Ferienwohnanlage in sensiblem Umfeld

Flossenbürg. Eine ortsansässige Immobilienfirma will am Oberen Plattenberg eine Wohnanlage mit vier Ferienwohnungen bauen. Ein Bauvorhaben, dem der Gemeinderat nur unter Auflagen zustimmt. Der Bauherr ist aber bereit, alle Änderungswünsche umzusetzen.

Der Plattenberg ist ein städtebaulich sensibler Ortsteil, weshalb die geplante Ferienwohnanlage sich anpassen muss. Aber die Gemeinde will hier auch umfassend sanieren, so dass die Baumaßnahmen aufeinander abgestimmt werden müssen, um sich nicht gegenseitig zu behindern. Bild: Gemeinde Flossenbürg

Mit dem Bauvorhaben der Meier Immobilien GmbH & Co. KG – eine Anlage einschließlich Nebenräumen und Parkplätzen – hat sich der Gemeinderat schon einmal im Dezember befasst. Der Beschluss ist verschoben worden, bis das Landratsamt eine Stellungnahme der Gemeinde forderte. Die Weidener Juretzka-Architekten, die die Gemeinde in Sachen Städtebau beraten, hatten sich damals kritisch zu dem Vorhaben geäußert.

Die Rede war von einem „sensiblen Umfeld“, da das Bauvorhaben in der Nähe von Einzeldenkmälern der ehemaligen sogenannten SS-Häuser liegt, weshalb Belange der Denkmalpflege zu berücksichtigen seien. Die Juretzka-Architekten kritisierten unter anderem den „überdimensionierten“ Baukörper (10 x 20 m) als regelrechten „Fremdkörper“ in der Siedlung. Sie forderten eine deutliche Reduzierung der Größe und eine Strukturierung der Anlage.

Alle Änderungswünsche sollen erfüllt werden

Diese Auflagen und Änderungswünsche zu erfüllen, ist der Bauherr jederzeit bereit, wie es heißt. Vertreter der Fraktionen äußern sich auf dieser Grundlage positiv gegenüber dem Bauvorhaben. Bürgermeister Thomas Meiler sagt, die Gemeinde sei grundsätzlich interessiert an Projekten wie diesem, die den Tourismus förderten. Der Gemeinderat erteilt einstimmig sein Einvernehmen unter der Vorgabe, die Vorschläge des städtebaulichen Beraters in das Bauvorhaben einfließen zu lassen.

Der CSU-Sprecher Peter Schmidt weist darauf hin, dass 2023 die Straßensanierung des Plattenbergs beginnen soll, bei der es zu deutlichen Behinderungen des Verkehrs kommen werde. Das sei in diesem Fall unbedingt zu berücksichtigen.

„Aufwertung des gesamten Areals“

Als „Aufwertung des gesamten Areals“ (Meiler) sieht der Gemeinderat den geplanten Abbruch eines Nebengebäudes in der Flosser Straße unterhalb des ehemaligen Forsthauses mit dem Ziel, dort statt dessen eine Garage zu bauen. Die Juretzka-Architekten, die auch hier zu hören waren, weil das Grundstück im Sanierungsgebiet liegt, hatten ebenfalls keine Einwände. Dem Bau eines landwirtschaftlichen Nutzgebäudes im Weiherweg stimmt der Gemeinderat zu, nachdem der Bauherr dieses nach einer Voranfrage sehr deutlich verkleinert hat. Ursprünglich sollte das Gebäude 15 Meter lang werden, jetzt nur noch neun Meter.

Die erste Planung war auch bei Fachstellen wie dem Landwirtschaftsamt auf Widerspruch gestoßen. Sein Einvernehmen hat der Gemeinderat außerdem einem Bauantrag auf Errichtung eines Einfamilienhauses mit Flachdach im Baugebiet Kapellenberg erteilt; der notwendigen Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans – vorgeschrieben wäre ein Pultdach mit fünf Prozent Neigung – wurde zugestimmt.

Öko-Modellregion: Beitritt noch einmal diskutieren

In der Sitzung hätte die Geschäftsführerin der Öko-Modellregion Naturparkland Oberpfälzer Wald, Kerstin Manner, Ziele und Aktivität der Modellregion vorstellen sollen. Manner hatte aber kurzfristig abgesagt, der Termin soll nachgeholt werden. Flossenbürg ist als einzige Gemeinde der vormaligen „Elf Freunde“ der Öko-Modellregion nicht beigetreten. Meiler will, wie er sagt, noch einmal darüber diskutieren lassen.

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