weil dann nach zwei Jahren des Ausfalls die Frankfurter Messe „Christmas World und Ambiente“ wieder stattfindet. Eurosand ist in Frankfurt immer Aussteller, und dort sind wir auch kommendes Jahr wieder groß vertreten.

Über die Firma

Eurosand wurde 1999 gegründet. Die Firma ist in Europa Marktführer für Streudeko und saisonale Dekorationsartikel. Der Startpunkt war das Einfärben von Sand, mittlerweile veredelt die Firma mit Sitz in Weiden auch andere Stoffe wie getrocknete Fruchtscheiben, Moos oder Holzspäne. Auch stellt die Firma ihre Verpackungsmaterialien selbst her. Dazu kommt noch der Aquaristik-Bereich, also Dekozubehör für Aquarien und Co.

Die Firma Ziegler hat Eurosand zum 1. Januar 2019 übernommen. „Die Coronazeit war für Eurosand nicht ganz einfach, unsere Großkunden, die Ikeas und Dehners dieser Welt, hatten Lockdown“, sagt Gerald Mack, der seit 1. Januar 2021 Geschäftsführer ist.

Deko schön und gut, aber wie sieht es mit der Nachhaltigkeit aus?

Gerald Mack: Das Thema Nachhaltigkeit hat oberste Priorität, auch weil das von vielen unserer Großkunden gefordert wird. Letztes Jahr haben wir einen Bio-Schnee entwickelt, der aus Maisstärke gewonnen wird. Die Maischips bekommen wir geliefert und verarbeiten sie selbst, alles zu 100 Prozent biologisch abbaubar. Einen Großteil unserer Produkte wollen wir Step by Step durch eine Biovariante ersetzen. Bei uns arbeiten zwei Leute, die sich nur damit beschäftigen. Gerade arbeiten wir auch an Verpackungsalternativen, wie Papiertüten, die zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind, oder Glasflaschen. Das Zukunftsziel: Wir wollen die Farben zum Einfärben und unseren Kleber auf Naturbasis herstellen.

In Weiden veredelt Eurosand verschiedene Stoffe wie Sand oder Maischips, füllt diese ab und stellt auch teilweise Verpackungen selbst her. Bild: Eurosand

Besonders Leute aus dem Mittelstand müssen immer mehr aufs Geld schauen. Was spricht für Dekoprodukte in Krisenzeiten?

Gerald Mack: Am Einkaufsverhalten unserer Kunden merken wir die Einschnitte durch Corona, den Krieg in der Ukraine und die Verteuerung der Energie. Sie sind vorsichtiger geworden mit der Disposition, die Zeitfenster der Bestellungen werden kleiner, die Leute warten mehr ab, alles ist etwas verhaltener. Das Weihnachtsgeschäft kann ich nicht beurteilen. Ich weiß nur, dass unsere Potpourris sehr gut ankommen, und die Kunden für nächstes Jahr schon vorbestellen. Wir haben Produkte, die in Krisenzeiten auch für Leute mit kleinem Geldbeutel erschwinglich sind. Da sagt der Endverbraucher eher: ‚Ach, lass uns für zwei, drei Euro was Schönes gönnen.‘

Wer sind ihre Kunden und wo kann ich als Endverbraucher Ihre Produkte kaufen?

Gerald Mack: Bei allen bekannten Möbelhäusern, von Ikea über XXL Lutz bis Hiendl. Die haben ein permanentes Sortiment von uns gelistet, bei Ikea sind es ein paar Artikel, bei XXL Lutz eine ganze Wand. Dann beliefern wir die großen Gartencenter wie Hagebau und Dehner. Und wir arbeiten mit Discountern wie Norma, Aldi, Penny, Lidl im saisonalen Aktionsgeschäft, gerade eben mit unseren Weihnachtspotpourris. Wir liefern in die ganze Welt, mit Schwerpunkt auf Deutschland und Mitteleuropa. Wir produzieren aber auch individuell auf Kundenwunsch: Für die Firma Chanel haben wir einmal 100 Tonnen Sand produziert, für einen Werbespot für das Parfum Chanel No. 5. Dafür hat Chanel eine Art Mondlandschaft nachgestellt, gedreht in Paris in einer riesigen Halle. Wir haben dafür einen goldenen Sand in einer ganz speziellen goldenen Farbe hergestellt.

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