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Haushalt zwingt, Prioritäten zu setzen

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Letzau. 4,4 Millionen Euro ist der Haushalt schwer, ein Haushalt, der laut Bürgermeisterin Marianne Rauh zeigt, dass man gut gewirtschaftet habe. Trotzdem sei es notwendig, Prioritäten zu setzen. Die höchste hat die Dorferneuerung Wilchenreuth.

Rauh hält die Dorferneuerungsmaßnahmen im Ortsteil Wilchenreuth eigenen Worten zufolge für „absolut notwendig“. Kämmerer Andreas Voit bestätigt dem Gemeinderat das „gute Wirtschaften“, von dem die Bürgermeisterin spricht; die Haushaltsentwicklung auch der nächsten Jahre sehe „nicht schlecht“ aus, sagt Voit.

Haushaltsvolumen nur geringfügig unter dem des Vorjahres

Verwaltungshaushalt (2,3 Millionen Euro) und Vermögenshaushalt(2,1 Millionen Euro) sind wieder beinahe gleich groß und liegen in Summe knapp unter dem Volumen des Vorjahres (4,5 Millionen Euro). Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen.

Die Kanalbenutzungsgebühren wurden im vergangenen Jahr schon wegen Sanierungsmaßnahmen sehr deutlich angehoben (von 3,39 Euro pro Kubikmeter auf 4,65 Euro); der diesjährige Ansatz im Haushalt von 170.000 Euro ist daher nur etwas höher als im Vorjahr (160.000 Euro).

Gewerbesteuer: Kämmerer schätzt für 2021 sehr vorsichtig

Die Gewerbesteuer ist im vergangenen Jahr mit rund 214.000 Euro deutlich höher ausgefallen als die Schätzung von 150.000 Euro; der Kämmerer hat für heuer dennoch nur wieder vorsichtige 150.000 Euro eingestellt.

Einkommenssteuerbeteiligung steigt nicht wie in den Vorjahren

Die Einkommenssteuerbeteiligung der Gemeinde sinkt erstmals seit Jahren deutlicher; Voit rechnet mit 658.000 Euro (Vorjahr: 704.000). Der Einbruch sei nicht dramatisch, sagt er, aber die bisher regelmäßige Steigerung setze sich - möglicherweise pandemiebedingt - nicht fort.
Die Schlüsselzuweisung soll laut Haushaltsplan heuer ähnlich wie im vergangenen Jahr ausfallen; Voit rechnet mit 475.000 Euro (Vorjahr 470.000). 

Die Umlagen an den Grund- und Hauptschulverband Neustadt, den Schulverband Waldthurn, die Stadt Vohenstrauß und die Gastschulbeiträge kosten die Gemeinde voraussichtlich um die 114.000 Euro. Für den Unterhalt der Straßen und Wege stehen 100.000 Euro im Haushalt; das ist derselbe Ansatz wie im vergangenen Jahr, in dem wegen der Pandemie tatsächlich gerade einmal 4500 Euro ausgegeben wurden.

Bauhof kostet die Gemeinde rund 180.000 Euro

Für den Bauhof mit all seinen Aufgaben sind gute 180.000 Euro veranschlagt. Dicke Brocken im Verwaltungshaushalt sind wieder die Kreisumlage (465.000 Euro) und die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft (179.000 Euro). 

Verkauf der Grundstücke im "Kirchberg II" noch heuer

In den Vermögenshaushalt sollen laut Ansatz für Grundstücksverkäufe im neuen Baugebiet „Kirchberg II“ 500.000 Euro zurückfließen, weitere Einnahmen werden aus Erschließungs- und Herstellungsbeiträgen erwartet.

Für die Dorferneuerung Wilchenreuth, die 2022 abgeschlossen sein soll, sind für heuer und das kommende Jahr jeweils 300.000 Euro veranschlagt.

Eine Zuführung vom Verwaltungshaushalt an den Vermögenshaushalt ist in der Höhe von 128.000 Euro geplant, für Investitionen steht einschließlich der Investitionspauschale von 126.000 Euro eine freie Finanzspanne von 204.000 Euro zur Verfügung.

Rücklagen könnten bis in drei Jahren aufgebraucht sein

Die Gemeinde verfügt über ein finanzielles Polster in Höhe von 622.000 Euro, dazu gelegt werden heuer 62.500 Euro. Der Kämmerer weist darauf hin, dass die Rücklage 2024 aufgebraucht sein könnte, wenn die Entnahmen in den kommenden Jahren wie geplant erfolgten. Dazu zählen hohe Investitionen in den Brandschutz, unter anderem für ein neues Feuerwehrhaus der Wehr Letzau und ein neues Fahrzeug für die Wehr Edeldorf.

Die Gemeinde hat derzeit 588.000 Euro Schulden, das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung der 1188 Einwohner von 495 Euro (Vorjahr: 297).
Der Haushalt wird vom Gemeinderat einstimmig beschlossen, der Finanz- und Investitionsplan mit der Gegenstimme des SPD-Sprechers Josef Herrlein; die Gründe für sein Veto nennt Herrlein nicht.
 

Eckdaten des Haushalts 2021

Verwaltungshaushalt: 2,3 Millionen Euro (Vorjahr: 2,3 Millionen Euro)

Vermögenshaushalt: 2,1 Millionen Euro (Vorjahr: 2,2 Millionen Euro)

Hebesätze: 400 v. H. (Grundsteuer A + B, Gewerbesteuer)

Höchstbetrag der Kassenkredite („Dispo“ der Gemeinde): 150.000 Euro

Rücklage: 622.000 Euro

Pro-Kopf-Verschuldung der 1188 Einwohner: 495 Euro (Vorjahr: 297 Euro)

Kreisumlage (Ansatz): 466.000 Euro (Vorjahr: 451.000)

Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft (Ansatz): 179.000 Euro (Vorjahr: 172.000)

Zinsbelastung: 4.500 Euro

Größtes Projekt im Vermögenshaushalt: Dorferneuerung Wilchenreuth 300.000 Euro

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