Dorfkreuz feiert runden Geburtstag

Woppenrieth bei Waldthurn. Dieses Dorf ist im wahrsten Sinne schon sehr speziell. Genauso feierte die rund 40-köpfige Dorfgemeinschaft am Pfingstmontagnachmittag den Geburtstag ihres Dorfkreuzes.

Dorfsprecher Hans Prößl, Monika Gollwitzer, Veronika Beimler und Pfarrer Norbert Götz (von links) sind stolz auf „ihr“ Wegkreuz. Foto: Waldthurn

Mitten um das „Geburtstagskind“ Dorfkreuz hatten die Woppenriether um Dorfsprecher Hans Prößl ein würdiges Geburtstagsareal für die Gäste der 50-Jahrfeier aufgebaut. Der Waldthurner Pfarrer Norbert Götz zelebrierte die Festandacht.

Ein Dorf, in das man gerne zurück kommt

So ein Dorfkreuz ist auch ein Wegkreuz und soll somit ein Wegweiser sein zu Jesus Christus, sagte der Geistliche. Dorfsprecher Hans Prößl sprach die Lesung und erinnerte an die Verstorbenen mit den Hausnamen der einzelnen Häuser und Höfe. Veronika Beimler vom Gursnhof sprach die Fürbitten. Wer glaubt ist nie allein sangen die Dorfgemeinschaft und die vielen Gäste, unter ihnen viele Ehemalige, die gerne in ihr Heimatdorf zurückgekommen waren.

Reise in die Vergangenheit

Zum Abschluss ergriff Monika Gollwitzer vom Fullertnhof das Wort und berichtete in einem Rückblick, was dieses Dorfkreuz in den letzten fünf Jahrzehnten alles gesehen und erlebt hat. „Ich war regelrecht ergriffen, als uns die Fullertn Monika mit auf eine Reise in die Vergangenheit unserer Jugend und Kindheit genommen hat“, sagte eine ehemalige Woppenrietherin.

Ein Dorfkreuz gehörte schon immer dazu

Früher gab es schon ein Dorfkreuz, ein Relief aus Stahlblech mit Christus und Gottesmutter, schön bunt bemalt. Der alte Kreuzbalken war morsch und konnte nicht mehr restauriert werden, sagte Gollwitzer. Deshalb habe man damals beschlossen, ein neues anzuschaffen.

Aus dem damaligen Dorfwettbewerb Unser Dorf soll schöner werden hatte man 300 D-Mark an Prämie erhalten, dies sei der finanzielle Grundstock für den geschnitzten Herrgott, den Adalbert Rösch, ein Künstler aus Weiden schließlich geschnitzt hat. Die Restkosten für das Dorfkreuz steuerten die Dorfbewohner bei. Die Weihe erfolgte im Juni 1972 durch den damaligen Waldthurner Pfarrer Andreas Renner.

Die Fullertnbäuerin berichtete von der Dorfpflege rund um das Kreuz, durch die Familie Prößl, von Rudi Prößl, der alljährlich das Kreuz streicht und poliert und es in den Wintermonaten, wenn ein beleuchteter Christbaum am Dorfhügel steht, daheim in seinem Haus „wohnen“ lässt.

Ein besonderes Dorf mit außergewöhnlichen Menschen

Viel Prominenz sei im Dorf, der Waldthurner Bürgermeister Josef Beimler vom Gursnhof, der die Waldthurner Region weit über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat. Dr. Nikolaus Globisch mit seiner Kulturscheune ist hier daheim und am Fullertnhof befindet sich ein viel beachtetes Oldtimermuseum.

„Mein verstorbener Mann Alfons, der auch Kulturpreisträger des Landkreises war, hat es aufgebaut und viele prominente Gäste wie Fürstenpaare, hochrangige Politiker, Rundfunk und Fernsehen haben sich für die Fahrzeuge interessiert“, so die Fullertnbäuerin. Woppenrieth sei eben menschlich, kulturell und gesellschaftlich etwas Besonderes.

Immer das Kreuz im Mittelpunkt

Völkerball, Gummitwist, Seilspringen, Faschingsumzüge, Countryfest, Mofarennen, Maibaumaufstellen, Musikanten- und Oldtimertreffen, Landjugendfeste, Tänze und Aufführungen und vieles mehr hat das Dorfkreuz in dieser Zeit gesehen. Auch die Dorfglocke vom Fullertnhof läutet seit acht Jahren drei Mal am Tag. Die Sprecherin dankte Dorfsprecher
Hans Prößl und Dorffunkmanagerin Renate Hofmann vom Johnhof für ihr uneigennütziges Engagement.

So manche Tränen verdrückten die Dorfkinder von damals, als die Fullertnbäuerin an den früheren Dorfhund Lassie der Familie Prößl erinnerte. Er passte im Schatten des Dorfkreuzes auf die Dorfkinder auf, stellte sich so manchen Lastwagen zum Schutz in den Weg und verhindert somit oft Schlimmeres.

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