Grüne im Landkreis Tirschenreuth werben für ein bayerisches Radgesetz

Tirschenreuth. Die Mitglieder des Grünen-Kreisverbands sammeln fleißig Unterschriften für das Erwirken eines bayrischen Radgesetzes.

(von links) Gudrun Müller (Ortssprecherin), Luca Frank, Franz Heinrich, Magda Heinrich und Benjamin Sertl (Kreissprecher) werben für die Unterschriftenaktion. Bild: Bündnis 90/Die Grünen KV Tirschenreuth

Der Radverkehrsanteil soll bis 2030 bayernweit 25 Prozent betragen, weil er unter anderem auch ein wichtiger Baustein zur Eindämmung der Klimakrise ist. Die Verkehrsmittel des Umweltverbundes sollen ausgebaut werden und gut kombinierbar sein. Dies sind Ziele des Radentscheids Bayern, der deshalb für eine echte Radverkehrsförderung steht, durch den die Kommunen verpflichtet werden sollen, umweltfreundliche Mobilität bei Planungen mitzudenken und umzusetzen.

Unzureichend ausgebaute Radverbindungen

Denn derzeit fehlt es an einer breiten Unterstützung des Freistaates: Es gibt kein bayerisches Radgesetz. Bisher ist es den Kommunen selbst überlassen, ob und wie sie den Radverkehr fördern. An vielen Staats- und Bundesstraßen gibt es schlicht keine Radwege. „Wenn ich mit meinem E-Bike von Tirschenreuth aus nach Erbendorf zur Arbeit fahre, muss ich zweimal für ein längeres Stück auf die Staatsstraße wechseln. Da bekomme ich schon manchmal Angst, wenn mich schwere Lastwägen überholen und mich an den Straßenrand drängen“, sagt Gudrun Müller, Ortssprecherin in Tirschenreuth.

„Es könnte viel schlechter sein“

Insbesondere im Stadtverkehr, der auch für Berufspendler wichtig ist, fehlt es an vernetzter Radinfrastruktur. „Was in den Niederlanden und in Dänemark schon lange Realität ist, könnte auch bei uns bald Wirklichkeit werden“, hofft Benjamin Sertl, Sprecher des Grünen-Kreisverbandes. Weiter sagt er: „Wobei wir schon sehr froh über den Zustand unserer Radinfrastruktur im Landkreis sein können, es könnte viel schlechter sein.“ Der Radentscheid Bayern ist ein Bündnis aus Verbänden und politischen Parteien wie den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub, Verkehrsclub Deutschland oder dem Bund Naturschutz.

Viele Stimmen bereits gesammelt

Auch die Grünen, die SPD und die ÖDP sind dabei. Bis 31. Oktober müssen 25.000 Unterschriften im Freistaat gesammelt werden, um ein Volksbegehren initiieren zu können, ähnlich wie „Rettet die Bienen“ vor einiger Zeit. Am vergangenen Sonntag, den 28.08.2022 sammelte der Ortsverband Tirschenreuth für den Radentscheid Unterschriften. Positioniert am Vizinalbahnradweg am Ortsausgang Tirschenreuth zogen die Mitglieder positive Resonanz: Es konnten viele Stimmen gesammelt werden, viele Gespräche wurden geführt.

Noch bis Ende Oktober können alle Einwohnerinnen und Einwohner Bayerns Ihre Stimme abgeben. Sammelstellen sind online zu finden.

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