Hessenreuther Berg: Freie Fahrt für Autos – Sicherer Übergang für Hase, Hirsch und Reh
Erbendorf. Fünf Jahre dauerte der Ausbau der Bundesstraße 299 über den Hessenreuther Berg. Als letztes Puzzlestück wird derzeit die Faunabrücke auf dem Abspann fertiggestellt. Am 1. September wird das Projekt dann offiziell eingeweiht.
Schon vor 40 Jahren gab es erste Überlegungen, die kurvenreiche Bundesstraße 299 mit bis zu 19 Prozent Steigung/Gefälle von Erbendorf in Richtung Pressath über den Hessenreuther Berg auszubauen. Vor allem im Winter ereigneten sich auf der engen Straße viele Karambolagen. Die Unfallrate dort war laut staatlichem Straßenbauamt fünfmal höher als im übrigen Bayern. Nach Protesten von Umweltschützern wurde für den Ausbau ein umfangreiches Maßnahmenpaket geschnürt, das schließlich auch vom Bund Naturschutz getragen wurde. Nicht verschwiegen werden darf, dass es auch nach dem Ausbau noch kritische Stimmen wegen der Dimension der Straße gibt.
Faunabrücke für Tiere und Spaziergänger
Der Ausbau der B 299 kostet knapp 20 Millionen Euro. Mit circa fünf Millionen Euro schlägt allein die Faunabrücke auf dem Abspann zu Buche. Die Querung der Straße ist ein Zugeständnis an den Naturschutz. Vor allem Tiere sollen hier die Bundesstraße gefahrlos überwinden können. Aber auch Spaziergänger und Wanderer können das Bauwerk nutzen. Die reinen Brückenbauarbeiten sind inzwischen abgeschlossen. 600 Tonnen Baustahl und 4000 Kubikmeter Beton wurden verbaut, wie Baudirektor Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach weiß.
Der Abteilungsleiter für Brückenneubau und Straßenbetriebsdienst betont, dass zum Projekt neben dem reinen Straßenbau und der Faunabrücke auch drei Feldweg- und Bachunterführungen sowie umfangreiche naturschutzfachliche Kompensationsmaßnahmen gerechnet werden müssten.
Erwin Otte kreierte Kunstwerk
Weil ein solch großes Projekt wie der Ausbau der B 299 etwas Besonderes verdient, hat der Reuther Künstler Erwin Otte eigens ein Kunstwerk geschaffen. Es handelt sich um eine sieben Meter hohe Skulptur mit einem 2,40 Meter hohen stilisierten Habichtskauz und einem Torbogen, der den Abspann in seiner gegenwärtigen und historischen Perspektive darstellen soll. „Es bildet die Symbiose aus Fortschritt und Natur, Geschichte und Gegenwart ab“, betont Otte.
Das Kunstwerk wird an einem Platz unweit der Bundesstraße und des Radwegs stehen. Im Zentrum die Skulptur, darum herum wird ein Weg führen, damit Fahrradfahrer, Spaziergänger und Interessierte sie von jeder Perspektive aus betrachten können. An dem Platz wird auch eine Infotafel zum Kunstwerk installiert, auf der auch die Sponsoren des circa 50.000 Euro teuren Skulptur erwähnt werden.
Offiziell eingeweiht werden Faunabrücke, Skulptur und damit das gesamte Projekt am 1. September.
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