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Gebaut für die bayerische Armee – saniert von der US-Armee

Grafenwöhr. Das sanierte Gebäude 541 in den Tower Barracks ist eine Kombination aus Geschichte und modernen Standards. Rund 9,5 Millionen Dollar investierte die US-Armee in das Fachwerkgebäude, das einst für die königlich bayerische Armee als Unterkunft bebaut wurde.

Gebaut für die bayerische Armee – saniert von der US-Armee

Garnisonskommandeur, Oberst Kevin Poole, Oberst Chad Froehlich, Bürgermeister Edgar Knobloch, Oberstleutnant Dennis Louck, Werner Allar von der Firma Klebl; Command Sergeant Major Michael Cordery und Edwin Vasquez durchschneiden das Band nach Abschluss der Sanierung des Gebäudes 541. Foto: Gerald Morgenstern

Schon zwischen 1907 und 1915 wurde damals in Grafenwöhr geplant, vorbereitet und gebaut. In einem für die Gegend untypischen fränkischen Fachwerkstil wurden die Unterkunftsgebäude für das III. Königlich Bayerische Armeekorps auf dem Gelände südlich der Stadt errichtet.

Das ist es, was wir an Grafenwöhr lieben, es ist ein Standort mit einer über hundertjährigen Geschichte, aber auch eine Plattform und ein hochmoderner Übungsplatz für die besten Soldaten der Welt, umgeben von unseren großartigen deutschen Partnern im schönen Bayern.

Oberst Kevin Poole

Auch von den nachfolgenden Armeen wurden die Gebäude weiter genutzt, bis zum Beginn der Renovierung war das Building 541 ein Verwaltungsgebäude der US-Armee Garnison Bavaria. Das renovierte Haus wird künftig das neue Hauptquartier des 15. US-Pionierbataillons sein. Einer Einheit, deren Geschichte ebenfalls bis ins Jahr 1916 zurückreicht.

Für die Soldaten des III. Königlich Bayerischen Armeekorps wurde um das Jahr 1910 die Unterkunftsgebäude im fränkischen Fachwerkstil erbaut. Auf den Kaserneninnenhöfen herrschte reges Leben. Foto: Gerald Morgenstern
Foto: Gerald Morgenstern
Foto: Gerald Morgenstern
Foto: Gerald Morgenstern

Spaß am Bauen

Heute unterstützt das Bataillon die U.S. Army Europe and Africa sowie die NATO bei der Ausbildung internationaler Streitkräfte. Das 15. Pionierbataillon verfügt über insgesamt sechs Kompanien in Deutschland, fünf davon in Grafenwöhr. Demnächst wird eine weitere Brückenkompanie eintreffen, mit rund 500 Soldaten. “Als Pioniere haben wir Spaß
am Bauen, daher gibt das neue Gebäude zusätzliche Kapazitäten und Fähigkeiten“ freute sich Oberstleutnant Dennis Louck, Kommandeur der 15th Engineer über den zusätzlichen Platz.

Neben Garnisonskommandeur Oberst Kevin Poole und Oberstleutnant Louck nahm auch Grafenwöhrs Bürgermeister Edgar Knobloch an der Feier teil. Er freute sich ebenso über die gelungene Sanierung des historischen Gebäudes und die Bautätigkeit im Lager. Weitere Gäste waren der Kommandeur der 18. US-Militärpolizeibrigade, Oberst Chad Froehlich, Vertreter der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) der US-Bauverwaltung und Vertreter der mit der Renovierung beauftragten Firmen.

Baustelle mit wenigen Problemen

“Alles in allem war dies eine der reibungslosesten Baustellen, die wir in den letzten zehn Jahren hatten”, freute sich Andrea Hösl, Leiterin der Projektmanagementabteilung in der US-Garnisonsbauverwaltung. Hösls Team war für die Renovierung des Gebäudes verantwortlich, von der Finanzierung über den Entwurfs- und Planungsprozess bis hin zu den eigentlichen Renovierungsarbeiten. Aufgrund der Sondergenehmigung des Staatlichen Bauamtes wurde das gesamte Sanierungsprojekt ausschließlich von der US-Bauverwaltung und dem US-Ingenieurkorps bearbeitet.

“Heute feiern wir nicht nur den Abschluss des Bauprojekts für das Gebäude 541, sondern auch die hervorragende Partnerschaft”, sagte Edwin Vasquez, vom U.S. Army Corps of Engineers Europe. Das gesamte Projekt hat ein Volumen von rund 9,5 Millionen Dollar. Trotz verschiedener Herausforderungen wie der Feststellung von Kontaminationen, nicht explodierten Sprengkörpern, Corona und Lieferschwierigkeiten wurde das Projekt erfolgreich und fristgerecht abgeschlossen.

Zoigltermine
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Alle modernen Aspekte berücksichtigt

Das Gebäude entspricht sowohl deutschen als auch amerikanischen Schutz- und Sicherheitsstandards und ist barrierefrei zugänglich. Bei der Renovierung wurden die historischen Elemente erhalten und Umweltaspekte berücksichtigt, wie beispielsweise das jährliche Nisten von Schwalben auf dem Dach des Gebäudes.