Erst zäh, dann olé: Blue Devils fegen Lindau Islanders vom Eis

Weiden. Auf dem Papier eine klare Sache: Tabellenführer gegen den Zehnten der Eishockey-Oberliga-Süd, dreifache Punkteausbeute, doppelte Trefferzahl. Doch die Blue Devils brauchen einige Minuten, bis sie die Lindau Islanders in den Griff bekommen – dann aber gleich in den Schwitzkasten.

Steht wieder seinen Mann in Weidens Verteidigung: Rob Brown. Bild: Jürgen Masching

Die Verletztenliste der Blue Devils Weiden lichtet sich allmählich, Trainer Sebastian Buchwieser kann beim Heimspiel gegen die Lindau Islanders nach langer Zeit wieder auf Rob Brown als Verteidiger zurückgreifen.

Auch Kapitän Nick Latta darf nach abgesessener Strafe wieder auflaufen. Der Gegner vom Bodensee hatte sich zuletzt verstärkt, wie etwa mit Dustin Reich von den Kassel Huskies aus der DEL2.

Gastgeschenk zu Beginn

Das Spiel vor 456 Zuschauern beginnt dann auch gleich mit einem Paukenschlag. Nach katastrophalem Fehlpass von Dominik Müller im eigenen Drittel, läuft Florian Lüsch alleine auf Weidens Goalie Jaroslav Hübl zu und versenkt die Scheibe trocken zum 0:1 für die Islanders. Die Blue Devils tun sich schwer ins Spiel zu finden. Immer wieder Fehlpässe im Spielaufbau, die Lindauer dagegen hellwach. Völlig überraschend, wenn auch sehenswert, der Ausgleich: Louis Latta passt millimetergenau vors Lindauer Tor, Joey Luknowski schiebt den Puck über die Linie, 1:1 (4.). Fast eine Wiederholung der gelungenen Koproduktion nur zwei Minuten später: Wieder passt Latta vors Tor von Matthias Nemec, wieder schiebt Luknowski ein, 2:1 (6.). 

Jetzt läuft die Maschinerie des Spitzenreiters, wenn auch zweimal in Unterzahl. Doch Lindau kommt kaum zu Chancen, die Blue Devils stehen gut. Drei Minuten vor dem Gong Überzahl für Weiden. Es dauert genau 20 Sekunden , bis die Scheibe im Tor zappelt. Nach Traumkombination über Martin Heinisch und Tomáš Rubeš landet die Scheibe bei Nick Latta, der sie nur über die Linie zu schieben braucht. So geht es nach holprigem Start mit einer passablen 3:1-Führung für die Blue Devils in die erste Drittelpause.

„Fairplay“ in Überzahl 

Die Weidener starten konzentriert in das zweite Drittel – mit hohem Tempo und vielen Torchancen. Nach vier Minuten Strafzeit für die Islanders. Wie zuletzt so oft lassen die Devils die Überzahl ungenutzt. Kaum sind die Gäste wieder komplett, schlägt dafür Martin Heinisch zu, 4:1 (25.). Wie zur Probe aufs Exempel zwei Minuten später das gleiche Spiel: Weiden lässt die Überzahl verstreichen. 

Stattdessen krallt sich Dennis Thielsch den Puck, startete einen Alleingang, umspielt fünf Gegenspieler und netzt zum 5:1 (31.) ein. Anschließend nehmen die Hausherren den Fuß vom Gas. Die Islanders kommen in dieser Phase zu einigen Torchancen, die Jaroslav Hübl zunichte macht. So geht es mit der klaren 5:1-Führung in die letzte Drittelpause.

Kurzes Aufbäumen

Mit dem Torwartwechsel kommt neuer Schwung in die Reihen der Lindau Islanders – und mit ihm auch gleich der zweite Treffer durch Florian Lüsch nach Assists von Jere Laaksonen und Martin Mairitsch, 5:2 (41). Die Islanders riechen Lunte, über Druck auf das Gehäuse von Hübl aus, aber der Weidener Torwart ist nicht mehr zu überwinden. Nach 10 Minuten ist die Luft wieder raus, die Beine werden schwer, die Blue Devils wieder etwas aktiver. 

Dennis Thielschs Schlagschuss schlägt unhaltbar im Tor von Dominik Hattler ein, 6:2 (52.). Den Endstand stellt Martin Heinisch mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend her, 7:2 (54.). Spieler des Abends auf Seiten der Blue Devils Joey Luknowski, der es neben seinen beiden Treffern auf vier Vorlagen bringt.

Gästetrainer Stefan Wiedmeier freute sich anschließend über den schnellen Führungstreffer, bemängelte aber die „haarsträubenden“ Fehler seines Teams. „Wir geben mit unserer jungen Mannschaft aber nicht auf.“ Mit dem ersten Drittel war Weidens Trainer Sebastian Buchwieser nicht zufrieden. Den Hut zog er dafür vor der dritten Reihe um Joey Luknowski.

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