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Die BHS-Brüder Engel sponsern Christina Baumers Oberpfalz-Film

Tirschenreuth/Weiherhammer. Zwei Wirte, der alteingesessene und ein zugereister Ossi. Rivalität bis aufs Lackerl Blut – die Ingredienzien für Christina Baumers geplanten Oberpfälzer Kino-Film „Hundslinger Hochzeit“. Die aus einem Münchener Tatort bekannte Schauspielerin hat mit ihrer Idee auch die Chefs eines Weltmarktführers aus Weiherhammer überzeugt.

Alle Kameras auf BHS und die LUCE-Stiftung: Die Gebrüder Christian (von links) und Lars Engel sowie Professor Erich Bauer unterstützen Christina Baumers Filmprojekt. Bild/Monatge: Trott/Herda

Da muss einmal wieder ein abgewandeltes Valentin-Zitat herhalten: „Filmemachen ist schön, macht aber viel Arbeit.“ Vor allem, wenn man wie Christina Baumer von der Produktion über die Hauptrolle bis zur Finanzierung alles in Eigenregie machen möchte.

Was heißt schon möchte? Die Triebendorferin (Landkreis Tirschenreuth) hat es sich nun einmal in den Kopf gesetzt, die Oberpfalz zur Film-Region zu entwickeln. Auf die Münchener Kino-Elite kann man da lange warten. Und der Bayerische Rundfunk tendiert dazu, den Landstrich zwischen Schwandorf und Waldsassen, zwischen Kemnath und Waidhaus als zurückgebliebenes Kuriositäten-Kabinett wie in der skurrilen Doku-Serie „Früher oder später“ zu porträtieren.

Marsch durch die Chef-Etagen

Also marschiert die 36-Jährige in die Chefetagen Oberpfälzer Unternehmen, um die hiesigen Wirtschaftskapitäne von ihrem Projekt zu überzeugen. Die Geschäftsführer von BHS Corrugated sind vom Auftritt der dynamischen Cineastin schon mal überaus hingerissen. „Das ist eine unglaublich lustige Frau“, beschreibt Christian Engel seinen ersten Eindruck. „Das war ein Beweggrund, dass wir gesagt haben: Es ist eine ausgezeichnete Idee, die Menschen in so einer sauren Zeit mit etwas Lustigem abzulenken.“

Lustig verspricht der Plot zur „Hundslinger Hochzeit“, den Christinas Mutter Ulla ins Drehbuch geschrieben hat, allemal zu werden? „Ich selbst werde die Hauptrolle spielen“, erklärt die autodidaktische Produzentin, „die Magdalena, Tochter des Oberpfälzer Wirts.“ Die will das Erbe ihrer Mutter retten. Eine „Romeo und Julia auf dem Dorfe“-Story bahnt sich an. „Wie sollte es anders sein, es gibt natürlich auch noch eine Liebesgeschichte.“

So könnte Christina Baumers Film im Kino aussehen. Bild/Montage: Bilderburg

Gstanzln von Christian Engel

Das Haar in der Suppe? „Ein bösartiger Bürgermeister, der den Ort intrigant weiterentwickeln will.“ Vorbild sind Rita Falks Eberhofer-Krimis. Und das tief schwarzhumorige Hindafing mit dem Crystal-schnupfenden Maximilian Brückner als korrupten Bürgermeister. Christian Engel bekommt da richtig Lust mitzuspielen: „Vielleicht wird da noch der ein oder andere Bauer als Wirtshausdimpfl gebraucht“, sagt er lachend, „ich kann da schon einige deftige Gstanzln von der BHS beitragen.“

Die Engels wollen mit ihrem Beitrag aber vor allem eine junge, ambitionierte Regisseurin unterstützen, deren Idee von einer Oberpfälzer Filmproduktion hervorragend in die Vorstellung der Unternehmer eines cleveren Regionalmarketings passt – gerade weil die Oberpfalz im Bayerischen Fernsehen oft etwas hinterwälderisch daherkommt.

Christina Baumer in der Hauptrolle als engagierte Wirtstochter mit Herz. Bild/Montage: Bilderburg

Lars Engel: „Wir sind ein humorvoller Menschenschlag“

„Die Filmindustrie ist ein wichtiger Kommunikationskanal,“ erklärt Lars Engel. „Denken Sie nur daran, wie die USA seit einem Jahrhundert mit Hollywood ihre Ideen, Visionen und Werte vermitteln.“ Warum sollte das also nicht auch auf kleinerer Ebene funktionieren: „Wir können endlich zeigen, was für ein humorvoller, bondenständiger Menschenschlag wir Oberpfälzer sind.“

Dass sich Christina Baumer als Novizin dabei auch noch für den Bayerischen Filmpreis bewerben will, ringt Christian Engel echte Bewunderung ab: „Vor allem bei einem Film mit einem angestrebten Budget von 150.000 Euro ist das schon aller Ehren wert.“ Deshalb beteilige sich BHS über die LUCE-Stiftung sehr gerne an dem Projekt. „Und ich traue ihr bei ihrem Charisma auch ohne weiteres zu, weitere Sponsoren zu finden.“

Die nördliche Oberpfalz als Filmstar. Bild/Montage: Bilderburg

Neuer Kultfilm aus der Oberpfalz

Bei der Vorstellung, dass in der Oberpfalz ein neuer bayerischer Kultfilm entstehen könnte, der die Brüder an ihre alten Lieblingsserien wie das Königlich bayerische Amtsgericht, den Monaco Franze, München 7 oder Irgendwie und sowieso erinnert, bekommen sie leuchtende Augen. Seitdem sich Ministerpräsident Markus Söder – offensichtlich mit Erfolg – für einen Franken-Tatort eingesetzt hat, wäre das ein weiteres Spielfeld für eine toughe Oberpfälzer Produzentin.

Ein skurriles Kommissaren-Paar in Regensburg, das tödliche Fälle zwischen Kallmünz, Ursulapoppenricht, Weiherhammer und Tschitscherlboch aufklärt. „Das wäre mal was anders als ständig typische deutsche Sozialprobleme und Missstände aufzubereiten“, sieht Christian Engel auch in dieser Idee Potenzial.

Film-Hochburg zwischen Denkwelt und Pilsen

Potenzial, um diese Visionen umzusetzen, sehen die Engel-Brüder in der Region ohnehin: „Wir haben an der OTH Amberg-Weiden die Medientechnik“, sagt Christian Engel, deren Profil könnte man noch etwas schärfen.“

Dazu stünde vor der Haustüre mit den Animationskünstlern der Universität Pilsen ein renommiertes Trickfilm-Institut Gewehr bei Fuß. Und sollte mit der visionären Denkwelt demnächst ein Leuchtturm der Künstlichen Intelligenz an den Toren Weiden errichtet werden, könnte das Medium Film in der Oberpfalz ganz neu gedacht werden.

So macht man Film

  • Der Plot? „Ich darf natürlich nicht den ganzen Inhalt verraten“, sagt Produzentin Christina Baumer glucksend, „sonst geht hinterher keiner mehr ins Kino.“ Aber immerhin: Zwei Wirte, der alteingesessene und ein zugereister Ossi. Rivalität bis aufs Lackerl Blut.
  • Schauspieler? „Einige stehen fest“, sagt Baumer, „ich selbst werde die Hauptrolle spielen, die Magdalena, die Tochter des Oberpfälzer Wirts. Sie will das Erbe ihrer Mutter retten. Es würde halt schon ziehen, wenn zwei der Hauptdarsteller einen Namen hätten: „Ich denk‘ an Andreas Giebel.“ Für Luise Kinseher kann sie sich eine Rolle als Bedienung im sächsischen Wirtshaus vorstellen: „Als treulose Tomate.“
  • Das Haar in der Suppe? „Ein bösartiger Bürgermeister, der den Ort intrigant weiterentwickeln will.“
  • Vorbilder? „Rita Falks Eberhofer-Krimis.“ Und das tief schwarzhumorige Hindafing mit dem Crystal-schnupfenden Maximilian Brückner als korrupten Bürgermeister.
  • Die Finanzierung? „Ich hätte wahnsinnig gerne eine Million Euro für den Film“, malt sie eine Zahl in die staubige Luft. Aber für ein Debüt Geld zu sammeln sei halt nicht so leicht. „Im schlechtesten Fall drehe ich mit dem Geld, das ich habe.“ Richtig cool gehe es schon mit 60.000 Euro. Mit 150.000 Euro wäre alles safe.
  • Benefit für Sponsoren? Außer dem ideellen Wert, eine Oberpfälzer Produktion zu unterstützen, gibt es die Möglichkeit dezenter Produktplatzierungen. „Ich kann’s am Beispiel der Schlossbrauerei Friedenfels schildern, weil der Herr Baron unser Schirmherr ist – wenn der eine Wirt dem anderen die Bierlieferung klaut, werden das Friedenfelser Bierkisten sein.“ Charmant möchte sie die Werbung verpacken, „schön in den Film dramaturgisch einarbeiten“. Wenn jemand ein Produkt hat, das gut reinpasst: „Bitte melden!“
  • Noch mehr Mehrwert? „Corporate Placement ist groß im Kommen“, verrät die Produzentin. „Da würde ich mir als Drehbuchautorin was einfallen lassen.“

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