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Burgfestspiele Vilseck: „Drei Fragen an …“ Brauer Schlicht und Ross Freddy

Vilseck. Stefan Seider alias Brauer Schlicht hat eine führende Rolle: Er führt sein Ross Fredi über den Burghof. Dabei muss sich der Pferdebesitzer nach dem Ein-PS-Diebstahl auch noch dumme Sprüche anhören. Ein tierisches Vergnügen.

Brauer Schlicht alias Stefan Seider auf der Suche nach seinem Ross Freddy. Bild: Jürgen Herda

„Mei Freddy is weg, hat jemand mein Freddy gseng?“, quäkt Stefan Seider als Brauer Schlicht, während er über den Platz marschiert. Die Bauersleut reden ungerührt durcheinander.  „Freddy, wo is mei Freddy?“

Ein Bauer fragt mal vorsichtshalber nach: „Wen?“ – „Den Freddy, meinen Rappen.“ – „Was für einen Rappen?“, will eine Bäuerin wissen. „Ja, meinen halt“, ruft der Schlicht gereizt. „Im Stall ist er nicht. Auf der Koppel nicht. Und im Schlag beim Schmied ist er auch nicht.“

Feiner Riecher

„Vielleicht dass dem Mathes-Bauern seine Stute rosst“, beginnt eine Bäuerin einen derben Scherz. „Und er hat’s in die Nasen g’kriegt, dein Freddy – an feinen Riecher hat er ja?“ Heiterkeit allenthalben. „Was redest denn?“, gibt der Schlicht zurück. „Der ist doch längst g‘legt.“

Das empört eine zuagroaste Bürgerin: „Was, das arme Tier umgelegt?“ Die kommt den Bauern gerade recht. Sie halten sich die Bäuche vor Lachen. „Frau“, erklärt eine Handfeste, „kastriert ist er halt worden.“

Pferd Freddy lässt sich nur allzu leicht vom Räuber Troglauer wegführen. Bild: Jürgen Herda

Freddy ist nicht gestresst

Man müsste bei diesem Streich wie im Kino eigentlich einblenden: „Keinem Tier wurde in dieser Aufführung Schaden zugefügt.“ Hat dir dein Pferd am Schluss zugewiehert, dass es diesen Stress als Fluchttier nicht noch einmal braucht?

Stefan Seider: Das Pferd (Freddy) ist nicht gestresst.

Oder hat er sich, wie du ja ein bisschen unterstellst, etwa gar freiwillig entführen lassen – geht der mit jedem mit?

Stefan Seider: Ja, stimmt schon, er hat sich leicht entführen lassen, da er mit jedem mitgeht.

Kannst du dir aus heutiger Sicht noch vorstellen, dass Pferdediebstahl ein Kapitalverbrechen war – im Wilden Westen wurde man dafür ja aufgeknüpft?

Stefan Seider: Den Diebstahl eines Pferdes kann ich mir heute noch als Kapitalverbrechen vorstellen da ein Pferd sogar heute noch einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Das Pferd als wichtiges Nutztier ist immer noch ein Zeichen für Wohlstand.

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