Kurzmeldungen

Gartensaison beginnt! Wohin mit dem Abfall?

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Neustadt/WN. Hobbygärtner können endlich wieder ran! Wann sind die Container und Sammelplätze für Gartenabfälle wieder geöffnet?

An 86 Standorten wird ab 15. März Gartenabfall gesammelt. Nur wer die volle Abfallgebühr bezahlt, kann neben der Biotonne auch die Sammelcontainer in vollen Umfang nutzen und sämtliche Gartenabfälle einwerfen. Größere Äste dürfen nur zerkleinert in die Behälter gegeben werden. Foto: Landratsamt/Peter Hägler

Im Landkreis Neustadt beginnt die Erfassung der Gartenabfälle über die Container und Sammelplätze ab 15. März 2021. "Der erste Sammeltag und die Öffnungszeiten können in den einzelnen Landkreisgemeinden variieren", wie ein Sprecher aus dem Landratsamt erklärt. 

Bis voraussichtlich Mitte November dürfen hier Äste, Laub, Sträucher und Rasenschnitt entsorgt werden. Aber: Wer für die Eigenkompostierung eine Ermäßigung auf die Abfallgebühr erhält, darf nur sperrige Gartenabfälle einwerfen.

FAQs zum Gartenmüll:

Warum ist kompostieren so wichtig?

Aus den Gartenabfällen der warmen Jahreszeit stellen Kompostwerke Qualitätsgütekompost her. Kunststoffbeutel, Kehricht, Sägemehl dürfen nicht in den Containern landen. Damit will der Verwerter ausschließen, dass Reste von Holzschutzmitteln, Mikroplastik, Steinchen und Zigarettenkippen die Qualität des Kompostes verschlechtern.

Schließlich soll der ausgereifte Kompost bei Pflanzungen Verwendung finden. Der Landkreis sammelte in der letzten Saison an jedem der 86 Sammelstandorte jeweils durchschnittlich 1.000 Kubikmeter Grüngut. Wer die reguläre Abfallgebühr, inklusive Bioabfallverwertung über Biotonne und Gartenabfallsammlung entrichtet, kann alle Gartenabfälle anliefern.

Eigenkompostierung: Es gibt Regeln! 

Von Grundstücken, für die eine Gebührenermäßigung für Eigenkompostierung in Anspruch genommen wird, dürfen dagegen nur sperrige Gartenabfälle wie Äste und Sträucher in die Grüngutcontainer. Einen Anspruch auf Gebührenermäßigung hat nur, wer tatsächlich alle auf dem Grundstück anfallenden Bioabfälle (dazu zählen u.a. auch sämtlicher Rasenschnitt, Laub usw.) durch Eigenkompostierung in seinem Garten verwertet.

Von jedem Grundstückseigentümer, der diese Ermäßigung beantragt hat, wurde dies unterschriftlich versichert. Nachdem hier Missbrauch festgestellt wurde, wird die Grüngutanlieferung vom Landratsamt weiterhin stichprobenartig überprüft. Größere Äste sind nur zerkleinert in die Sammelcontainer zu geben, um das ganze Volumen der Behälter nutzen zu können.

Ist Eigenkompostierung überhaupt ratsam?

Die Abfallberatung des Landratsamtes empfiehlt weiterhin die Kompostierung im eigenen Garten. Auch für Biotonnennutzer ist das Herstellen von eigener Komposterde eine sinnvolle Ergänzung. Gerade während der Gartensaison ergeben die pflanzlichen Küchenabfälle mit Gartenabfällen eine ideale Mischung für Kompost.

Die Natur verwertet von je her alles, was in Wäldern und Gärten an natürlichem Abfall zu Boden fällt. Bakterien und Kleistlebewesen verarbeiten abgestorbene Pflanzen und Laub vollständig zu Humus. Mit einem Komposthaufen kann man sich diese Abbauprozesse der Natur zu Nutze machen.

Kompost richtig nutzen: So läufts perfekt

Egal ob man mit offener Kompostmiete oder mit einem Kompostgefäß arbeitet, gewählt wird ein halbschattiger Standort, wo die eingesammelten Gartenabfälle verrotten können. Richtig in Fahrt kommt die Kompostrotte, wenn Rasenschnitt, kleinere Äste und die rohen Gemüse- und Obstabfälle aus der Küche mit aufgeschichtet werden.

Der Rotteprozess wird von Bakterien, die überall im Boden vorkommen, eingeleitet und dann von tausenden von Würmern und Kleinstlebewesen fortgesetzt. Diese Recyclingspezialisten wandern von selbst in den Komposthaufen ein und arbeiten zum
Nulltarif.

Sie wollen aber mit ausreichend Luft und Feuchtigkeit versorgt sein. Die Abfälle sind daher locker aufzuschichten. Rasenschnitt darf nur in dünnen Lagen auf den Kompost, sonst schneidet er den Tieren die Luft ab. Kleinere Äste vom Obstbaumschnitt und Sträucher können mit untergemischt werden, dann herrscht in der Recyclingfabrik Kompost ein gutes Klima. Was die tierischen Helfer nach einem bis zwei Jahren zurücklassen, erinnert nicht mehr an Abfall, sondern ist feinkrümelige Komposterde.

Die kann der Gärtner dort einsetzen wo Dünger, Pflanzsubstrat oder lockerer Boden gebraucht werden. Kompost enthält natürlicherweise alle Haupt- und Spurennährstoffe. So deckt er die Versorgung des Bodens und der Pflanzen mit
Nährstoffen nahezu vollständig ab. Er wirkt gegen Krankheitserreger aus dem Boden – der so genannte phytosanitäre Effekt – und fördert so die Pflanzengesundheit.

Düngen mit Kompost: Macht das Sinn?

Sinnvoll ist die eigene Kompostierung allerdings nur in einem Umfang für den auch entsprechende Nutzung vorhanden ist. Wenn keine ausreichenden Gartenflächen mit Beeten vorhanden sind, kann auch die Kompostdüngung zu einer Überversorgung des Bodens führen.

Faustregel: Der mit Kompost gedüngte Hausgarten sollte eine Mindestfläche von 50 Quadratmetern/Haushaltsmitglied aufweisen, um eine Überdüngung zu vermeiden.

Bei Fragen zur Grüngutsammlung und Kompostierung geben Bernhard Götz, Telefon (09602) 793550 und Peter Hägler, Telefon (09602) 793530 gerne Auskunft.

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