Gemeinderat: In Schirmitz wird viel gebaut

Schirmitz. In der Gemeinderatssitzung am Montagabend gab es wieder jede Menge Themen zu besprechen und zu beschließen.

Für die 35 Bauparzellen im Baugebiet „Im Gwend“ (dunkle, umgepflügte Fläche) habe sich 73 Bewerber gemeldet, weitere zehn Bewerber stehen auf der Warteliste, doch täglich kommen neue Interessenten hinzu. Foto: Walter Beyerlein

Die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung soll im Kristallweg auf eine rechtlich gesicherte Grundlage gestellt werden. Deshalb sollen die entsprechenden Leitungen selbst verlegt werden. Damit verbunden ist auch der Ausbau dieses Straßenteiles. Bürgermeister Ernst Lenk erklärte dazu, dass derzeit die Leitungen in Privatgrundstücken verlegt sind, entsprechende Grunddienstbarkeiten jedoch nicht vorliegen.

Dipl.-Ing. Markus Schieder, Zwick Ingenieure GmbH Weiden, stellte das Projekt vor, das sich im Hinblick auf den Ausbau der Straße auch im Einmündungsbereich zur Sonnenstraße auswirkt. Möglich wird mit dieser Baumaßnahme die Bebauung der Grundstücke am Kristallweg und die Ver- und Entsorgung über die neuen Leitungen.

458.000 Euro Baukosten

Nach dem aktuellen Bauentwurf sind für den Mischwasserkanal einschließlich der Hausanschlüsse 190.000 Euro aufzuwenden. Für die Trinkwasserleitung mit den Hausanschlüssen belaufen sich die Kosten auf 69.000 Euro. Der reine Straßenausbau mit frostsicherem Untergrund kostet 175.000 Euro, was letztlich eine Gesamtsumme von 434.000 Euro ergibt. Das entspricht laut Lenk dem Preisniveau des Frühjahres 2023. Durch die Anbindung des „Kristallweges“ an die Sonnenstraße muss im Einmündungsbereich ein Schacht erneuert werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 24.000 Euro.

Damit errechnet sich eine Gesamtsumme der Baukosten von 458.000 Euro zuzüglich der entsprechenden Baunebenkosten. Markus Schieder erklärte, dass die hohen Kosten für den Kristallweg auf dessen Charakter als Sackgasse zurückzuführen seien. Das erschwere die Bauarbeiten, weil die Arbeiten nicht gleichzeitig von beiden Seiten aus durchgeführt
werden könnten. Der Gemeinderat stimmte einstimmig der Entwurfsplanung und Kostenberechnung zu und beauftragte die Zwick Ingenieure GmbH mit den Umsetzungen weiterer Leistungsphasen.

Generalsanierung der Mehrzweckhalle

Die Generalsanierung der Mehrzweckhalle hat unmittelbar nach dem Faschingsball der SpVgg Schirmitz begonnen. Der Bürgermeister machte dabei deutlich, dass die Präsenz von fünf Ingenieurbüros mit Zuständigkeit für entsprechende viele Fachrichtungen die Problematik der Sanierung aufzeigt.

Schon die Verlegung des Schmutzwasserkanals als „Rohr im Rohr“ mit Baubeginn Herbst weist auf den Umfang der Maßnahme hin. Doch unabhängig von der Neuverlegung des Kanals können die Bauarbeiten in der Halle ungehindert starten. Ausweichmöglichkeiten für die Vereine bieten sich in den Turnhallen in Bechtsrieth und Pirk an. Für die Einlagerung des Inventars wurden vier Seecontainer zum Preis von etwa 7.600 Euro beschafft. Aufgrund der Erhöhung der Kostenrichtwerte kann die Gemeinde nach den Worten des Bürgermeisters mit einem Förderbetrag von 806.000 Euro rechnen. Dies bedeute im Gegensatz zum Vorjahr ein Plus von 122.500 Euro.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, das Inventar aus Gaststätte und Küche zunächst einzulagern. Dies gilt auch für die vorhandene Kühlzelle. Das Mobiliar aus dem Kartellraum wird größtenteils entsorgt. Die vorhandenen Sportgeräte sollen aufbereitet werden. Für diese Arbeiten erteilte der Gemeinderat den Auftrag an die Firma Mitufa GmbH, Röttenbach, zum Angebotspreis von gut 41.000 Euro.

Auch die Kanal- und Wasserleitung vom Schulweg zur Naabstraße im Zuge der Generalsanierung der Mehrzweckhalle soll erneuert werden. Der Gemeinderat befürwortete dieses Vorhaben einstimmig, seitens der Gemeinde wird ein Förderantrag entsprechend der Richtlinie für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben eingereicht.

Erweiterung des Kinderhauses

Verzögerungen bei Baumaßnahmen führen meist zu Preissteigerungen beim geplanten Projekt. Umgekehrt ist es bei der Erweiterung des bestehenden Kinderhauses Schirmitz um zwei Kinderkrippengruppen. Hier brachte die Auftragsvergabe für die Gewerke ein Förderplus von 84.000 Euro. Das war der alljährlichen Anpassung der Kostenrichtwerte geschuldet. Insgesamt beträgt die Förderung für dieses gemeindliche Projekt zwischen 800.000 und 900.000 Euro. Jeweils einstimmig erteilte der Gemeinderat die Vergaben für die Gewerke. Ebenso einstimmig befürwortete der Gemeinderat die Errichtung einer Fotovoltaikanlage auf dem ehemaligen Schwesternwohnheim und dem Kindergartengebäude mit einer Anlagenkapazität von 29 kWp entsprechend der Planung des Büros ViSoTech GmbH Sulzbach-Rosenberg.

Baugebiet „Im Gwend“

35 Bauparzellen stehen im Baugebiet „Im Gwend“ zum Verkauf bereit. Dafür haben sich fristgerecht 73 Bewerber gemeldet. Zehn Nachrücker stehen außerdem bereit, täglich melden sich weitere Interessenten, die auch als Nachrücker eingeordnet werden. Bürgermeister Ernst Lenk berichtete, dass die eingegangenen Bewerbungen entsprechend den Vorgaben des Vergabeausschusses geprüft wurden.

Seitens der Planung der Bauparzellen hat sich ergeben, dass diese in ihrer Größe im Westen leicht verändert werden müssen, was wiederum einer Änderung der Kanalerschließung geschuldet sei. In der nächsten Gemeinderatssitzung am 17. April solle der Entwurf der Planung des Baugebietes und die Kostenberechnung zur Entscheidung vorgelegt werden. Die Fertigstellung der Erschließungsmaßnahmen solle dann Mitte 2024 abgeschlossen sein. Lenk erhofft sich, dass angesichts dieses Zeitfensters mehr Firmen an der Ausschreibung beteiligen. Solange diese Erschließungsmaßnahmen in ihrer Kostenhöhe nicht bekannt, könne auch keine Angabe über den Quadratmeterpreis für ein Baugrundstück gemacht werden, erklärte der Bürgermeister.

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