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Digitale Innovationen greifbar machen

Kemnath. Die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung sind nun bei Siemens Healthineers in Kemnath auch mit den Händen greifbar. So könnte man die jüngsten Investitionen in Form einer eigenen Fertigung im […]

Kemnath. Die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung sind nun bei Siemens Healthineers in Kemnath auch mit den Händen greifbar. So könnte man die jüngsten Investitionen in Form einer eigenen Fertigung im […]
Rainer Häupl (Leiter Verfahrenstechnik), Helmut Kellner (Leiter Mechanikzentrum), Harald Cura (Büro Kerntechnologieen, Siemens AG), Fabian Krieg, Dr. Michael Ott, Thomas Lange (3D Druck Team) und Michael Braunreuther (Standortleiter) Foto: Hans Walter

Digitale Innovationen greifbar machen

Kemnath. Die technischen Möglichkeiten der Digitalisierung sind nun bei Siemens Healthineers in Kemnath auch mit den Händen greifbar. So könnte man die jüngsten Investitionen in Form einer eigenen Fertigung im Bereich „3D-Druck“ beschreiben.

Von Hans Walter

Siemens Kemnath 3D Druck
Rainer Häupl (Leiter Verfahrenstechnik), Helmut Kellner (Leiter Mechanikzentrum), Harald Cura (Büro Kerntechnologieen, Siemens AG), Fabian Krieg, Dr. Michael Ott, Thomas Lange (3D Druck Team) und Michael Braunreuther (Standortleiter) Foto: Hans Walter

Diese Technologie gilt als disruptive Produktionsform der Zukunft, wofür das Unternehmen in Kemnath die ersten Schritte in Richtung eines eigenen Produktionsraums getan hat. Somit ist der Standort weltweit der erste bei Siemens mit einem verifizierten additiven Fertigungsverfahren für Kunststoffe.

Zukünftig werden unter anderem Verkleidungen und andere Kunststoffbauteile mit Serieneigenschaften gedruckt. Damit können verschiedene Baugruppen schnell und auch vergleichsweise kostengünstig produziert werden. Herauszuheben sei auch, dass alles in einem validierten Verfahren stattfindet, um die Qualitätsanforderungen von Siemens Healthineers und seinen Kunden erfüllen zu können.

Chancen und Möglichkeiten für den Standort

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde wurde in den vergangenen Tagen der neu geschaffene Raum mit mehreren 3D-Druckern und den angegliederten Gerätschaften vorgestellt und offiziell in Betrieb genommen. Zusammen mit Harald Cura, Company Core Technologies Office der Siemens AG, ging Standortleiter Michael Braunreuther auf die Vorteile der neuen Technologie ein und betonte, dass der 3D-Druck die Digitalisierung zum Anfassen sei.

Ihn freue es, dass in Kemnath das Wissen und die Kompetenz um den 3D-Druck gebündelt und weiterentwickelt werden. Somit sei man hierfür nun das Kompetenzzentrum bei Siemens Healthineers. Dies ermögliche viele Chancen und Möglichkeiten für den Standort, so Braunreuther. Um die verschiedenen Themengebiete zukünftig bestmöglich weiter zu treiben, wurden zusätzlich Experten beschäftigt, die nun neue Einsatzgebiete im Bereich der additiven Fertigung entwickeln.

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Kemnath Siemens-Weit einmalig

Neben einem Pulverbettdrucker steht in der neuen Fertigung ein weiterer Drucker, mit dem Langfasern aus Carbon, Glas oder Kevlar in das Bauteil integriert werden können. Dadurch können vor allem auch dünnwandige Verkleidungen oder hochfeste Vorrichtungen gedruckt werden. Durch die Einbettung der Drucker in eine durchgängige Prozesskette, bestehend aus digitaler Datenverarbeitung, Kleben, Oberflächentechnik und Messtechnik, können somit schnell Bauteile mit Serieneigenschaften erzeugt und überprüft werden.

Die digital durchgängige Prozesskette sowie der Siemens-weit einmalige Maschinenpark ist ein Alleinstellungsmerkmal für Kemnath und untermauert seinen Anspruch, der innovative und strategische Partner für mechanische Produkte bei Siemens Healthineers zu sein.

„Additive Fertigung und disruptive Technologie“

Damit wird ein Fertigungsablauf beschrieben, bei dem auf Grundlage von digitalen 3D-Konstruktionsdaten durch das schichtweise Aufbringen von Pulver ein Bauteil entsteht. Im allgemeinen Sprachgebrauch wird hierzu zunehmend der Begriff „3D-Druck“ verwendet. Anders als im herkömmlichen Bereich, bei dem von außen Material von einem festen Körper entfernt wird und damit ein fertiges Bauteil entsteht, wird hier Schicht für Schicht Material aufgetragen, um ein Produkt zu erstellen.

Hierfür können verschiedene Metalle, Kunststoffe oder Verbundwerkstoffe verwendet werden. Anfänglich war dieser Herstellungsprozess nur für den Prototypenbau interessant, da hier schnell und unkompliziert erste Anschauungsmodelle gefertigt werden konnten. Durch die ständige Weiterentwicklung der Fertigungsmaschinen sind nun auch Serien kostengünstig produzierbar.

Durch verschiedene Innovationen können „disruptive Technologien (englisch disrupt – unterbrechen)“ bestehende bzw. etablierte Technologien, Produkte oder Angebote ersetzen bzw. vollständig vom Markt verdrängen. Ein über viele Jahre kostenintensiv aufgebautes Know-how kann dadurch von bisher beherrschenden Anbietern hinfällig werden, wenn mit den neuen Möglichkeiten eine komplett andere, einfachere und umfassendere Fertigung möglich ist.