Der erste CSD Nordoberpfalz geht in Neustadt/WN über die Bühne

Neustadt/WN. Der erste Christopher Street Day (CSD) Nordoberpfalz geht heuer unter dem Motto „Sichtbarkeit schafft Sicherheit“ am 4. Juni ab 15 Uhr auf dem Stadtplatz über die Bühne.

250 Euro hat die Stadt Neustadt/WN an den Verein „equality Oberpfalz“ gespendet. Auf dem Foto die beiden Vereinsvorsitzenden Alexander Irmisch und Tom Radlbeck mit Neustadts Bürgermeister Sebastian Dippold (von links). Foto: Stadt Neustadt/WN

„Die Zusammenarbeit mit der Stadt Neustadt und dem Landratsamt läuft super“, freute sich Tom Radlbeck, zweiter Vorsitzender von „equality Oberpfalz“. „Als ich den Bürgermeister per WhatsApp gefragt habe, was er von einem CSD in seiner Stadt hält, kam gleich ein Regenbogensmiley zurück“, so Radlbeck. Die Stadt hat dem Verein sogar 250 Euro gespendet. „Das Geld fließt direkt in den CSD“, sagt Tom Radlbeck, „der verschluckt einiges an Geld. Weitere Spenden sind also jederzeit willkommen.“

„Mich freut es besonders, dass der erste CSD Nordoberpfalz in Neustadt stattfindet“, sagte Bürgermeister Sebastian Dippold und fügte hinzu: „Neustadt ist bunt“.

Demo, Musik und Diskussion

Am Samstag, 4. Juni, startet der erste CSD Nordoberpfalz um 15 Uhr mit einem Demozug vom Stadtplatz aus bis zur Grader-Kreuzung und wieder zurück. Danach gibt es ein Bühnenprogramm mit Musik unter anderem vom Main Act Keye Katcher. Die Podiumsdiskussion steht unter dem Motto „Hier auf dem Land“. Wegen des CSD wird die Bundesstraße 15 zwischen dem Stadtplatz und der OMV-Tankstelle am 4. Juni zwischen circa 15 und 16 Uhr kurzzeitig gesperrt.

Aufklären und unterstützen

„Wir wollen aufklären über das Thema allgemein, wollen Unterstützung leisten für Menschen, die sich outen möchten und wollen der Stigmatisierung von HIV-Positiven entgegenwirken“, beschreibt Tom Radlbeck seinen Verein equality (zu deutsch: Gleichberechtigung) Oberpfalz. Mittlerweile zählt der Verein über 50 Mitglieder aus der nördlichen Oberpfalz.

„Es ist noch viel Arbeit zu tun“, weiß Radlbeck und bezieht sich hierbei auf die Aufklärung in Sachen Lesben, Schwulen, Bi-, Trans-, Inter- und Asexuellen sowie queeren Personen (kurz LSBTIQ*) in ländlichen Regionen. Nach wie vor würden diese Personengruppen diskriminiert.
„Es gibt Menschen, die sind 50 Jahre und älter, leben hier bei uns auf einem Dorf, haben Familie und trauen sich einfach nicht, sich zu outen, weil sie die Ächtung der Gesellschaft fürchten“, erzählt Tom Radlbeck.

Künftig regelmäßig

„Das muss sich ändern, am besten schnell“, merkt Bürgermeister Dippold an. „Genau deswegen braucht es in unserer Region mehr Veranstaltungen wie den CSD und mehr Menschen wie Tom Radlbeck und seine Kollegen von equality Oberpfalz“. In Zukunft soll es den CSD Nordoberpfalz regemäßig geben.

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